Hinter der Linse: Marius Schwager

Titelbild: Sonnenaufgang am Herzogstand. Einer meiner liebsten Plätze in den Alpen.
NIKON D610, 14 mm f2.8, Brennweite 14 mm, f5.6, 1/250 sec, ISO 100

Berge, so weit das Auge reicht. Wirkungsvoll, im sommerlichen Sonnenaufgang, mit
einem Mountainbiker im Vordergrund. Im Winter, ganz schlicht und minimalistisch,
mit nichts als einer einzigen Skispur, die optimal positioniert durchs Bild zieht. 

Die starke Wirkung der Bilder ist kein Zufall. Oft bis ins kleinste Detail durchdacht, kostet
ein solches Foto viele Mühen. Geduld, Ausdauer, Leidensfähigkeit und schwere Ausrüstung,
die meist stundenlang auf dem Rücken lastet. Das ist Fotografie in den Bergen.

Wer sich intensiv mit der Fotografie der Berge befasst, den lässt sie meistens nicht wieder los. Zu vielfältig sind die Möglichkeiten, die Stimmungen, Lichter und Farben. Marius Schwager ließ sein Hobby so sogar zum Beruf heranwachsen. Aus ersten Versuchen in der Dunkelkammer wurden langsam Foto-Workshops, drei Bücher und ein breiter Kundenstamm.

Die steilen Flanken des Alpsteins mit den wunderbaren Altenalptürm.
SIGMA DP2 Merrill, Brennweite 30 mm, f3.5, 1/250 sec, ISO 100

Hallo Marius! Stell dich doch bitte unseren Lesern kurz vor.
Ich bin Marius, Baujahr 1982 und komme aus dem mitteldeutschen Flachland – dem Oberrheingraben bei Heidelberg, der wohl flachsten Region, die man sich vorstellen kann. Seit ungefähr zehn Jahren bin ich aber mehr oder weniger in Innsbruck. Von dort erkunde ich die umliegenden Berge, die Alpen und den Rest der Welt. Bisher habe ich verschiedene Sozialwissenschaften studiert, beruflich bin ich mittlerweile aber als Fotograf und Journalist aktiv. Auch als Content- und Strategieberater im Digitalbereich bin ich tätig. Am liebsten aber bin ich in der Natur, in den Bergen mit Ski, Mountainbike oder zu Fuß. Dort fotografiere ich die Landschaften, den Sport und Stimmungen.

Die berühmte alpine Lache an der Salfeinsalm mit den Kalkkögeln sind einer meiner Lieblingsplätze rund um Innsbruck.
Nikon D610, 70-210 mm f4.0-5.6, Brennweite 70 mm, f5, 1/640 sec, ISO 400

Erinnerst du dich noch an deine ersten Foto-Schritte? 
Erste Erinnerungen habe ich an ein Schulprojekt. Das waren meine ersten, zaghaften fotografische Versuche. Wir haben in Zeiten der analogen Fotografie in einer Dunkelkammer die Prinzipien der Fotoentwicklung spielerisch entdecken dürfen und fotografisch kreativ werden können. Wirklich gefesselt hat mich die Fotografie dann aber beim Skifahren und Freeriden. Auf einem Skitrip nach Courmayeur 2008 sind mir bei traumhaften Abfahrten am Toula-Gletscher, bei nahezu perfekten Powderbedingungen, die ersten guten Freeridebilder gelungen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich dann angefangen, die sportliche Skikarriere immer mehr zugunsten der Fotografie einzutauschen. Die minimalistischen Landschaften mit schneebedeckten Bergen und einer einzelnen Skispur sind bis heute meine Lieblingsmotive.

