CAMPING: Sterne-Küche mal anders!

Was Leib und Seele zusammenhält

Titelbild: © Chris Holder

Dieser Artikel ist Teil 4 unseres THEMEN-SPEZIAL: CAMPING der Sommerausgabe 2021.

Hier kommt ihr zu Teil 1. *klick*

Hier kommt ihr zu Teil 2. *klick*

Hier kommt ihr zu Teil 3. *klick*

Und hier kommt ihr zu Teil 5. *klick*

Eine kleine Gaskartusche, durch deren Hülle man ganz einfach den Brenner hindurchstach. Kaum regulierbare Hitze und eine Dose Ravioli, die unten schon festkochte, während sie oben noch eiskalt war. So sah die typische Camping-Küche früher aus. Seitdem hat sich vieles verändert – zum Glück! Mittlerweile legen nämlich auch Camper größten Wert auf gutes Essen und hochwertiges Equipment. Ganz egal ob im Rucksack, oder vor dem Wohnmobil: So wird die improvisierte Freiluft-Küche zum kulinarischen Highlight unterm Sternenhimmel! 

Auf den folgenden Seiten stellen wir kreative und erprobte Rezepte vor, die in vielen abgewandelten Formen variiert werden können. Sie alle können beim Camping relativ einfach zubereitet werden und tun das was sie sollen: Leib und Seele zusammenhalten. Guten Appetit!

Gutes Essen – to go!
Wer auch unterwegs nicht auf leckere, gesunde und abwechslungsreiche Ernährung verzichten möchte, der sollte sich zuerst Gedanken über die realistischen Möglichkeiten machen. Bei mehrtägigen Trekkingtouren, spielen Packmaß und Gewicht die größte Rolle. Wer mit Bus oder Wohnwagen unterwegs ist, genießt hier Vorteile. Brennstoff ist dann nahezu unbegrenzt vorhanden. Kühlschrank und gleich zwei, oder drei Herdflammen, sind in Caravans schon lange kein Luxus mehr. 

Doch selbst wer wochenlang ultraleicht unterwegs ist, der sollte sich nach einem langen Tag auf gutes Essen freuen dürfen! Selbst bei anspruchsvollen Expeditionen wird darauf Wert gelegt, denn nichts hält Leib und Seele besser zusammen als ein schmackhaftes Abendessen. Und das muss nicht einmal immer gekocht sein!

Auf kürzeren Unternehmungen, bis hin zu zwei- oder dreitägigen Touren, kann auf eine schwere Kochausrüstung oft ganz verzichtet werden. Das erfordert zwar eine ungewohnte Planung, ist aber sehr einfach umzusetzen, spart Gewicht und Zeit. Für den ersten Tourentag plant man dann schwere und relativ leicht verderbliche Nahrungsmittel in den Speiseplan ein. Belegte Brote, vielleicht sogar der Rest des Mittagessens vom Vortag. Frisches Obst fürs Frühstück oder den Nachmittagssnack: relativ schwer, aber auf Tour ein echter Leckerbissen. Was längere Zeit über transportiert werden muss, sollte dagegen leicht und haltbar sein. Das sind vor allem Nussmischungen. Sie sind hervorragende, praktische Energiequellen. Zudem sind haltbares Schwarzbrot und Schokolade zurecht Klassiker, die in jeden Trekkingrucksack gehören. Wer weg vom klassischen Müsliriegel will, der plant vor und backt sich einfach selbst leckere Kekse – ganz nach dem eigenen Geschmack!

Übrigens halten sich viele Nahrungsmittel wesentlich länger als oft angenommen wird. Hartkäse beispielsweise verträgt selbst wärmere Temperaturen gut und rundet eine deftige Brotzeit zusammen mit luftgetrockneter Wurst perfekt ab.

Punkt 1: Gute Küche = gutes Equipment!
Essen aus der Dose ist out? Nicht unbedingt! Zwar stört das sperrige Leergut im Rucksack, mittlerweile gibt es aber echte Köstlichkeiten aus der Konserve! Besser sind allerdings Gläser, die können nicht nur wiederverwendet, sondern auf Tour auch gleich wiederverschlossen werden – ein praktischer Vorteil in jeder Campingküche.

