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„WO WIR EIGENTLICH
HINWANDERN“


Der Herbst ist eine wunderbare Jahreszeit zum Wandern, vielleicht sogar die schönste. Oft wochenlang stabiles Wetter, wunderbar warme Farben, aber dennoch angenehme Temperaturen. In dieser Herbstausgabe laden wir euch daher gleich mehrfach zum Wandern ein: Hoch über Ischgl, auf dem Kulinarischen Jakobsweg. Auf ruhigen Pfaden im Lechtal. Oder auf der Suche nach den Big Five im Osttiroler Nationalpark. Wandern kann jeder. Ebenso, wie jeder das Wanderglück verspüren kann. Man muss es nur zulassen.

Wandern muss man übrigens nicht zu Fuß! Bike & Hike nennt man das heute, aber im Grunde ist es völlig Wurst wie wir uns fortbewegen. Wichtig ist ja nur, dass wir es überhaupt tun. Und so haben wir uns diesen Herbst wieder ausgiebig dem Bike-Thema gewidmet. Vor allem in Südtirol: Wir radeln quer durch den Norden Italiens. Entlang der berühmten Weinstraße. In Alta Badia. Aber auch anderswo in den Alpen haben wir uns auf die Sättel geschwungen, wie zum Beispiel im Salzkammergut, in der schönen Schweiz oder auf dem Weg zu Deutschlands zweithöchstem Gipfel, dem Hochwanner.

Auch haben wir wieder hinter die Linse der alpinen Fotografie geschaut, wo wir auf Heinz Zak trafen. Seine Bilder erzählen, ja sie sind sogar Geschichte, die der Österreicher im Interview mit feinen Anekdoten auszuschmücken weiß. Und natürlich berichten wir in der Portrait-Rubrik auch wieder vom Kennenlernen eines außergewöhnlichen Menschen. Diesmal ist es Deutschlands erfolgreichste Höhenbergsteigerin Alix von Melle.

Bei all den Menschen, die ich bei der Vorbereitung dieser Herbstausgabe traf, spürte ich, was ich auch nach dem Ötztaler Urweg verspürte: Einige Tage, ein paar Tausend Höhenmeter und Etappen nach dem anfangs angesprochenen ersten Treffen, da verabschiedeten wir uns. Jeder gab jedem die Hand. Es wurden freundliche Worte ausgetauscht. Wir blickten uns tief in die Augen. Glückwünsche. Hier eine Umarmung. Dort noch ein Selfie – nur zur Erinnerung! All das kam von Herzen. Erst in diesem Moment fiel mir auf, dass ich noch ein paar Tage zuvor, genau auf diesem Parkplatz, ganz anders dachte. Und erst da war ich überzeugt: Das Wandern hat meine Sicht auf die Dinge einmal mehr grundlegend verändert!

Stay active!
Benni Sauer


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„AUSSTEIGEN UND ABTAUCHEN.
AUFSTEIGEN UND ABSCHALTEN.“

Man kann sich ja schon fragen was da hinter uns liegt. Wer aber kein Trübsal blasen möchte, der schaut derzeit ohnehin viel lieber nach vorn. Auf den Sommer. Auf offene Grenzen. Und auf eine Bergsaison ohne Einschränkungen. Das sind Aussichten, die mehr Spaß machen als der Blick in den Rückspiegel.

Aber Vorsicht! So verlockend diese Ansichtsweise auch scheinen mag, sie ignoriert etwas ganz Wesentliches: Das Hier und Jetzt! Höchste Zeit also eine Sommerausgabe zu kreieren, die sich genau darauf konzentriert: Die Kopfsache! 

Dafür wanderten wir. Wir meditierten. Wir fuhren Rad. Wir paddelten, fanden Kraftplätze und entdeckten das Yoga für uns. Alles in allem veränderte sich unsere Sicht auf die Dinge. Wir haben Inspirierendes erlebt. Und inspirierende Menschen getroffen. Gudrun Weikert beispielsweise, die als erste Bergführerin Deutschlands einen neuen Weg beschritt. Wir haben uns mit Petra Müssig unterhalten, der mehrfachen Weltmeisterin, die sich nun als Mental-Trainerin mit dem befasst, was sich in unseren Köpfen abspielt. Wir trafen Susanne Erhart. Sie studierte Gesundheitsförderung und kümmert sich nun um den Kräuter- und Heilpflanzengarten des Hotels Kranzbach, zwischen Zugspitze und Karwendel – eine ausgesprochen meditative Aufgabe! Draußen in der Natur. Mit der Natur. Im Hier und Jetzt. Und immer mit dem Karwendel-Panorama im Hintergrund. 