Sonnenuntergang im Karwendel von den bayerischen Alpen fotografiert.
Nikon D610, 70-210 mm f4.0-5.6, Brennweite 210 mm, f5.6, 1/250 sec, ISO 100

Seitdem hat sich in deinem Leben viel getan. Wie verliefen diese Jahre und wo stehst du heute?
Nach dem ersten Studium in Mainz, war mir die Ferne zu den „richtigen“ Bergen (nichts gegen das gute, deutsche Mittelgebirge!) einfach zu groß und ich musste in die Alpen ziehen. Hier habe ich als freier Journalist und für einige Medien gearbeitet und immer mehr Bergabenteuer festgehalten. Die Fotokamera war immer dabei und schließlich habe ich mit immer größerem Elan und Aufwand Bilder gemacht. Texte und Bilder ergaben immer wieder schöne Reisegeschichten und wurden international in Magazinen und bei Kunden veröffentlicht. Steile Skiabfahrten im Libanon, tiefer Pulverschnee in der Schweiz, Mountainbikereisen durch die Alpen oder ins Atlasgebirge waren mein „Job“ – wenn man das überhaupt so nennen kann.

Heute kann ich die Fotografie als meinen Hauptberuf sehen. Am liebsten gebe ich dabei meine Erfahrungen in Fotoworkshops bei aktiven Bergabenteuern weiter oder erlebe ganz neue Abenteuer. Berge, Fotografieren, Sport treiben in Verbindung mit einer netten, kleinen Gruppe Menschen, die diese Begeisterung ebenso empfinden: Ich kann mir derzeit nichts Schöneres wünschen und hoffe, meine Begeisterung steckt auch andere an, um die Natur zu genießen, sie gleichzeitig aber auch mehr wertzuschätzen.

Was genau ist „Mountain Moments“?
Die meisten Bergsportler kennen es: Man hängt auf seinen Bergabenteuern, bei schlechtem Wetter oder schlechten Bedingungen, auch mal tagelang mit seinen Bergpartnern auf einer Hütte fest. Zeit die irgendwie überbrückt werden muss. So war das auch bei mir. Nach Klettern, Yoga und dem Erlernen von Sprachen, kommt man dann auch zum Fotografieren und teilt seine Erfahrungen. Von einigen Freunden kam dann die Idee, diese doch kreativen und coolen Workshops an solch schönen Orten auch mit anderen Menschen zu teilen. Eh voilà: Die Idee der „Bergmomente“ war geboren. 

Mit meinem Freund Mathias führen wir zusammen seit nun zwei Jahren Foto-Workshops, Seminare und Fotoreisen in den Alpen und anderen Bergregionen durch. Dabei lehren wir nicht nur wie man schöne Fotos macht, sondern versuchen auch die Freude an den Bergen und der sportlichen Bewegung in der grandiosen Bergnatur einzubinden. Die Teilnehmer lernen dabei die Erinnerungen, die sie bei ihren Erlebnissen machen, mit möglichst schönen Bildern für immer festzuhalten. Unser Ziel ist es, die Menschen näher an die Natur zu bringen und sie zu nachhaltigem Bergsport und Handeln zu motivieren.

Die Umrundung des Rettensteins in den Kitzbühler Alpen war ein mehr als tagesfüllendes Unterfangen. Inklusive Abfahrt nach Sonnenuntergang.
Nikon D610, 70-210 mm f4.0-5.6, Brennweite 210 mm, f5.6, 1/500 sec, ISO 200

Das klingt sehr sinnig und sicher für viele Hobbyfotografen verlockend! Erzähl uns doch dabei gleich etwas über dein neuestes Buch.
Ich habe bereits zwei Bücher zum Freeriden in den Alpen und Skitouren in Tirol veröffentlicht und das Feedback dazu war immer sehr positiv. Mit den ersten Fotoworkshops und immer mehr Wanderungen in den Alpen, kamen auch mehr Leute auf mich zu und fragten nach meinen Sommer-Lieblings-Spots. Das Thema „Sommerbuch – Alpen – mit schönen Bildern“ kam dann bei einem der Workshops auf und ich habe festgestellt, dass es eine recht schöne Übersicht über die Alpen – mit dem Fokus auf Fotografie – noch nicht gibt. 

