Gut gepackt ist halb gewonnen!

Wozu welchen Rucksack – wie man ihn richtig packt – neue Innovationen und Modelle von A bis Z.

Die Vielfalt in der Rucksack-Abteilung ist gigantisch. Nicht ohne Grund: Wie bei den Schuhen auch, so gibt es die unterschiedlichsten Modelle für die unterschiedlichsten Einsätze. Wir bringen Licht ins Dunkel, zeigen worauf es ankommt und beantworten die häufigsten Fragen. Denn der richtige Rucksack ist auf Tour oft von größerer Bedeutung als man meinen mag! (Titelbild: © Clemens M.)

Rucksackvolumen? Was genau ist das eigentlich?
Klassischerweise sind Rucksäcke wie folgt konstruiert: Ein großes Hauptfach, mit eventuell abtrennbarem Bodenfach und eigenen Zugang, sowie einem Deckelfach, das über dem Hauptfach liegt und dort festgezurrt wird. Zusätzlich gibt es oft eine Vielzahl verschiedener Seitenfächer und Taschen. Aber was genau wird jetzt als Rucksackvolumen definiert?

Am gebräuchlichsten ist die Addition aller verschließbarer Taschen – also beispielsweise auch den kleinen Hüfttaschen. Manche Hersteller rechnen aber auch offene Netze, wie Flaschenhalterungen oder Helmbefestigungen mit ein. So variiert die Liter-Anzahl manchmal – im Zweifel ist also eine Anfrage beim Hersteller direkt ratsam.

Am verbreitetsten sind sicher Rucksäcke mit einem Volumen zwischen 20 und 40 Litern. Sie bieten mehr als genug Stauraum für kurze Tagestouren, sind aber oft auch noch ausreichend für mehrtägige alpine Unternehmungen mit entsprechender Ausrüstung. Weil aber ungenutzter Stauraum nur unnötig ins Gewicht schlägt, ein zum Bersten gefüllter Rucksack dagegen denkbar unpraktisch ist, haben die meisten Bergfreunde mittlerweile unterschiedliche Modelle in verschiedenen Größen. 

Wieviel Liter? Meistens genügen schon mittelkleine Ausführungen!
Enganliegende Running- und Bikebackpacks haben oft weniger als zehn Liter. In ihnen findet ein Trinksystem, das Handy, der Hausschlüssel und Proviant genügend Platz. Geringes Gewicht und schlanke Konstruktion ermöglicht ein ungehindertes Bewegen. Um die 20 Liter Volumen benötigen dagegen Tagestourer, egal ob nun beim Klettern oder Skifahren, Wandern oder Biken. Die äußeren Anbringungsmöglichkeiten wie Riemen und Schlaufen bieten dabei ein enormes Plus an Volumen: Stöcke, Helm, Seil, Steigeisen und Pickel hängen sicher an der Außenseite und fallen nicht ins Volumen des Hauptfaches. 

Sind auch mehrtägige Touren geplant? Dann müssen je nach Jahreszeit und geplanter Hütten- oder Zeltnacht mindestens 40 Liter her. Ein Winterschlafsack, Kocher und Gaskartuschen brauchen viel Platz – Platz der unbedingt einkalkuliert werden muss. Bei diesen Modellen steigt aber auch das Gesamtgewicht, nicht aber nur wegen der Größe, sondern auch, weil das Gewicht des Rucksacks im befüllten Zustand in Richtung der 20 Kilogramm gehen kann. Das erfordert ein komfortables, stabiles Rückensystem mit tragfähigen Hüftgurten.

Spätestens wenn eine mehrtägige Trekkingreise ohne Hütteneinkehr oder Proviantdepot geplant ist, sind 70 Liter oder mehr nötig. Diese Rucksäcke können schon mal mehr als 25 Kilo packen, wobei man sich immer fragen muss, ob man diesem Gewicht stunden-, beziehungsweise tagelang gewachsen ist. Einer Faustregal nach, ist das Viertel des eigenen Körpergewichts für trainierte Personen dauerhaft tragbar.

Viel Stauraum wiegt viel!
Je leichter desto besser, so viel ist klar. Leichte Rucksäcke haben aber auch Nachteile: Oft fehlt schon der Regenschutz, den viele Modelle fest integriert haben. Leichte Materialen verschleißen auch oft schneller – auf langen Reisen sind daher schwerere Modelle oft die bessere Wahl. Und nicht zuletzt wird bei Leichtgewichten auch am Komfort gespart. Das muss nicht schlecht sein! Wenn ein ultraleichter Rucksack wie angegossen passt: perfekt! Wenn aber nicht, dann braucht man flexible Einstellungsmöglichkeiten und gute Polsterungen, sonst wird der neue Rucksack noch zum Fehlkauf!