Diesem Gebirgszug widmeten wir das Regionen-Spezial dieser Ausgabe. Wir nehmen euch mit auf große und kleine Touren des Karwendels. Wir tauchen ein, in wertvolle Schutzgebiete, aber auch in die spannende Besteigungsgeschichte dieser wilden Gipfelwelt. 

Dann ist er auch schon bald da, der Sommer. Und mit ihm kommt alljährlich auch die Camping-Saison. Draußen in den Alpen zu übernachten ist immer ein Erlebnis – ganz egal ob mit dem Wohnmobil oder ganz minimalistisch, vielleicht sogar nur mit einem Schlafsack unterm Sternenzelt. Wie auch immer euer Camping-Trip aussehen mag, wie liefern dafür wichtige Infos, hilfreiche Ausrüstungstipps und leckere Rezeptideen, die einfach, schnell und überall eine leckere Outdoor-Mahlzeit ermöglichen. Wir versorgen euch sogar mit Sommer-Lesestoff für den Urlaub. In Form von Buchtipps, die passend auf unsere Themen abgestimmt sind. 

Bis zum Sommerurlaub aber sind es noch ein paar Wochen. Und für die großen Karwendelgipfel liegt momentan noch zu viel vom Frühjahrsschnee. Bis ich also voll in die Sommersaison durchstarten kann, tue ich es Susanne Erhart gleich: Ich bringe meinen Garten auf Vordermann, freue mich über die grünen Blätter, über die bunten Blüten und schaue hinauf auf die Gipfel, auf denen ich bald wieder stehen werde.

Bis dahin wünsche ich euch einen schönen,
unbeschwerten Sommer!

Stay Active!
Benni Sauer


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„ANSICHTSSACHE“

Der Frühling ist da. Auch in den Alpen. Erst vor einigen Wochen begann meine Ski-Saison mit einer kleinen Tour in den Allgäuer Bergen, hinauf aufs Wertacher Hörnle. Zu zweit saßen wir dort oben im Schnee, genossen die Aussicht und blinzelten schonmal rüber zu unserem morgigen Ziel, dem kurzen Grat zwischen Zinken und Sorgschrofen. Fast schneefrei strahlte er in der Sonne und wir hatten uns in diesem Moment nichts sehnlicher gewünscht, als endlich über die trockenen und duftenden Waldwege zu wandern, endlich wieder im warmen Fels zu kraxeln.

Ein Tag später am Gipfel des Sorgschrofen. Lange lagen wir in der warmen Sonne, dösten vor uns hin. Die Wege waren in der Tat größtenteils staubig und frühlingshaft. Dennoch schauten wir immer wieder rüber zum Wertacher Hörnle. „Jetzt noch einmal Skifahren! Schnell, bevor auch der letzte Schnee dahingeschmolzen ist.“ Ich hauchte leise in die Luft. „Das wär’s!“ 

Erst unten im Tal wurde uns klar, wie paradox doch manchmal unser Denken ist – und vielleicht auch, dass es sich manchmal lohnt, die eigene Anschauung zu überdenken.

In den Alpen ist so vieles Ansichtssache! Zum Beispiel die Geschwindigkeit, mit der wir in den Bergen unterwegs sind. Eindrücklich hat mir Benedikt Böhm, Geschäftsführer bei Dynafit, von seinen wahnsinnigen Speed-Touren erzählt. Trailrunning wird mehr und mehr zum Trendsport, verbindet Speed und Natur. Aber wie schnell ist schnell genug? Ansichtssache! 

Der Fotograf Lorenz Andreas Fischer schuf eine ganz neue Ansicht auf unsere geliebten Berge. Mit seiner Kamera hielt er den Klimawandel fest und zeigt die Alpen im Wandel. Denn viele unserer Gletscher schmelzen rasant dahin. Eine Entwicklung, die das Bild der Alpen nachhaltig verändert.