Also habe ich alle Informationen zu diesen schönen Plätzen in unterschiedliche Wanderungen gepackt und dazu möglichst schöne Bilder gesetzt. Entstanden ist ein Mittelweg zwischen einem klassischen Wanderführer und einem Fotobuch mit Lehranteil. 30 klassische, aber auch unbekanntere Wanderungen in den Alpen zu den schönsten Orten sind so entstanden. Der Leser bekommt dabei alle Informationen, um die Touren selbst nachzugehen, dazu eine Vielzahl von Fotospots, wo man die bekannten, einzigartigen Landschaften fotografieren kann. Und da wir in 2020 auch ein analoges Buch mit dem Smartphone verbinden können, gibt es alle Informationen für den Leser digital zusätzlich zum Download. So reicht es das Smartphone mit den Wanderinfos auf den Berg mitzunehmen und das Buch kann auf dem Wohnzimmertisch liegen bleiben und dort hübsch aussehen und inspirieren.

Sportliche Abfahrt, Kameradschaft und, spannende Lichtverhältnisse kombiniert dieses Bild aus den Stubaier Alpen.
Canon EOS 40D, 17-50 mm, Brennweite 32 mm, f5.6, 1/1.600 sec, ISO 100

Berufsfotografie, Fotobuch, Fotoworkshops – gibt es noch mehr Projekte, an denen du arbeitest?
Die  meisten  Wintersportler,  Freerider  und  Skitourengeher  werden  das  Online-Maga-zin und die Bücher von PowderGuide ken-nen,  mit  dem  beliebten  PowderAlarm  und  dem ConditionsReport als Service und Mit-mach-Feature  für  Tiefschneesüchtige.  Das  Magazin und die Community habe ich ent-wickelt  und  aufgebaut  –  und  ich  bin  sehr  froh, dass es dieses recht unabhängige Ma-gazin in seiner guten Qualität noch gibt und es von Freunden weitergeführt wird. Aktuell arbeite ich an zwei weiteren Outdoor Büchern. Eines wird sich einer Teilart des Skifahrens widmen, das andere dem Thema Innsbruck.

Was reizt dich an der Landschafts- und Bergfotografie am meisten?
Ich bin unglaublich gerne in der freien Natur und bewege mich auch gerne sportlich und ausdauernd. In der Ruhe der Berge kann ich wunderbar Gedanken weiterführen, neu denken und Bestehendes neu ordnen. Aber auch einfach mal nichts denken und schlicht sein. 

Das besonders reizvolle an der Bergfotografie finde ich ist, dass man immer wieder neue Perspektiven einnehmen kann: Enge Schluchten, saftige Wiesen, steile Felswände, schnelle Wetterumschwünge, sanfte schneebedeckte Flächen, tiefer Pulverschnee, starke Stürme. All dies ist im Prinzip zu Fuß oder Ski ohne große Hilfsmittel erreichbar. Dazu kommt mit dem Auf und Ab die körperliche Herausforderung und wer mag mit Adrenalin beim Downhill.

Besonders interessant finde ich immer den Blick von oben herab auf den zurückgelegten Weg – und dann dreht man sich um und schaut gleich wieder hin zu neuen Herausforderungen. 

Die Schneequalität in British Columbia ist weltbekannt und herausragend. Weniger bekannt ist das oft schlechte, diesige Wetter wie hier beim Skitouren am Rogers Pass.
Canon EOS 40D, 17-50 mm, Brennweite 32 mm, f5, 1/800 sec, ISO 100

Siehst du einen gewissen Trend in der Fotografie im Alpenraum? Wohin führt der Instagram-Hype mancherorts und bist du nicht selbst ein Teil davon?
Der große Trend ist sicherlich, dass immer mehr Menschen den Zugang zur Fotografie finden. Und das finde ich auch super. Der Einstieg wird mit digitalen Hilfsmitteln immer leichter. Der Tourismus wird aber allgemein immer mehr und viele gehen zu den bekanntesten, einfach zu erreichenden Orten. Wer das erste Mal in den Alpen ist, schaut sich natürlich Hallstatt an, das Matterhorn oder einen ähnlich bekannten Fleck. Es ist fast schon egal wohin wir gehen. Überall sind wir Teil des gleichen Problems: Das Ursprüngliche, das Schöne und die Natur drohen dann von der Masse teilweise erdrückt und verdrängt zu werden.

