Jubiläumsausstellung „100 Jahre Bergwacht“

Regenwetter? Geh‘ doch mal wieder ins Museum!

Gestern öffnete die Jubiläumsausstellung „100 Jahre Bergwacht“ im Alpinen Museum München

Mit einer Kappschere durchtrennt Minister Herrmann die Reepschnur.

Nur 100 Quadratmeter ist er groß, der Festsaal des Alpinen Museums auf der Praterinsel. 100 Quadratmeter, die nun bis oben hin mit der Geschichte der Bergwacht Bayern gefüllt sind. Zur Eröffnungsfeier dieser Sonderausstellung lud am vergangenen Samstag die Bergwacht, die sich darauf freut, in den kommenden vier Wochen einzigartige Einblicke in Entstehung, Entwicklung, aber auch die Zukunft der Bergwacht zu präsentieren. 

Roland Ampenberger, Sprecher der Bergwacht Bayern, führte durch die Ausstellung.

Josef Klenner, Präsident des Deutschen Alpenvereins, machte den Auftakt, sprach von einer besonderen Leistung aller Beteiligten, die es auf außerordentlich kreative Art und Weise verstanden haben, ein ganzes Jahrhundert voller Fortschritt und Innovationen, voller Erfolge aber auch Tragödien, zu präsentieren. Auch Otto Möslang, Vorsitzender der Bergwacht Bayern, fand dankende Worte, die nicht nur den vielen ehrenamtlichen Helfern gewidmet waren, sondern auch deren Familienangehörigen und Arbeitgebern. Sie leisten einen wertvollen Beitrag, ohne den die Bergwacht nicht wäre, was sie heute ist.

Kreative Ausstellungsgestaltung. Wohin man auch schaut findet man Spannendes und Informatives.

Nach Möslang trat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann ans Rednerpult. Auf Anerkennung, Lob und Würdigung, lies dieser aber auch scharfe Worte folgen. Ein Problem, worüber man ganz offen reden müsse, seien Personen, die oft viel zu schlecht ausgerüstet aus viel zu schwierigem Terrain geborgen werden müssen. Die Selbstüberschätzung nehme zu, so Herrmann, was unter anderem auch an stetig steigenden Einsatzzahlen abzulesen sei. Grund zur Freude fand der Minister aber dennoch: Dem Ehrenvorsitzenderden der Bergwacht, sowie Landtagspräsident a.D. Alois Glück, durfte er wenig später das Grüne Kreuz anstecken – eine der höchsten Auszeichnungen für Bergretter. Alois erhielt diese Ehrung nicht etwa für eine besonders heikle, oder selbstlose Rettungsaktion, sondern vielmehr für sein gesamtes Lebenswerk. Der ehemalige Vorsitzenden der Bergwacht Bayern trieb viele Projekte weiter an, wie zum Beispiel die in seiner Amtszeit häufiger gewordene Hubschrauberrettung. Auch das bis heute weltweit einmalige Zentrum für Sicherheit und Ausbildung in Bad Tölz ist auf ihn zurückzuführen. Das Trainingszentrum für den Einsatz des Hubschraubers und anderer neuer technischer Entwicklungen, ist ein Meilenstein und wird neben der Bergwacht auch von zahlreichen nationalen und internationalen Spezialeinheiten, wie der Feuerwehr, Polizei, Wasserrettung, THW und Militär für Ausbildungs- und Trainingszwecke genutzt. 

Etwas von damals. Etwas von heute. Und sogar ein vorsichtiger Blick in die Zukunft.

Nach Glücks Danksagung durchschnitt Joachim Herrmann feierlich das Band vor der Eingangstüre des Museums. Wie im Inneren der Ausstellung, so fand man schon bei diesem zeremoniellen Akt nette Details. Kein Rotes Band und keine gewöhnliche Schere hatte man dem Minister dafür in die Hand gelegt, sondern eine Reepschnur und eine Kappschere, die normalerweise von Bergrettern im Einsatz verwendet wird, um Bergsportler von hinderlichen Seilen zu befreien. Im Festsaal präsentierte dann Roland Ampenberger, Sprecher der Bergwacht Bayern, das Resultat einer über zweijährigen Arbeitsphase. Highlight ist sicherlich das Virtual-Reality-Erlebnis „Die Rettung“. Fest in einem Bergesack verpackt, kann man hier eine Luftrettung selbst erleben. Ein Ventilator bläst einem Rotorenwind um die Ohren, unter einem sieht man hunderte Meter Luft: Zweifelsfrei ein spannendes Erlebnis, das Gäste dank Kopfhörer und Virtual-Reality-Brille in Windeseile aus dem Ausstellungsraum hebt.

Der Rettungssimulator. Hier gibt man sich ganz in fremde Hände

Die Sonderausstellung „100 Jahre Bergwacht“ findet statt vom 30.8 bis zum 27.9. Spezielle Veranstaltungen runden das Angebot an Wochenenden ab. So dreht sich beispielsweise einmal alles um Technik, Fahrzeuge und Rettungsmaterial, ein andermal um Tourenplanung, Wetter, Orientierung oder Höhlenrettung. 

Weitere Informationen:
www.alpenverein.de
Tel.: +49(0)89 211224-0
alpines-museum@alpenverein.de

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