Zugegeben: Türkische Hüttenwirte sind eine Rarität in den Alpen. Unser Redakteur Günter Kast hat trotzdem einen gefunden. Aber ist es nicht seltsam, dass auf der Speisekarte statt Kebab viel eher Spätzle mit Soß‘ zu finden sind? Ansichtssache: Denn die Alpenrosenhütte ist das Sektionshaus des DAV Schorndorf.

Unsere Alpen sind so vielfältig, erzählen so spannende Geschichten und werden nie langweilig. Auch, wenn wir gerade von den deutschen Gipfeln rüber nach Tirol blicken. Auf die hohen Berge, die jetzt so tolle Frühlingsskitouren erlauben. Sicher sitzen dort oben gerade zwei Bergsteiger im Schnee, schauen ebenfalls über die Grenze und sinnieren. „Woaßt no? Do miaß ma a mol wieda aufi!“ Und dann flüstert der andere: „Des wär’s!“

In diesem Sinne wünsche ich Spaß, Freude und viele
frische Ansichten in diesem noch jungen Bergjahr!

Euer Benni Sauer
Chefredakteur


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„MIT SICHERHEIT?“

Neulich ist es wieder passiert: Ein Buch fiel in meine Hände, mit einem mir zur Gänze unbekannten Thema. Dieses Buch war mehr als nur bunt bedrucktes Papier. Es war ein Funke, der ein Feuer entfachte, das wiederum einen Themenschwerpunkt in dieser Ausgabe heranwachsen ließ. So läuft das mit Sicherheit nicht immer- aber manchmal eben schon!

Seitdem habe ich viele, teils eiskalte Nächte unter freiem Himmel verbracht. Mit Astrofotografen in Sternenparks, beim Stargazing auf Gipfeln, aber auch mutterseelenallein. Und dabei wurde mir eines klar: Das beruhigende Gefühl, diese Geborgenheit, die ich trotz der klirrenden Temperaturen verspüre, sie ist Sicherheit. Vielleicht nicht die Art von Sicherheit, die sich Arbeitnehmer, Schüler, Eltern und Skigebietsbetreiber erhoffen. Aber dieses Gefühl, diese Schönheit unseres Universums, sie scheint mich wortwörtlich zu erden. Es ist die allumfassende, eiserne, fast schon erbarmungslose Gewissheit. Und es ist das gleiche Gefühl, das jeder Bergsteiger verspürt, der dem Erhabenen der Alpen gegenübersteht. Wie gut das doch tun kann!

Sicherheit – über dieses Wort stolpern wir gerade öfters. Nicht, weil wir gerade besonders viel davon genießen dürfen, nein, vielmehr weil die Pandemie mit Sicherheit die vielfältigsten Auswirkungen haben wird. Zum Beispiel unser Sportverhalten betreffend: Experten gingen bereits früh von einem massiven Anstieg an Touren abseits der gesicherten Pisten aus. Das geht einher, mit einer intensiven Belastung eines ausgesprochen sensiblen Lebensraumes. Es bedeutet aber auch, dass nicht nur die Verkaufszahlen der Tourenski, sondern auch die der Sicherheitsausrüstung steigen. Und diese umfasst nicht nur Lawinensonde, Schaufel und Suchgerät! Sicherheit im Wintersport wird heute durch wahre Hightech-Lösungen ermöglicht und perfektioniert.

„Und wie sieht´s mit dem Pisten-Skifahren aus?“, werden sich jetzt viele fragen. Dafür blicken wir in dieser Ausgabe in die Ostschweiz. Hier scheint, zumindest noch bei Redaktionsschluss, der pünktliche Start in die Wintersaison möglich. Mit cleveren Sicherheitskonzepten, natürlich auch der ein oder anderen kleinen Einschränkung, dafür aber mit rekordverdächtigen Highlights.

Nun, wir Bergsportler bringen zum Glück eine wichtige Eigenschaft mit in diese unsichere Zeit: Wir sind wahre Künstler der Anpassung. Ein spontaner Wintereinbruch ist meist gern gesehen. Zu hohe Lawinengefahr? Dann wird kurzerhand auf ein sicheres Ausweichziel umgeschwenkt. Pulver, Eis und Harschdeckel in nur einer Abfahrt? Fast schon Alltag. Wir machen ganz einfach das Beste draus. Mit Sicherheit!

In diesem Sinne: Stay active! Stay safe! 