In den Alpen ist dieser Prozess ohnehin schon relativ weit fortgeschritten und ich glaube, wir sehen bereits nachhaltige Alternativkonzepte. Seit 2019 darf man zum Pragser Wildsee beispielsweise kaum mehr mit dem Auto anreisen, sondern muss den Bus nehmen. An der Seiser Alm oder an den Matterhorn-Aussichtspunkten gibt es ähnliche Beschränkungen. 

Der Unterschied bzw. das akute „Instagram“-Problem ist, dass sich mit der schnellen Verbreitung der Ortsangaben die Spots schneller ändern. Sie können so nicht natürlich wachsen oder geschützt werden. Noch mehr Menschen erreichen noch schneller ganz bestimmte Orte. Den Fotospot unseres Titelbildes im Buch beispielsweise kannten vor fünf Jahren noch nur wenige spezialisierte Bergfotografen, heute ist die Anreise nur einen Klick entfernt und man findet tausende Bilder davon.

Das Problem verschlimmert sich damit also zunehmend?
Natürlich ist jeder Alpenliebhaber und Fotograf, ob Profi oder Hobbyknipser, Teil dieses Prozesses, wenn er diese Orte besucht und weiterträgt. Jeder Einzelne kann dabei aber auch viel Positives bewirken. Keinen Müll hinterlassen, nachhaltig anreisen, die Natur nicht zerstören, sondern eher schützen. An einem der Fotospots im Buch haben wir beispielsweise mit den Workshop-Teilnehmern über 50 Zigarettenfilter auf einer privaten Almwiese aufgesammelt. Jeder kann hier ganz einfach ein soziales Vorbild werden und einen positiven Teil beitragen.

Noch eine heikle Frage: Fotospots vorzustellen ist schön. Doch leidet darunter nicht die Kreativität? Wie kommt man auf neue Foto-Ideen? Wie kann man möglichst kreativ sein und schöne Fotos machen, ohne auf der Seceda oder am Pragser Wildsee gewesen zu sein?

Wichtig war mir bei diesem Buch, nicht nur eine Hotspot-Liste zu erstellen, sondern den Leser dazu zu inspirieren, von hier den eigenen Weg der Fotografie und in den Bergen zu erkunden. Darum sind auch nicht alle Fotografien mit GPS-Ort versehen. Ich hoffe die Leser sehen dies als Inspirationsquelle ihre eigene Kreativität zu erkunden und ihr Ausdruck zu verleihen.

Foto-Apps wie Instagram verleiten naturgemäß dazu, Bilder zu vereinheitlichen. Das gibt viel schnelles und positives Feedback. Man „kopiert“ zuerst einmal Bilder, das verleitet viele dazu „faul“ zu werden. Das Kopieren finde ich aber gar nicht tragisch. Im Gegenteil: Dadurch kann man auch sehr schnell lernen. Nur wenn es dabei bleibt, dann ist es natürlich schade und man nimmt sich die Option Neues zu entdecken und zu lernen.

Ich ermutige andere Fotografen immer, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen und mit offenen Augen durch die Welt zu streifen. Im Buch habe ich darauf geachtet, zu den einzelnen exakten Spots auch generelle Location Tipps zu geben. Am Pragser Wildsee kann man beispielsweise zur Plätzwiese wandern und dort auch wunderbare Aufnahmen mit den Drei Zinnen im Hintergrund schießen. Man kann dort tolle Blumen fotografieren und die rötlichen Bergwände als Kontrast einsetzen. Das Entdecken an sich ist bei dieser Herangehensweise dann das eigentlich Schöne. Das eine perfekte Foto hätte man sich ja sonst auch einfach aus dem Internet kopieren können.