Nur kochen sollte man in den Behältnissen nicht. Ein Topf muss her! Wichtige Punkte beim Kochgeschirr: Das Fassungsvermögen sollte ausreichen, um die Speise gut zubereiten zu können. Denn schwere Töpfe mit dicken Böden, welche die Hitze gleichmäßig verteilen, sind den Wohnmobilküchen vorbehalten. Leichte Camping-Töpfe bergen daher die Gefahr des schnellen Anbrennens, weswegen genug Spielraum zum Rühren eingeplant werden muss. Ein passender Deckel spart dabei wertvollen Brennstoff und kann in manchen Systemen sogar zur praktischen Pfanne umfunktioniert werden. Besonders nützlich: Es gibt multifunktionale, faltbare Topfmodelle, mit perforierten Deckeln, die als Sieb genutzt werden können. Die mit Abstand effizientesten Rucksack-Kocher sind kleine Komplett-Systeme, die mit winddichten Strahlungsbrennern und passgenauen Töpfen arbeiten. In ihnen kann Wasser in kürzester Zeit gekocht und Schnee geschmolzen werden. Ihr Brennstoff ist leicht: Eine Mischung aus Butan und Propan. Im Winter allerdings ist das übliche Mischungsverhältnis nicht so effizient. Spezielle Kartuschen mit Isobutan lösen dieses Problem. Allerdings werden die Töpfe der Strahlungsbrenner am Boden derart heiß, dass eine wirkliche Speisezubereitung in ihnen nur bedingt möglich ist. Perfekt geeignet sind diese Kocher für Mahlzeiten, denen nur noch kochendes Wasser zugegeben werden muss.

Einen ganz anderen Vorteil verfolgen Mehrfach-Brennstoff-Kocher. Sie werden mithilfe einer Flasche betrieben, deren zuvor eingefüllter Brennstoff mit einer Handpumpe unter Druck gesetzt wird. Über einen kleinen Schlauch gelangt der Brennstoff zum Kocher, wo er entflammt wird. Über der offenen Flamme wird der Topf und sein Inhalt erhitzt. Das ist zwar weniger effizient und windanfälliger als bei den Strahlungsbrennern, doch dafür können in die Flasche nahezu alle brennbaren Flüssigkeiten eingefüllt werde. Mit der richtigen Düse, verheizt der Kocher sogar Diesel und Kerosin! In fernen Ländern, wo Gaskartuschen schwer zu bekommen sind, ein entscheidender Vorteil!

Punkt 2: Feuer und Flamme!
Die üblichen, simplen Campingkocher haben ein unübertroffenes Preis-Leistungsverhältnis. Ihr Flammkreis ist zwar klein, doch für zwei Personen ist auch das meist ausreichend. Morgens erhitzen sie das Kaffee- oder Teewasser, abends findet sogar eine kleine Pfanne darauf Platz. Speck, Zwiebeln und etwas Käse auf einem leicht angeröstetem Brot: Einfach und unschlagbar lecker! Wer dagegen länger an Ort und Stelle bleibt, genießt den Komfort einer Faltküche. Verschließbare Fächer, Windschutz und eine kleine Arbeitsfläche auf optimaler Höhe – wer einmal den Komfort einer Faltküche genossen hat, mag ihn nicht mehr missen. 

Rucksackreisende binden die Kaffeetasse meist platzsparend außen fest. Doch auch für Schüsseln, Becher und Teller gibt es eine praktische Lösung: Federleichtes Faltgeschirr. Es gibt sogar Ausführungen, die flach wie Papier sind und erst zusammengefaltet zu Tellern und Schüsseln werden. Auseinandergefaltet lässt sich diese Ausrüstung nicht nur genial einfach transportieren, sondern auch schnell und sauber reinigen.

Campingzeit ist Grillzeit! Echter Grill-Luxus bedeutet dabei nicht, auf Mobilität verzichten zu müssen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl praktischer Lösungen, die selbst im Kleinwagen neben dem Urlaubsgepäck ihren Platz finden. Ein stabiler Stand, großer Gusseisen-Rost und exakte Temperatur-Regulierung: Was ist schon ein Campingurlaub ohne Grill? Vom Tischgrill bis zur umfassenden Campingküche ist alles auf dem Markt.

Punkt 3: Die Zutaten!
Müsliriegel und Dosenravioli? Für die einen gehören sie zur Kult-Küche, die meisten Camper suchen heute aber Abwechslung und Kreativität. Eine Entwicklung, auf die der Markt schon längst reagiert hat! Selbst Fertigmahlzeiten bestehen heute aus hochwertigen Zutaten – der Trend hin zu Bio und Nachhaltigkeit ist auch hier angekommen.

Beim Frühstück allerdings scheiden sich die Geister. Ein deftiges Wurstbrot, oder doch lieber süßes Müsli? Eines ist klar: Beim Camping sind Müslifreunde im Vorteil! Selbst in den kleinsten Rucksack passt eine Tüte, die mit Haferflocken, Rosinen und anderen Trockenfrüchten lecker aufgepeppt werden kann. 

Mittagessen auf Trekkingtour? Meist fällt das sparsam aus und das ist durchaus auch gut so! Nach einer schweren Mahlzeit würden Wanderer und Bergsteiger nur ins Verdauungstief, das sogenannte Suppen-Koma fallen. Besser ist es da, über den Tag verteilte, leichte Snacks zu sich zu nehmen. Hier punktet eine Hand voll Studentenfutter, Trockenobst und ein Stückchen Schokolade. Geheimtipp für die kalte Jahreszeit: Lebkuchen und Christstollen! Sie sind kompakte Energiebomben, die lange satt machen und schnell unterwegs eingeworfen werden können. 