Euer Benni Sauer
Chefredakteur


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„ICH BIN DANN MAL WEG“

Wandern ist volkstauglich. Und das keineswegs erst seit 2006, als Hape Kerkeling mit seinen Erfahrungen vom Jakobsweg einen grandiosen Bestseller hinlegte. Sich auf den Weg machen. Immer auf Achse sein, oder einfach mal draufloslaufen. Immer mehr Menschen lassen den Weg zum Ziel werden und obwohl das Ziel immer dasselbe ist, könnten die Wege nicht unterschiedlicher sein. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz easy!

Ein Beispiel: Hermann Hubers Weg in die Berge begann schon vor weit mehr als 70 Jahren. Heute erzählt er die Geschichten von damals, als seien sie eben erst geschehen. Noch spannender aber ist sein Weg. Seine Geschichte! Von bahnbrechenden Erfindungen, Erfolgen und Tragödien.

Da ist aber auch Sabine Ott, die Wirtin der Bärgunthütte im Kleinwalsertal. Frauenpower am Berg! Sie erzählt vom Alltag in der schönsten Sackgasse der Welt und weiß: Wege sind uns Menschen wichtig – in den Bergen sogar ganz besonders! Hermann Huber und Sabine Ott. Beide gehen sie ihre eigenen Wege und finden doch dabei dasselbe!

Wie unterschiedlich die Wege sind, kann man in den Dolomiten besonders intensiv erleben, während einer Besteigung des Lagazuoi. Auf Klettersteigen und durch Stollen führen Wege, die sich heute großer Beliebtheit er freuen. Vor etwas mehr als einhundert Jahren aber kletterten, marschierten und starben hier Soldaten. Ein und derselbe Weg. Glücklicherweise aber heute mit einem völlig anderen Ziel als noch während der Schlachten des ersten Weltkriegs.

Die Dolomiten verkörpern das Verhältnis zwischen Weg und Ziel so gut, wie kaum ein anderes Gebirge. Schon früh wurde dort alpine Geschichte geschrieben. Zum Beispiel, als Déodat Gratet de Dolomieu diesen Bergen ihren Namen gab. Oder als sich zwei Bergführer in Gröden auf ihren schwierigen Weg machten, um einen verunglückten Kameraden zu retten. Die Geburtsstunde der Bergrettung.

Dolomieu mit Hammer und Salzsäure. Fistil und Pescosta mit Verbandszeug und Trage. Alle gingen sie ihrer Wege. Immer einem Ziel entgegen. Und auch heute noch kann man in den Alpen wunderbar seinen Weg gehen. Vielleicht sogar einen ganz neuen, ohne dabei von der Spur abzukommen. Ohne sein Ziel aus den Augen zu verlieren. So fand ich mein Ziel ganz unerwartet während eines bergigen Ausritts auf dem Rücken eines Pferdes. Ich fand mein Ziel auch auf Klettersteigen. Denen der Dolomiten, aber auch anderswo. Und ich fand es auf dem KAT Bike, der wohl lohnendsten Mountainbiketour der Kitzbüheler Alpen.

Das Ziel, der Weg, so scheint mir, ist, ihn vor sich zu haben. Zu sehen, wohin er führt, wohin man möchte. Was wären unsere Berge ohne Wege? Ohne Ziele? Und sind es nicht wir, die ihnen genau das geben?

In diesem Sinne wünsche ich euch Freude auf euren Wegen. Und wie auch immer sie aussehen mögen: Nur ihr könnt sie gehen. Um dabei euer ganz eigenes Ziel zu finden. Viel Spaß dabei!

Euer Benni Sauer
Chefredakteur


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EINFACH MAL DIE LUFT ANHALTEN

Was für ein grandioser Saisonstart liegt da hinter uns. Wochenlang war keine Wolke am Himmel zu sehen, es herrschten sommerliche Temperaturen und: Die Berge waren wie leergefegt! Die Krise machte es möglich. 

Das bedeutete aber auch dicke Luft, vielleicht sogar ein paar Extrapfunde für alle, die plötzlich nicht mehr trainieren konnten. Für alle, die keinen Auslauf mehr bekamen und nicht mehr ihre Bergsucht stillen durften. Was dagegen blieb, war mehr Zeit für die anderen Dinge. Zum Beispiel mehr Zeit zum Lesen. Für Ruhe und Besonnenheit. 