Wer die Bergfotografie entdecken will, dem empfehle ich daher ruhig zu den bekannten Orten zu begeben, den „Hero Shot“ zu machen – dann aber weiter zu gehen, eigene Motive zu entdecken. Sich umdrehen, die Perspektive verändern, ein Landschaftsbild mit dem Teleobjektiv zu machen, oder den Zoombereich der Kamera mal nicht zu verwenden. Auch mal ein Bild zu dunkel zu belichten, zu hell, oder sich bei einer Wanderung mit fünf Bildern oder einer Festbrennweite künstlich zu beschränken. Alles was aus der eigenen Kreativität entstammt, macht mit viel Übung und Feedback einen guten Fotografen.

Magisches Licht zum Sonnenuntergang in British Columbia/Kanada. Dies ist die einzige gelungene Aufnahme von dieser Abfahrt – die Luft war so feucht und kalt, dass fast durchweg der Sensor angefroren war und fotografieren damit unmöglich.
Canon EOS 40D, 17-50 mm, Brennweite 32 mm, f3.5, 1/640 sec, ISO 100

Fotobearbeitung: Hier kannst du uns kurz erklären was du an deinen Fotos machst und vor allem warum?
Trotz aller Möglichkeiten der Automatisierung, mag ich den Prozess der Bildbearbeitung sehr. Hier kann man eine spezielle Stimmung herausarbeiten und Akzente setzen. Auch wenn ich an meinen Fotos nicht viel bearbeite – das meiste ging so auch schon zur Analogen Fotografiezeit – dennoch nehme ich mir die Bilder einzeln vor und bearbeite nicht mit Presets oder Voreinstellungen und mache auch keine Foto-Retusche. Als Kunstform ist es natürlich ok, wenn man das macht. Mir persönlich gefällt es aber einfach nicht, wenn man Sonnensterne einfügt, einen Himmel austauscht oder Derartiges.

Nach der Auswahl und Selektion der besten Fotos einer Tour, bearbeite ich diese also einzeln. Es ist ein enormer Unterscheid, ob ich für die heimische Wohnzimmerwand meinen Lieblingsstil anstrebe, den Wunsch eines Kunden berücksichtigen muss oder auf die Anforderungen von Online- oder digitalen Medien abziele. 

Auf Instagram braucht es beispielsweise für den kleinen Smartphone-Bildschirm eher Hochkant-Bilder mit recht großen Menschen und harten Kontrasten, oder eine sehr spezielle Stimmung. Für einen Druck auf ein großes Wohnzimmer-Wandbild wähle ich dagegen eher das Landschaftsformat, eine Schwarzweiß-Aufnahme, eine eher dunkle Stimmung und ein recht kleiner Mensch in einer großen Landschaft. Für ein Mountainbike-Magazin wiederum, müssen die Fahrer und Bikes gut erkennbar sein und die sportliche Action muss professionell sein. Die Art, wo und wie das Bild gesehen wird, ist Teil dieses Prozesses und ist eine echte Herausforderung, die mich weiterhin sehr begeistert.

Wohin führt dein Weg? Was steht in Zukunft an und welche Wünsche oder Pläne hast du für die nächsten Jahre?
Ich brenne für außergewöhnliche Reisen, Kulturen und Orte – natürlich am liebsten in den Bergen. Ich hoffe und wünsche mir daher, dass noch viele herausfordernde Bergabenteuer viele Jahrzehnte lang mit schönen Erlebnissen und Momenten folgen werden! Der nächste größere Fototrip im Sommer führt mich nach Nordnorwegen in die Lyngenalpen. Nach einer Woche Singletrail-Mountainbiken am Fjord werden wir auf dem unbewohnten Hochland von Hütte zu Hütte wandern und außer Rentieren und Weite kaum etwas sehen und keinen wirklichen Berg besteigen. Das wird eine andere Art der Herausforderung, auch fotografisch, und ein spannendes Kontrastprogramm zur Tiroler Bergwelt vor der Haustüre.