Einige Anhaltspunkte: Ein 30-Liter-Modell wiegt meistens zwischen einem und anderthalb Kilogramm. Extrem leichte Modelle für ambitionierte Bergsportler unterbieten selbst mit einem Volumen von 40 Litern und mehr die 1-Kg-Marke. Reißfeste Rip-Stop-Materialien und Mesh-Gewebe machen’s möglich! Die Speedhiking-Modelle dagegen, sind nur noch teilweise als Rucksack erkennbar. Manchmal wirken die minimalistischen Leichtgewichte mehr wie eine Weste mit mehreren Taschen. 15 Liter Stauraum für nur 320 Gramm. Das geht, dank federleichter Materialien und ausgeklügelten Konstruktionen. Ein großer Trekkingrucksack kratzt dagegen oft schon an der 2-Kilo-Grenze, oder geht sogar darüber hinaus. 

Volumenliter, Eigengewicht – aber was kommt eigentlich wohin?
Ganz egal, ob Tagestour oder Mehrtages-Wanderung: Ein Rucksack sollte unbedingt richtig gepackt werden. Klingt einfach, ist aber manchmal nur mit Kompromissen umsetzbar. Schwere Gegenstände müssen unbedingt Körpernahe verstaut werden, denn sonst reißt die Hebelwirkung mit jedem Schritt am Rücken. Leichtes Equipment, also Schlafsack oder Isolationsjacken, verstaut man am besten so weit wie möglich unten im Rucksack. Alles was übrig bleibt, aber schnell zugänglich sein muss, wird im Deckelfach verstaut. (Handy, 1.-Hilfe-Set, Stirnlampe, Sonnenbrille, Proviant.) Worauf weniger häufig zugegriffen werden muss, wird dann an die noch freien Plätze, meist also gegenüber des Rückens platziert. Tipp: Im Fachhandel gibt es immer die Möglichkeit verschiedene Modelle nicht nur probezutragen, sondern auch mit Gewichten zu befüllen. Erst so spürt man, ober der Rucksack wirklich gut passt.

Text: Benni Sauer

Modelle und Innovationen

DEUTER SPEED LITE 32

Leichter Wanderrucksack mit 32 Liter Volumen, aber nur 870 Gramm Eigengewicht. Der preisgekrönte Allrounder punktet vor allem durch den extrem leichten, minimalistisch kompakten Lite Air Kontaktrücken: Die perfekte Balance zwischen Leichtigkeit, Tragekomfort und Stabilität. Der Rucksack verfügt über gleich zwei praktische Hüfttaschen, angenehm gepolsterte Schultergurte und trotz des geringen Gewichts über alle nötigen Befestigungsmöglichkeiten, wie Helmfach, Schlaufen für Stöcke und Eispickel, so wie ein Spannriemen für Seil, Isomatte oder Steigeisen. Der Speed Lite 32 kommt knallig blau-gelb, in grellem Rot oder schlichtem Schwarz.


BACH TRAVEL PRO 65

Robust und leicht! Der TRAVEL PRO von BACH erfüllt die Bedürfnisse von Reisenden perfekt: Einfaches und übersichtliches Packen mit ausgereiftem Tragesystem und einem Volumen von 65 Litern. Der Rucksack lässt sich großzügig wie ein Koffer öffnen, kann aber auch dank stabiler Schulter- und Hüftgurte locker 25 Kilogramm und mehr tragen. BACH stellt seit mehr als 40 Jahren Qualitätsrucksäcke her – engineered in Switzerland.


SALEWA CLIMB MATE 25

Innovatives Leichtgewicht für steile Touren – wenn jedes Gramm zählt: 616 Gramm. Mehr wiegt der Climb Mate mit 25 Liter Volumen nicht. Trotzdem findet man Kompressionsriemen, Seilhalterung, eine Tasche für Wertsachen und integrierte Befestigungen für Eispickel oder Stöcke. Geteilte Schultergurte sparen noch einmal wertvolles Gewicht, während das clevere Rückensystem nicht nur für angenehme Trockenheit sorgt, sondern auch dafür, dass das Gewicht möglichst nah am Körper sitzt – ein großer Vorteil im steilen Fels!