Die Sommerausgabe unterscheidet sich deswegen von ihren Vorläufern. Wir haben Geschichten gesucht, so manche von ihnen wiederentdeckt, sie ausgegraben, gesammelt, aufgeschrieben und bieten somit ein Sommerheft zum Luftschlösser bauen. Denn wenn wir schon nicht in die Berge dürfen, dann träumen wir einfach von ihnen! Bunt gemischter Lesestoff also, verpackt in einer Ausgabe AKTIV in den ALPEN.

Da ist die Geschichte von Reinhold Messner, der uns erzählte, wie es damals war, ohne Sauerstoff in so dünner Luft zu stehen. Und warum für ihn Kritik oft nicht mehr ist als heiße Luft.

Da ist die Geschichte, von beinahe 2000 Metern Luft unter den Füßen, einem Umstand, der in den gesamten Ostalpen einzig und allein in der Ostwand des Watzmanns zu finden ist. Da ist aber auch die Geschichte von Antoine de Ville, der vor mehr als 500 Jahren eine schroffe, luftige Felsnadel bestieg.

Und auch Deutschlands höchster Berg ist uns in dieser Ausgabe eine Geschichte wert. Genaugenommen widmen wir der Zugspitze sogar ein Regionen Spezial. Denn die erste dokumentierte Besteigung jährt sich diesen Sommer zum zweihundertsten Mal! Zweihundert Jahre, in denen die von Landwirtschaft geprägte Umgebung des Berges zur Zugspitz Region wurde.

Außerdem berichten wir nicht nur vom klassischen Bergsteigen, sondern auch vom dafür benötigten Equipment. Im großen AKTIV in den ALPEN Equipment-Check geht es dabei aber nicht nur um heute, sondern auch wieder um damals. Die Geschichte des Alpinismus zieht sich wie ein roter Faden durch das Heft. 

Ebenso wie die Fotografie. Einem wunderschönen Hobby, für das die Berge wie geschaffen sind. Wir schauen einmal mehr hinter die Linse, präsentieren die großen und kleinen Helfer der Landschaftsfotografie, steigen mit der Kamera sogar in die Luft und geben euch Tipps und Tricks mit auf die nächste Foto-Bergtour. 

Darüber hinaus haben wir uns mit Bikern unterhalten, mit Trailrunnerinnen, mit Bürgermeistern, Triathleten und einer Podcasterin.  Und so wie wir auch, lebt keiner von ihnen nur von Luft und Liebe. 

Denn ohne Berge geht’s einfach nicht!

Viel Spaß beim Schmökern und alles Gute!

Benni Sauer
Chefredakteur


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GRÜNES NEUES JAHR

Der Frühling ist da! In Teilen der Alpen aufgrund von zu warmen Temperaturen oder einer selten geringen Niederschlagsmenge. Auf der ISPO in München grünt es unter dem Motto »be responsible«. Wohin man auch sieht: bewachsene Dekowände, Auszeichnungen für besonders nachhaltig produziertes Equipment. Schön zu sehen, wie das Interesse am Thema weiter wächst. 

Umweltfreundliche Elektromotoren stellen dabei schon lange ganze Industriezweige auf den Kopf. Nicht nur auf der Straße, nein, auch am Berg. Trend sind die E-Bikes schon lange nicht mehr: voll integriert, fester Bestandteil des Bergsports sind sie geworden. Des einen Freud, des anderen Leid. In dieser Frühlingsausgabe berichten wir daher ausgiebig über das Für und Wider der Elektroesel. Auch mit dem Rad, jedoch ohne Motor, erzählen wir vom Biken in Osttirol. Das MTB-Thema wird dabei übrigens von Fotograf Kirsten-J. Sörries untermalt. Ihn und seine Werke stellen wir euch in der Rubrik »Hinter der Linse« genauer vor.

Mancherorts liegt es aber durchaus noch, das weiße Gold. Skifahrer mussten nördlich des Hauptkammes lange genug darauf warten. Weiter südlich zehrten die Skigebiete noch im Hochwinter von den Mengen, die im November fielen. Wie in Südtirol zum Beispiel, von wo wir eine Geschichte mitbringen, die von damals und heute erzählt, von Einsamkeit und Massentourismus. Und von Tourenklassikern, die heute unmöglich sind, weil der schwindende Permafrost den Fels bröckeln lässt. Wieder ein Zwiespalt, wieder ein Kompromiss in der umkämpften Bergwelt.