Im Vorteil sind natürlich Camper, die im Wohnwagen einen Kühlschrank nutzen können. Fisch und Fleisch für den Grill, ist so tagelang haltbar. Rucksackwanderer müssen dank Landjäger und Trockenfleisch aber nicht unbedingt zu Vegetariern werden. Eine vegetarische Ernährung ist unterwegs aber dennoch eine gute Lösung! Besonders erwähnenswert: Couscous! Das afrikanische Gericht ist wie geschaffen für die Outdoor-Küche, denn man muss nicht viel mehr tun, als es mit kochendem Wasser zu übergießen und abgedeckt ziehen zu lassen. Möglichen Variationen sind dabei keine Grenzen gesetzt. Kalt als Salat, warm mit Gemüse und sogar süße Kreationen sind möglich. 

Text: Benni Sauer

Cookies für den ganzen Tag
Leckere Snacks sind während langen Outdoor-Tagen Pflicht! Für die saftigen Flapjacks einfach in 225g geschmolzene Butter mit 200g Honig und 100g braunen Zucker auflösen. Mit 300g Haferflocken, 100g Kokosraspeln und 100g Sonnenblumenkernen vermengen. Die Masse auf einem Backblech etwa 1cm dünn ausrollen (dafür am besten mit Backpapier abdecken), Cranberrys leicht andrücken und bei 175° für 20-25 Minuten backen. Erst wenn die Masse komplett abgekühlt ist, oder sogar kühlschrankkalt ist, lassen sich die Kekse gut schneiden.


Couscous: Herzhaft & deftig
Klassisch wird Couscous aber natürlich zumeist deftig zubereitet. Dafür kann das Wasser auch schon mit Gemüsebrühe aufgepeppt werden. Den nun möglichen Variationen, sind keine Grenzen gesetzt. Im Sommer sehr beliebt: Kalter Couscous-Salat, mit frischen Paprika, Pfefferminze und Zitronensaft!


Couscous: Fruchtig & süß
Der Vorteil von Couscous ist die einfache, schnelle, brennstoff- und wassersparende Zubereitung. Die Grieskügelchen ziehen so schnell durch, dass sie nicht minutenlang gekocht werden müssen, sondern lediglich einmal mit kochendem Wasser übergossen werden müssen. Für vier Personen 250g Wasser kochen, Feuer löschen und die gleiche Menge Couscous zugeben. Topf für 3-5 Minuten abdecken, hin und wieder umrühren. Zimt und Zucker zugeben. Wer es sich erlauben kann, gibt noch Kirschen hinzu.


Power-Müsli für einen guten Start
Passt in Zip-Beutel fertig portioniert in jeden Rucksack! Einfach Haferflocken, Trockenobst, Beeren, Cornflakes und Co. abfüllen und die entsprechende Menge Milchpulver gleich untermischen. Morgens dann nur noch kaltes oder warmes Wasser zugeben: fertig! (Besonders faule Camper löffeln das Müsli direkt aus der Tüte, oder zerbröseln einfach einen Cookie.)


Camping-Pizza: einfach einfach
Die meisten Camper müssen während ihres Urlaubes auf die Vorzüge eines Herds verzichten. Pizza geht aber auch ohne Herd! Dafür einfach 300g Mehl, 140ml Wasser, Salz, 2 EL Olivenöl und 1 Päckchen Trockenhefe zu einem Teig vermengen und gehen lassen. Dann vier dünne Fladen ausdrücken, Pfanne mit Öl erhitzen und den Pizzaboden bei mittlerer Hitze abgedeckt goldbraun backen, anschließend wenden. Sofort mit Tomatensoße bestreichen und Belag nach Wahl auflegen. Noch einmal mit abgedecktem Deckel 5-10 Minuten backen. Buon Appetito!


Little Lunch: Alleskönner
Der Anreisetag war lang? Es ist schon spät geworden? Dann muss es schnell gehen! Nudeln sind in wenigen Minuten gekocht – und mit den kreativen Suppen und Saucen von Little Lunch schnell verfeinert. Ganz klassisch, Bolognese, oder süßsauer. Zum gekochten Reis gibt man am besten indisches Curry. Gebackene Teigfladen (siehe Camping-Pizza) oder gegrilltes Brot, verfeinert man mit leckerem Dal Masala. Little Lunch ist bio, plastikfrei und wird (in Recyclingmaterial verpackt) C02-neutral verschickt. 

3 Gedanken zu “CAMPING: Sterne-Küche mal anders!

Kommentar verfassen