Steilwandskifahren in Courmayeur. Für dieses Bild mussten wir nicht nur 60m frei abseilen, um in die Steilrinne zu gelangen, sondern ich musste mich separat sichern, um den Tiefblick einfangen zu können.
Nikon D600, 28-75 mm f2.8, Brennweite 28 mm, f3.5, 1/400 sec, ISO 100

Dein Lieblingsfotospot?
Sonnenaufgang am Herzogstand

Sommer oder Winter?
Definitiv Winter

Dein meistgenutztes Objektiv?
24-70 mm

Lieber in die Höhe oder Weite?
Höhe

Selbstgeschossenes Lieblingsfoto?
Nein, das schwankt je nach Jahreszeit.

Welches Buch hast du als letztes gelesen?
„Kapitalismus im Lebensnetz, Jason Moore.

Welcher Berg war dein bisher höchster?
Vermutlich war das ein unbenannter Gipfel beim Skibergsteigen zwischen Santiago (Chile) und Mendoza (Argentinien), 5200 m.

Und dein schönster?
Vulkan Lanin (Chile/Argentinien)

Berge bedeuten dir…
Freiheit und Ruhe.

Ein Traumprojekt wäre…
ein Alpencross von Slowenien bis Frankreich.

Viel Erfolg und Spaß auf deinen Touren!

Mehr von Marius im Internet unter:
www.mariusschwager.de
www.mountainmoments.de
www.instagram.com/mountain.moments

Interviewer: Benni Sauer


Starthilfe für Bergfotografen

Foto- und Wanderführer bringt Hobbyfotografen zu den schönsten Spots

Von Deutschland, über Österreich und die Schweiz, bis nach Frankreich, Italien und Slowenien. Überall wo Plattentektonik, Eis, Wind und Wetter unsere Alpen geformt haben, kommen Wanderer auf ihre Kosten. Aber auch Fotografen suchen in den Gebirgen Herausforderungen. Und finden jede Menge Ziele.

30 dieser Ziele hat Marius Schwager zusammengetragen. In seinem neuesten Buch Mountain Moments – Die schönsten Fotospots und Wanderungen in den Alpen, präsentiert er dabei 95 der schönsten Foto-Möglichkeiten, die uns die Berge bieten. Aufbereitet, nicht nur als Wanderführer, sondern ebenso auch als Fotoführer, gespickt mit Tipps und Tricks und letztendlich auch der Anleitung selbst kreativ zu werden, ist dieser Führer der erste seiner Art. 

Schrecksee, Olpererbrücke und Seceda sind zwar Altbekannte der Fotoszene, doch ist immer die Frage, was man draus macht. Die Stimmung vor Ort ist immer eine andere. Schwager empfiehlt das „Nachfotografieren“ dieser Spots, um schneller dazuzulernen. Wirklich kreativ werden kann man dann vor Ort immer noch, wenn man sich vom Führer geschickt durch das Gebiet lenken lässt. Daneben werden auch eher unbekannte Fotowanderungen vorgestellt, die sich aber in keiner Weise vor ihren berühmten Hot-Spots verstecken müssen. Oft geht es dort sogar etwas ruhiger und gelassener zu. Mit viel Zeit und Ruhe ist auf diesen Wanderung eher zu rechnen.

Topografische Karten aller Touren geben einen genauen Überblick, Anfahrtsmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind immer möglich. Die GPS-Daten sind auch online abrufbar, sodass die 194 Seiten nicht zu schwer auf dem Rücken lasten. Neben all den Infos und hilfreichen Anmerkungen laden 122 Farbbilder zum Schmökern, versorgen den Leser mit Ideen, Motivation und Impulsen. Ein gelungenes Werk – quasi die Grundlage der alpinen Fotografie. 

www.mountainmoments.de

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