Keine Frage: Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Berg ist wichtiger denn je. Doch was, wenn etwas passiert? Eine regelrechte Überlebensmaschinerie wird dann in Gang gesetzt. Die Rettungskette! Grenzübergreifend, teils sogar nur ehrenamtlich, ist sie ein hochkomplexes Unterfangen – und durchaus noch ausbaufähig. In einem dreiteiligen Themenspezial berichten wir über unser Verhalten am Berg, welch Problemen Retter und Ärzte gegenüberstehen und wie das Zentrum für Gebirgsmedizin versucht, die Rettungskette Stück für Stück zu perfektionieren. Die vermeintliche Sicherheit am Berg? Auch eher eine Grauzone!

Ja, unsere Bergwelt ist weder heil noch schwarzweiß, immer gibt es ein Pro und ein Contra, ein Für und Wider. Und ich finde, das ist auch gut so. Denn vom Auf und Ab, von Höhen und Tiefen und wie man damit umgeht, sollten doch gerade wir Bergsportler ein Lied singen können. Das hält uns wach. Lässt uns genauer hinsehen!

Bleibt zu hoffen, dass der grüne Trend nicht Trend bleibt. Auf der nächsten ISPO könnte, was heute noch Motto ist, Selbstverständlichkeit werden. Denn die Szene ist im Wandel und das nicht erst, seit Radfahren hip ist. 

Stay active!

Benni Sauer
Chefredakteur


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TO SKI OR NOT TO SKI

Der Winter steht vor der Tür. Bald wieder wird das weiße Gold vom Himmel rieseln, uns Spaß und Freude bereiten. Skifahren ist einfach das leiwandste. 

Es gibt aber auch einen anderen Winter. Einen, der sich abseits der Pisten abspielt. Freeriden und Skitouren erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, weswegen wir euch in dieser Winterausgabe ausgiebig die besten Spots dafür vorstellen. Und auch in der Region Tirol schauen wir nicht nur auf die Pisten. Denn die Kultur, das Land und die Leute der Berge, haben gerade im Winter noch viel mehr zu bieten, als nur Skigebiete und Aprés-Ski. 

Sogar ganz ohne Ski ist es möglich der Winterstarre zu entkommen, denn auch in der kalten Jahreszeit erwarten uns viele spannende Aktivitäten. Wir inspirieren euch! Von der Iglunacht über Winterwanderungen bis hin zu alpinen Bergtouren ist in den weißen Bergen alles möglich.

Sein oder nicht sein! Beim Thema Kunstschnee und Nachhaltigkeit scheiden sich die Skigeister. Ausgiebig haben wir dieses Thema von allen Seiten beleuchtet. „Die Flucht nach vorn“ wurde ein spannender Artikel über das derzeit so wichtige Thema, mit dem wir alle Skifahrer dazu einladen wollen, sich eine eigene Meinung zu bilden. 

Aber natürlich haben wir dem Pistenskifahren nicht den Rücken gekehrt. Wie immer präsentieren wir in der Winterausgabe die Top-Skigebiete der Alpen. Der Fokus liegt diesmal auf dem Skigebiet der Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen. Ein facettenreicher Zusammenschluss mehrerer Skiräume im Allgäu, der besonders viel Wert auf ökologisches und nachhaltiges Skifahren legt! 

Auch haben wir wieder hinter die Linse geschaut. Diesmal bei Roman Königshofer, dessen Foto auch unsere Titelseite schmückt. Außerdem zeigen wir, was Inklusion im Bergsport bedeutet, welche Rolle die Natur dabei spielt und wozu Menschen mit Behinderungen in der Lage sind. Ganz besonders freue ich mich aber auf die neue Rubrik „Portrait“. Mit ihr wollen wir interessanten Persönlichkeiten und Menschen mit echtem Bergspirit eine Plattform bieten. 

Wie ihr seht, steht uns ein spannender Winter bevor. Ganz egal, ob zu Fuß, auf einem oder zwei Brettern. Was ihr auch tut: Seid achtsam, habt Spaß und passt auf! Auf euch und auf den wunderschönen blauen Planeten, auf dem wir alle leben.

Euer Benni Sauer

Chefredakteur


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DAMALS WIE HEUTE

Die Zeit scheint zu rasen. Der letzte Schnee ist doch gerade erst geschmolzen! Und trotzdem: Die Tage werden kürzer und kühler. So vergeht Jahr für Jahr.

