On Tour mit dem BOB IBEX

Einen Bob Ibex Fahrradanhänger zur Probe fahren? Sehr gerne! Hatte ich doch eh geplant in den Osterferien mit meiner Familie eine mehrtägige Allgäurunde zu drehen. Dank des Anhängers konnten wir vier (Julia 10 Jahre, Anton 12 Jahre, Papa Robert und ich), ohne große Umbauarbeiten mit unseren Rennrädern fahren. Bisher waren wir zu viert noch nicht auf mehrtägiger Radtour und früher nutzten wir Packtaschen. Welches System uns wohl besser gefällt?

Vor der Tour hieß es erstmal den Hänger auspacken und aufbauen. Dank der bebilderten und übersichtlichen Anleitung war das kein Problem. Benötigt wurden als Werkzeug lediglich je zwei 5er Inbus und zwei 10er Gabelschlüssel. Der Schnellspanner am Hinterrad musste logischerweise auch gegen den mitgelieferten ausgetauscht werden. Eventuell muss dieser gekürzt werden, bei meinem Rennrad passte er genau. Der Aufbau dauerte mit Auspacken ca. 30 Minuten. Selbstverständlich gibt es auch passende Steckachsen.

Die Original Bob Tasche sollte für uns vier ausreichend Volumen bieten? Wir waren als Familie auch schon per pedes unterwegs und sind ganz gut im Gepäck reduzieren. Für uns vier reichte der Platz in der Bob Tasche tatsächlich für eine fünftägige Radtour mit Hotelübernachtung. 

Nachdem wir unseren Starttag und Startpunkt aufgrund eines Wintereinbruchs am Palmsonntag verschoben haben, konnte es losgehen. Nach einer frostigen Nacht fuhren wir bei anfangs sechs Grad, aber strahlendem Sonnenschein Richtung Süden mit Blick auf die frisch verschneiten Berge. Ich durfte den Anhänger ankuppeln. Als Anhänger kannte ich bisher nur die gängigen Kinderanhänger, als unsere Kinder noch klein waren. Sofort aufgefallen ist mir die bessere Wendigkeit des Ein-Spur-Anhängers. Allerdings ist das Ganze dadurch auch kippeliger und erfordert etwas Aufmerksamkeit. Vor allem wenn man anhält, muss man das Rad fest im Griff haben und es empfiehlt sich auch darauf zu achten, dass Hänger und Rad in einer Linie sind.

Das hohe Gewicht (ca. 10kg Anhänger + 10kg Gepäck) spürt man nicht so sehr. Es läuft gut auf der Ebene, aber auch bergauf ist es gut zu Händeln. Bergab schiebt das zusätzliche Gewicht. Bei unserem ersten Zwischenstopp im Fendt-Forum in Marktoberdorf konnte ich perfekt an einer langen Betonwand parken. Nach Besichtigung und Mittagessen ging es frisch gestärkt Richtung Schwangau leicht wellig dahin. Auch die erste Fahrt auf Kieswegen am Forggensee entlang meisterten wir vier souverän. 

In Schwangau machten wir einen Urlaubstag mit obligatorischer Besichtigung von Schloss Neuschwanstein und starteten nach zwei Nächten Richtung Rettenberg. Als Lehre vom ersten Tag packten wir einen kleinen Rucksack mit Dingen, die schnell greifbar sein sollten, auf die Tasche obendrauf. Jedes Mal die große Tasche zu öffnen ist doch mühsam und unpraktisch. Hinter Füssen ging es auf Kieswegen am Weißensee entlang und dann recht abrupt einen steilen Anstieg hoch. Hier musste ich schnell ausklicken und dann hieß es schieben. Der Hänger bremste spürbar, aber das kurze Schiebestück war kein Problem. Über Pfronten, Nesselwang und Oy ging es am Rottachspeicher vorbei zu unserem Etappenziel. Die gut 50km inklusive ca. 800hm waren für uns alle durchaus anstrengend. Aber am Ziel gab es zur Belohnung ein leckeres Eis für die Kinder und die Welt war wieder in Ordnung.

Nach einer Nacht am Fuß des Grünten ging es am Morgen wieder Richtung Heimat. Heute wollte Robert den Hänger noch testen, doch – Überraschung: Obwohl wir Erwachsenen die gleichen Räder haben, war bei seinem Rad der Schnellspanner zu lang. Tja, somit durfte ich den Hänger nochmal ausführlich fahren. Nach einer flotten Fahrt – Julia und Anton waren heute sehr zügig unterwegs – an der Iller entlang durch Durach und Betzigau und mit Mittagsrast in Wildpoldsried ging es über Haldenwang und Schrattenbach zurück nach Bad Grönenbach. Wieder zuhause sind wir alle stolz (Extralob an unsere Kinder!) und freuen uns schon auf die nächste Fahrradtour zu viert. 

Und unser Fazit zum Radreise-Anhänger Bob Ibex? Der Hänger ist sehr ausgereift und funktioniert super zuverlässig. Aufbau und Montage gelingen tadellos. Das Handling im Stand erfordert etwas Übung und Routine. Vor allem wenn man anhält und einen ‚Parkplatz‘ braucht, ist man aufgrund der Länge und der ‚Kippligkeit‘ eingeschränkt, das kannte ich mit Packtaschen so nicht. Sobald man fährt, ist der Hänger aber sehr unauffällig, bergauf und bergab macht sich das Gewicht natürlich bemerkbar. Die Original Bob Tasche bietet ein bis zwei Personen Platz für die große Tour mit Zelt etc. oder eben vier Personen für die Komfortvariante mit Hotelübernachtung. Allerdings hat dann einer das ganze Gepäck mitzuradeln. Für eine große Tour über mehrere Wochen allein oder zu zweit würde ich den Hänger eindeutig empfehlen, zu viert lässt sich das Gewicht meiner Meinung nach mit Packtaschen gleichmäßiger verteilen. Die Fahrt zum Büro per Rad ist mit dem Bob Ibex ebenfalls perfekt machbar. Egal für welches Konzept ihr euch entscheidet, viel Spaß! In Europa wird der Bob Ibex über die Firma Croozer vertrieben. Erhältlich unter anderem im Croozer Online Shop oder bei lokalen Fahrradhändlern.

Text: Katja Martin

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