Imst: Wandern und Bergliebe

Drei besondere Tage in der Outdoorregion Imst

Die Outdoorregion Imst ist wie geschaffen für Bergfreunde. Die einen kommen zum Biken. Die anderen zum Klettern. Familien kommen, um mit den Kindern erste Erfahrungen im Gebirge zu sammeln. Ich will in Imst wandern und werde mir deshalb mit Wanderführer Franz ein wenig die Füße zu vertreten.

Tag 1: Sieben-Seen-Wanderung bei Imst: Wandern mit Freunden

Schon mit den ersten Schritten hinab in den schummrigen Wald betrete ich Neuland, eine mir unbekannte Welt, nur einen Steinwurf vom gut besuchten Aussichtspunkt entfernt. Eigentlich kenne ich hier oben jede Kurve. Doch Franz, der schon die ersten Wanderminuten mit wissenswerten Details über Natur – und Bergwelt auszuschmücken weiß, wird uns bald schon überraschen.

Der ruhige Blindsee ist schnell erreicht. See eins – von sieben. Während ich mit Caro und Andi – das junge Paar tritt jedes Jahr aufs Neue die lange Fahrt nach Imst an, um mit Franz die Berge der Region zu erkunden – auf einem steilen Steiglein den Blindsee umrunde, lerne ich nicht nur den Fernpass, sondern auch unsere Gruppe kennen. Fast schon schlendern wir von See zu See. Mittersee, Weißensee. Dann noch einmal über die Passhöhe, hinüber auf die Südseite, wo wir Schanzlsee, Samerangersee und auch den Fernsteinsee erreichen.

Erst hier fällt mir auf, dass Franz mit seiner Aussage in der Tat Recht behalten sollte. Denn auch hier parkte ich schon häufig das Auto, hatte aber keinen Schimmer davon, dass es sich zwischen Zugspitzblick und Fernsteinsee so wunderbar wandern lässt. Dass die vielen Seen wie bunt schimmernde Juwelen in den hügeligen Wäldern liegen. Und dass wir dort, wo sich andere genervt hinter Lastkraftwagen herumdrängeln, Körper, Geist und Seele freien Lauf lassen können. In Imst wandern ist eine echte Wohltat.

Als wir vier den Nassereither See, den siebten See des Tages erreichen, hat sich nicht nur das Wetter gebessert. Auch wir haben uns besser kennen gelernt. Freundschaft geschlossen. Und auch schon die ersten 18 ganz wunderbaren Wanderkilometer miteinander geteilt. Besondere Kilometer. Besondere Momente!

Hier geht’s zur Tourenbeschreibung: www.komoot.de/tour/831671174

Komoot Tour Sieben-Seen-Wanderung, Imst Wandern

Tag 2: Starkenberger Panoramaweg: Gemütlich um Imst wandern

Franz Marth ist quasi Berufswanderer. Eigentlich kommt der 62-jährige aus dem benachbarten Landkreis Landeck und war im früheren Leben Teamleiter in einem großen Telekommunikationsunternehmen. Man braucht allerdings nicht lange mit Franz unterwegs zu sein, um zu spüren, dass ihm die neue Rolle doch eigentlich ganz gelegen kam. Freitags steht die erste Etappe des Starkenberger Panoramawegs auf Franz‘ Wanderplan.

Insgesamt kommen auf dem Fernwanderweg fast 60 Kilometer und mehr als 2000 Höhenmeter zusammen. Da uns aber am Nachmittag bereits starke Gewitter überraschen könnten, und ganz vielleicht auch ein bisschen, weil uns der gestrige Tag noch in den Knochen steckt, freuen wir uns auf gemütliche und wunderschöne sieben Kilometer. Wieder mit dem Postbus erreichen wir also die Stadtpfarrkirche Landeck, ungefähr zehn Kilometer westlich von Imst. Von hier aus erblicken wir schon früh die Parseierspitze, einen graurot gefärbten Kalkgiganten, von dem ich glaubte, er sei der nördlichste 3000er der Alpen. „Falsch!“, fällt mir da Franz ins Wort und zeigt nach Westen. „Den Acherkogel kenne ich schon, aber…“, möchte ich ihm da entgegen, doch wieder weiß es Franz besser. Der Acherkogel am Eingang des Ötztals liegt nämlich tatsächlich ungefähr 1500 Meter weiter im Norden als die Parseirspitze – und das, obwohl die Parseier auf der Nordseite und der Acherkogel auf der Südseite des mächtigen Inntals liegt. Fast schon eine optische Täuschung in Berggestalt also. Franz erklärt den beiden Hannoveranern gleich auch noch den geologischen Unterschied der beiden Gebirgsregionen.