Vieles hat sich geändert, manches dagegen überhaupt nicht. Die ursprüngliche Art und Weise, wie wir die Berge erleben zum Beispiel. Mit einem E-Mountainbike habe ich mich futuristisch den Forstweg hinaufschieben lassen. Nur um danach auf wilden Felsbergen Abenteuer wie vor einhundert Jahren zu erleben. Ganz pur und unverfälscht.

Die Fotografenfamilie Heimhuber aus Sonthofen zeigt mit ihren steinalten Bildern nicht nur wie die Berge früher aussahen, sondern auch wie wir uns darin bewegten. Spannende Fotorelikte, unschätzbar wertvoll, präsentieren wir in der Rubrik Hinter der Linse.

Ganz klassisches Bergsteigen kann man auch im Regionenspecial Kleinwalsertal erleben. Kommt mit auf eine kurze, wilde, Bergfahrt und auf urige Alpen, direkt neben dem Trubel der Kanzelwand, aber trotzdem in deren Schatten. 

Michael Wohlleben erlebt die Berge auch wie damals, ganz ohne technische Hilfsmittel. Nur ist er am Wettersteingrat dabei ungleich schneller als jeder andere vor ihm. Begleitet ihn bei 7000 Höhenmetern und 70 Kilometern, die er in nur 35 Stunden zurücklegte. Ein Meilenstein!

Schon älter als eintausend Jahre sind die Wege im Ötztal. Und trotzdem wurden sie erst dieses Jahr zum Ötztaler Urweg verknüpft. Was einmal wichtige Handels- und Transportwege waren, ist heute ein erlebnisreicher Wanderweg, der das Ötztal aus längst vergessenen Blickwinkeln zeigt.

Unsere Redakteurin Susa tauchte für 24 Stunden in das Sennerleben auf der Alpe Mittelberg. Sie berichtet von einem harten Job, ehrlich und aufrichtig. Mit kurzen Nächten und anstrengenden Tagen. Damals wie heute.

In dieser Herbstausgabe verknüpfen wir immer wieder Altes mit Neuem. Was dabei entsteht, sind die Alpen wie wir sie heute kennen. Vieles wird sich noch ändern, beispielsweise die Almwiesen. Eines aber wird immer bleiben: Mit der Art und Weise in den Alpen aktiv zu sein, entscheiden wir, wohin der Weg geht.

Wir haben es in der Hand!

Euer Benni Sauer

Chefredakteur


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DAS EWIGE AUF UND AB

Dass sich Bergsport aus Höhen und Tiefen zusammensetzt ist keine Neuheit. Und trotzdem: Unfälle in den Bergen nehmen uns Bergfreunde genau so mit, wie uns das Glück am Gipfel immer wieder auf´s Neue einholt. Es ist einfach nun mal so in den Bergen. Ein einziges tragisches Unglück hat das Leben dreier Ausnahmesportler in den kanadischen Rockies erloschen. Keine einhundert Kilometer südlich, für kanadische Verhältnisse ein Katzensprung, gelang Eiskletter-Weltmeisterin Ines Pabert mit zwei Partnern die erste durchgehende Route an der Ostwand des Mount Fay.

Wie nahe Glück und Unglück, Auf und Ab beisammen liegen,
ist oft erst sichtbar, wenn es zu spät ist.

Auf und Ab geht es aber auch in unserer Sommer-Ausgabe. Dieses Mal haben wir hinter die Linse von Gürel Sahin geschaut. Sein Werdegang war alles andere als einfach und trotzdem arbeitet er heute für eine der größten Outdoor-Firmen. Höhen und Tiefen gibt es auch im Salzkammergut mehr als genug. Von den vielen Seen bis hin zu spektakulären Klettersteigen wird im Themenspezial alles geboten. Unsere Outdoor-Redakteurin Chrissie Gleich nimmt euch zudem mit auf die Zugspitze, so wie zum ausgedehnten Gipfelsammeln ins Lechtal. 

Berchtesgaden! Wild und weit! Aber trotzdem – oder gerade deswegen für Kinder ein Wanderparadies. Timm Humpfer läd uns ein, zu einem Familienerlebnis der besonderen Art.

