Happy Healthy Life: Nadine Rieder in der Vorbereitung

Unser Blog von MTB-Pro-Riderin Nadine Rieder

Die Weltcup-Saison ist bereits in vollem Gange und ich freue mich, nach einer etwas anderen Vorbereitung so gut wie noch nie ins Renngeschehen der Weltelite eingestiegen zu sein. Nach so vielen Jahren im Hochleistungssport habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, immer neue Reize zu haben und verschiedenen Dinge auszuprobieren. Nicht nur bringt einen das im Sport weiter, sondern im Leben hilft es zu wachsen und nicht auf der Stelle zu bleiben.

Nadine Rieder, GHOST Factory Racing, GER

Nun aber von vorne. Ich habe nach meiner Verletzung im vergangenen Jahr einmal mehr erlebt, dass nicht nur ein Weg möglich ist. Nachdem ich aufgrund des gebrochenen Knöchels eine lange Zwangspause einlegen musste und lange nicht den Fuß belasten durfte, bin ich Schwimmen gegangen. Dies war eine völlig neue Erfahrung für mich. Es hat mir geholfen, all meine Energie und den Fokus auf diese Aktivität zu richten. Somit habe ich nicht nur meine Gedanken vom Negativen abwenden können, sondern konnte meinen Körper mit einer neuen Belastung fordern.

Ich hatte schon viele Verletzungspausen, aber noch nie bin ich so stark aus einer herausgekommen, wie aus dieser. Den Schwung und das Gefühl der Gelassen- und Lockerheit habe ich mit in den Herbst und die Wintervorbereitung genommen. Statt Stunden auf dem Bike zu verbringen und „stur“ ein Trainingsprogramm abzuspulen, das manchmal aufgrund des Wetters einfach nur schwer machbar ist, habe ich mich jeden Tag spontan und je nach Wetter für unterschiedliche Aktivitäten entschieden.

Mein Coach Dr. Jeroen Swart aus Südafrika war mit dieser neuen Herangehensweise ebenfalls einverstanden und wir einigten uns auf regelmäßige Telefonate, um trotz der freien Gestaltung in Kontakt zu bleiben und die Fitness in die richtige Richtung zu bringen. Mit der Superschnee Card war ich so viel beim Skifahren wie schon seit Kindesalter nicht mehr. Ebenfalls habe ich unter anderem Trailrunning, Langlauf, Skitouren und auch einige Bahnen im Schwimmbad absolviert. Spannend wurde es dann als ich Beginn des Jahres nach Südafrika ins MTB-Trainingslager mit meinem Team Ghost Factory Racing gegangen bin. Ich war natürlich sehr gespannt. Die Fitness fühlte sich zwar sehr gut an, trotzdem wusste ich nicht genau, wie es um meine Bikeform stehen wird.

Überraschenderweise war es von der ersten Einheit an, als wäre ich die ganze, vergangene Zeit täglich auf dem Rad gewesen. Problemlos konnte ich mit meinen Teamkolleginnen mithalten und das komplette Trainingsprogramm durchziehen. Ebenfalls hatte ich Performance und Gesundheitstests mit meinem Coach. Auch hier konnte man deutlich meine gute Fitness sehen und die Steigerung der Leistung im Vergleich zum vorherigen Test. Ich war natürlich mehr als glücklich und als ich mich bei meinem Coach für das Vertrauen und die „Freiheit“ beim Training über den Winter bedankt habe, meinte er nur schmunzelnd „I knew it will work because I could see how happy you’ve been and the most important thing is to have a happy healthy athlete!!“

Zurück aus Südafrika ging es dann wieder auf Ski bevor ein weiteres Team-Trainingslager in der Toskana anstand. Und dann ging es Anfang April schon nach Brasilien zum ersten UCI MTB Weltcup der Saison. Hier konnte ich beim olympischen Cross Country Rennen direkt in die Top 15 fahren und mein Rennen als 14te beenden. Mittler weile ist die Saison voll im Gange und ich versuche zwischendurch immer viel in die Berge zu gehen, um meinem Körper und auch dem Kopf Zeit zum Abschalten zu geben und einfach die Zeit zu genießen. Ich war noch nie so er füllt und glücklich und freue mich sehr, dass ich all das mit meinem Beruf als Leistungssportlerin verbinden kann und meinen Traum einfach leben.

Autorin: Nadine Rieder

Infos unter: www.nadinerieder.com