Franz genießt heute sein wohlverdientes Wochenende. Gestern noch, während einer netten Wanderpause an der Kronburg, ließen wir uns kühle Getränke schmecken und Tourenvorschläge für den dritten Tag anbieten. „Nach Hoch-Imst, mit der Bahn hinauf und dann über den Drischlsteig zur Muttekopfhütte“, riet uns Franz. Und weil die beiden Urlauber ohnehin schon in Hoch-Imst nächtigen, sie die Region um die Muttekopfhütte gut kennen, wäre noch am Morgen genug Zeit für mich, um bereits vor der ersten Bahn die Rosengartenschlucht zu erkunden. Sie ist eine echte Besonderheit: Ihren Eingang findet man nahezu direkt im Imster Stadtzentrum, bereits nach wenigen Minuten werde ich von Felswänden und Stromschnellen regelrecht verschluckt. Eine starke Stunde wandere ich so über Treppen, Brücken und durch Tunnels hindurch, bis mich der Berg in Hoch-Imst wieder hinausspuckt. Zweifelsfrei der schönste Weg nach Hoch-Imst.

Hier geht’s zur Tourenbeschreibung: www.komoot.de/tour/831674775

Komoot Tour Starkenberger Panoramaweg, Imst Wandern

Tag 3: Zur Mutterkopfhütte bei Imst wandern

Caro und Andi erwarten mich schon, während die beiden nagelneuen Bergbahnen bereits erste Wanderer den Berg hinaufheben: Anscheinend habe ich wohl doch etwas mehr Zeit mit dem Fotoapparat in der Schlucht vertrödelt als gedacht. Aber was soll’s. Wir haben genug Zeit und ganz bestimmt keine Eile. In den modernen Zehnergondeln findet ohnehin jeder seinen Platz. Selbst Kinderwagen und Rollstuhlfahrer haben hier keine Hürden mehr zu erwarten – nur der kleine Umstieg an der Untermarkter Alm ist geblieben. Dann aber schwebt man schon am urigen Drischlhaus vorbei und erreicht nach wenigen Minuten über steile Bergpfade das Vordere Alpjoch.

Ein wunderbarer Aussichtsberg. Im Süden das breite Inntal. Im Norden der mächtige Muttekopf. Seine formschöne Gestalt, mit Graten, Wiesen und Felsbändern wirkt fast schon magisch anziehend – und fand sicherlich auch deswegen den Weg auf Caros Oberarm. Im Gegensatz zu mir stehen Andi und Caro natürlich nicht zum ersten Mal hier oben und ein klein wenig führ t mich jetzt auch nicht mehr der Franz, sondern ein verliebtes, händchenhaltendes Pärchen aus Hannover. Sachen gibt’s… Einhundert Meter unterhalb des Gipfelkreuzes steigen wir schon wenig später durch die felsige Ostwand des Alpjochs.

Der Drischlsteig – so aussichtsreich er auch ist – fordert unsere ganze Aufmerksamkeit. Vorbei an abdrängenden Felsen, über Treppen und Schuttfelder, bahnen wir so unseren Weg zur Muttekopfhütte, die bildschön knapp unterhalb der 2000-Metermarke thront. Einfach alles an diesem Moment kommt mir da plötzlich so besonders vor.

Hier geht’s zur Tourenbeschreibung: www.komoot.de/tour/831683646

Den Beitrag in voller Länge lest ihr in unserer aktuellen Herbst-Ausgabe.