Außerdem erzählen uns Trailrunnerin Maria Koller und Mountainbike-Profi Simon Gegenheimer, was am Auf und Ab so faszinierend sein kann.
Zu guter Letzt haben wir einen Facharzt für Psychotherapie gefragt, was Berge in uns bewegen können. Es ist nämlich mehr als nur ein schnelles Hoch und wieder Runter!

Viel mehr!

Euer Benni Sauer
Redakteur


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DIE FRÜHJAHRSMÜDIGKEIT HAT KEINE CHANCE!

Auch wenn das große Schneechaos gerade erst vorbei ist: Der Frühling naht! Für mich kommt dann die schönste Zeit im Bergjahr. Wenn in den Nordflanken noch Pulverschnee hängt, aber südseitig schon das Klettern möglich ist. Je nach Wetter, Schneelage und Laune entscheide ich was ich unternehme. Eine Skitour? Mountainbiken? Wandern, oder doch lieber Klettern? Im Frühling können wir tun und lassen was wir wollen. Und deswegen ist die Frühlingsausgabe, die ihr gerade in den Händen haltet, ein bunter Mix fast aller Aktivitäten, die in den Bergen möglich sind. Zum Beispiel gehen wir auf eine ganz besondere Skitour: Die Überschreitung der Nagelfluhkette ist der Frühjahrsklassiker schlechthin! Noch mehr Ski-Sport gibt es in einem ausgedehnten Artikel über die Dolomiten. Frühlingszeit ist auch Mountainbikezeit! Wir haben uns mit der fünffachen Deutschen Meisterin Nadine Rieder unterhalten. Unter anderem über ihren Traum von Olympia und den Weg dorthin. Außerdem bieten wir euch brandheiße News von den BikeHotels Südtirols sowie interessantes über die Geschichte und Philosophie der Firma Maloja.

Auch wenn das große Schneechaos gerade erst vorbei ist: Der Frühling naht! Für mich kommt dann die schönste Zeit im Bergjahr. Wenn in den Nordflanken noch Pulverschnee hängt, aber südseitig schon das Klettern möglich ist. Je nach Wetter, Schneelage und Laune entscheide ich was ich unternehme. Eine Skitour? Mountainbiken? Wandern, oder doch lieber Klettern? Im Frühling können wir tun und lassen was wir wollen. Und deswegen ist die Frühlingsausgabe, die ihr gerade in den Händen haltet, ein bunter Mix fast aller Aktivitäten, die in den Bergen möglich sind. Zum Beispiel gehen wir auf eine ganz besondere Skitour: Die Überschreitung der Nagelfluhkette ist der Frühjahrsklassiker schlechthin! Noch mehr Ski-Sport gibt es in einem ausgedehnten Artikel über die Dolomiten. Frühlingszeit ist auch Mountainbikezeit! Wir haben uns mit der fünffachen Deutschen Meisterin Nadine Rieder unterhalten. Unter anderem über ihren Traum von Olympia und den Weg dorthin. Außerdem bieten wir euch brandheiße News von den BikeHotels Südtirols sowie interessantes über die Geschichte und Philosophie der Firma Maloja.

Für alle Kletterer und besonders die, die es werden wollen, waren wir mit Bergführer Ludwig Karrasch auf Tour. Der beste und sicherste Weg zu den ersten Mehrseillängen wird im „Projekt MSL“ beschrieben. Etwas weniger steil, dafür umso schöner: Auf eine Überschreitung der Gartnerwand in den Lechtaler Alpen nimmt euch unsere Outdoor-Redakteurin Chrissie Gleich mit. In Vorarlberg waren wir in kulinarischer Mission unterwegs. Entstanden ist das „Themenspecial Vorarlberg“. Unter anderem erwartet euch hier eine Genuss-Schneeschuhwanderung im doppelten Sinne. Denn die Zeiten, wo man auf Berghütten nur Suppe und Brot serviert bekam, sind längst vorbei. Das ist auch beim Camping spürbar. Ein eigener Lifestyle hat sich aus der Notlösung Zelt entwickelt. Das alles und noch mehr, könnt ihr in der Frühjahrsausgabe der Aktiv in den Alpen lesen. Packt eure Ski oder eure Mountainbikes! Schnürt die Wanderstiefel und holt die Kletterseile aus dem Keller! Tut was ihr wollt, ganz egal! Aber seid aktiv!

Euer Benni Sauer
Redakteur