Im Gespräch mit… Nadine Rieder

Weltcup auf dem Zettel, Olympia im Herzen.
Nadine Rieder startet in Profiteam durch

© Andreas Dobslaff

Titelbild: © Irmo Keizer

Mehrfache Deutsche Meisterin, Topplatzierungen bei Welt- und Europameisterschaften und die Olympischen Spiele noch lange nicht abgeschrieben: Nadine Rieder ist eine von Deutschlands Top-Mountainbikerinnen. Das Ausnahmetalent aus Sonthofen im Allgäu hat nun zum Jahreswechsel den letzten großen Schritt vollzogen und ist ins „Ghost Factory Racing Team“ als renommiertes Profiteam im Weltcup-Zirkus gewechselt. Wir sprachen mit der Allgäuerin über Beweggründe, Chancen und Ziele.

AiA: Nadine, du warst viele Jahre erfolgreich bei Rotwild-AMG unter Vertrag. Zunächst als Team und zuletzt als Einzelfahrerin. Was sind die Beweggründe für den Wechsel zum Ghost Factory Racing Team?
Nadine: Ich war sieben Jahre bei Rotwild und die letzten Jahre ging dann der Trend der Firma schon immer mehr in Richtung E-Bike. Das war definitiv einer der Hauptgründe, weshalb ich bereits Anfang der vergangenen Saison gesagt habe, dass ich deshalb einen Wechsel haben möchte. Dass es nun mit Ghost ein Team geworden ist, das in meinen Augen eines der professionellsten, aber zugleich auch “menschlich” besten Teams ist, ist natürlich absolut genial.

© Andreas Dobslaff

AiA: Welche ersten Eindrücke konntest du bis dato vom Team und deinen neuen Kolleginnen sammeln?
Nadine: Wir hatten im Herbst bereits eine Teamwoche, in der wir uns kennenlernen konnten. Es hat auf Anhieb super gepasst und wir hatten viel Spaß miteinander. 

AiA: Was ändert sich für Dich mit dem neuen Team im Wesentlichen?
Nadine: Die ganzen vergangenen Jahre war ich sozusagen als Einzelkämpferin unterwegs. Ich habe alles selbst organisiert und wurde an den Rennen von meinen Eltern betreut, ohne die ich das nicht hätte machen können. Einerseits habe ich in dieser Zeit extrem viel gelernt, andererseits war das aber auch mit Einschränkungen verbunden. Von nun an kann ich mich zu 100% auf’s Wesentliche konzentrieren und ich freue mich darauf, von nun an “nur” noch Radfahren zu dürfen. Ich kann meinen Fokus komplett auf Training und Wettkampf setzen, da mir alles andere vom Team abgenommen wird. Das ist eine enorme Entlastung.

© Irmo Keizer

AiA: Wie sieht dein Rennkalender 2021 aus?
Nadine: Aktuell sind alle Termine noch mit Bleistift eingetragen, da ich nach dem vergangenen Jahr weiß, dass Rennabsagen und Verschiebungen leider auch vorkommen können. Der Schwerpunkt liegt aber auf den Weltcups und dazwischen bzw. davor gibt es dann verschiedene Rennen in Italien, Österreich, Deutschland oder der Schweiz. 

AiA: Die Olympischen Spiele stehen in diesem Jahr ja auch noch an. Wie siehst du hier deine Chancen und planst du mit einem Angriff auf einen der zwei deutschen Startplätze?
Nadine: Die Olympischen Spiele sind schon immer mein Traum und ich arbeite hart um mir diesen zu erfüllen.

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 AiA: Wagen wir einen Blick in die mittelfristige Zukunft. Können wir dich in Kürze in der Weltspitze erwarten?
Nadine: Das Team hilft mir, meine Schwachstellen zu verbessern und auch materialmäßig ist es nochmals eine deutliche Verbesserung für mich. Die Zusammenarbeit mit meinem Coach läuft super und ich selbst bin gespannt, wie weit nach vorne ich es schaffen kann. Es bleibt spannend.

KURZ UND KNAPP

Unsere Leser fragen über Instagram, Nadine antwortet.

1) Dein Lieblings-Bike-Revier?
Südafrika gefällt mir extrem gut und war immer mein Favorit. Im Januar war ich auf Madeira und muss sagen, dass hier die Bedingungen zum Biken genial sind (man sollte aber steile Anstiege mögen). Dazu kommt natürlich meine Heimat – das Allgäu.

2) Deine bisher schlimmste Verletzung?
Ganz klar mein Schlüsselbeinbruch.

3) Dein Trainingsplan außerhalb der Wettkampfzeit?
Sobald die Rennen im Herbst vorbei sind, mache ich meist eine 3-4 wöchige Pause. Danach beginnt dann die Vorbereitung auf die neue Saison. Im Winter bin ich dann auch viel auf Langlaufski oder Tourenski.

4) Kann man mit Dir auch einfach so Biken gehen?
Sobald es der Trainings-und Rennplan erlaubt, nehm ich mir gerne die Zeit, mit anderen zu fahren und meine Tipps weiterzugeben. Beispielsweise im Rahmen der Alpen Bike Academy, wo ihr u.a. Fahrtechniktrainings mit mir buchen könnt.

Interview: Marcel Reiser

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