VAUDE MOAB PRO 22

Ein Bike-Rucksack der Extraklasse! Nicht nur hervorragend gut und nachhaltig produziert, sondern auch kaum spürbar, wenn es auf die Trails der Alpen geht! Das ergonomisch geformte Körperkontakt-Rückensystem mit integriertem Mehrschlagprotektor legt sich zum Schutz der Wirbelsäule eng am Rücken an und kann über einen höhenverstellbaren Hüftgurt optimal an die Körpergröße angepasst werden. Abnehmbares Werkzeugfach, mehrere Organizer-Taschen und Helmfach, machen den Moab zum Safety-Klassiker für technische Biker. 


ORTLIEB ATRACK 35

Mittelgroßes Packvolumen von 35 Litern, kombiniert mit einer einzigartigen Konstruktion und 100% wasserdichten Materialien: Das ist der Atrack 35. Er lässt sich am Rücken unkompliziert von oben bis unten öffnen, wodurch man sofort Zugriff auf die selbst entlegensten Ecken des Rucksacks bekommt. Zieht man den Reiserverschluss wieder zu und fixiert seine beiden Enden mit dem simplen Spannsystem, hat man einen schlanken, kompakten und noch dazu wasserdichten Rucksack. Das 35 Liter Modell wiegt zwar stolze 1470 Gramm, ist aber unglaublich robust, verfügt über einen justierbares Rückensystem und weich gepolsterte Hüftgurte mit zwei Taschen. Das fehlende Deckelfach für Kleinkram wird praktisch durch mehrere, gut erreichbare Innentaschen ersetzt. 


TATONKA YUKON X1 75+10

Backpackers Traum! Alles verstaut. Alles an seinem Platz. Und trotzdem kein Quetschen, Stopfen und Drücken. Bis zu 25 Kilogramm trägt der Youkon X1 mit Leichtigkeit. 3D-Hüftgurte und nahtfreier, thermogemoldeter Rücken bieten auch mit schwersten Lasten höchsten Komfort. Das Eigengewicht sinkt aufgrund neuer Materialien auf 3,15 Kilogramm – bedenkt man die vielen Taschen, Reisverschlüsse, Zugriffsmöglichkeiten und die überaus strapazierfähigen Materialen, ein durchaus gutes Gewichts-Volumen-Verhältnis. Übrigens: Der integrierte RECCO®-Notfall-Reflektor, macht das Wandern in einsamen Regionen sicherer!


DYNAFIT ULTRA PRO 15

Das kaum spürbare Fliegengewicht für alle Trailrunner! Nur etwas mehr als 300 Gramm wiegt der Ultra Pro und verfügt dabei über 15 Liter Volumen. Er wurde speziell für lange und fordernde Ultra-Läufe konzipiert und passt sich dank anatomisch geformter Träger wunderbar dem Rucken an. So sitzt alles – ohne Rutschen oder Verwackeln. Er lässt sich selbst während des Laufens schnell ausziehen und öffnen. Weiterer Pluspunkt: Das neuartige Insulation Cape, welches bei einem plötzlichem Wetterumschwung für zusätzlichen Schutz über die Brust gespannt werden kann.


ORTOVOX FREERIDER 28

Skifahrer, besonders Tourengeher und Freerider, haben ganz besondere Ansprüche an ihren Rucksack. Ortovox kennt diese Ansprüche genau und hat mit dem Freerider 28 einen Rucksack für alle Powderfreunde entworfen. Grenzenlose Bewegungsfreiheit dank enganliegendem Rücken und flachem, elastischen Hüftgurt. Und auf Wunsch sogar mit separat erhältlicher Rückenprotektor. Ein separates Notfallfach, das die Lawinen-Ausrüstung sicher verstaut und jeder Zeit schnellen Zugang gewährt. All das macht den Freerider 28 zum Must-Have für Wintersportler!


MISSION 55

BLACK DIAMOND MISSION 55

Der perfekte Begleiter für die nächste Hochtour! 55 Liter bieten wirklich genug Stauraum, selbst für anspruchsvollen Winter-Alpinismus. Stabile Hüftgurte mit Materialschlaufen für Karabiner? Eine Seltenheit! Der Mission 55 bringt sie mit und zeigt, worum es Black Diamond beim Mission 55 geht. Weitere Besonderheiten: Die Pickelpockets bieten den Eisgeräten nicht nur eine einfache Schlaufe, sondern verstauen die Hauen gleich geschützt in einem kleinen Einschubfach. Auch die Steigeisen finden eine eigene, robuste Tasche. So sind Mensch und Material vor dem scharfen Equipment geschützt. Mit mehreren Seil- und Kompressionsriemen können sogar zusätzlich noch Zelt, Isomatte, Seil und andere sperrigen Gegenstände sicher befestigt werden.

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