Outdoor-History: BlackYak

Vom koreanischen Outdoor-Markt in die Welt

Südkorea gehört zu den asiatischen Staaten, die sich in den letzten Jahrzehnten wirtschaftlich besonders rasant entwickelt haben. Heute leben mehr als 80 Prozent aller Südkoreaner in Städten und sie zählen zu den fleißigsten Handy- und Internetnutzern weltweit. Noch interessanter: Ihr Lebensstandard und damit verbunden ihre wachsende Freizeit haben sie zu begeisterten Outdoor-Fans werden lassen. Gemessen am Umsatz steht Südkorea an Platz zwei der stärksten Outdoor-Märkte der Welt – hinter den USA und vor Deutschland. Und das bei nur etwa 50 Millionen Einwohnern, die zudem zum allergrößten Teil in Städten leben. Die Outdoor Branche gehört zu den wichtigsten Branchen des Landes und ist nach wie vor auf Wachstumskurs. Einer, der den kometenhaften Aufstieg des Landes und die zunehmende Begeisterung für den Outdoorsport von Beginn an miterlebt hat, ist Tae Sun Kang. Er hat vor 40 Jahren die Marke BLACKYAK ins Leben gerufen und gilt als einer der Pioniere des Outdoorsports in Südkorea. 

Als das Unternehmen im Jahre 1973 unter dem Namen „Dongjin Mountain“ von dem Südkoreanischen Bergsteiger Tae Sun Kang gegründet wurde, war die Motivation dafür relativ simpel. Es gab damals in Südkorea kaum geeignetes Material für einen ambitionierten, professionellen Bergsteiger wie Tae Sun Kang. Er war gerade 20 Jahre alt und Bergsteigen war seine Leidenschaft. Er bestieg die höchsten Berge des Himalaya, aber jedes Mal, wenn er unterwegs war, musste er auf ausländische Marken zurückgreifen – und das wollte er ändern. Seine Vision: eine eigene, südkoreanische Marke erschaffen, die sich allein an den Bedürfnissen von Bergsteigern in extremen Klimabedingungen orientiert und dabei keine Kompromisse eingeht. Das war vor 45 Jahren. In der Zwischenzeit ist Sohn Jun Sun Kang ins Unternehmen eingestiegen und die Geschäfte boomen mehr denn je. Allein in Südkorea ist der Outdoormarkt in den letzten fünf Jahren zwischen 30 und 40 Prozent gewachsen. Etwa 400 BLACKYAK Stores gibt es in Südkorea, dem Land, das dreimal kleiner ist als Deutschland. Verkauft wird in erster Linie Bekleidung, die mit 75 % den größten Umsatzanteil ausmacht, aber auch Equipment wie Schlafsäcke, Zelte und Rucksäcke gehören zum BLACKYAK Angebot. 

Erste Auslandserfahrungen hat man schon in China sammeln können, wo BLACKYAK seit 1998 tätig ist. Zunächst nur mit einem einzigen Geschäft in Peking, inzwischen aber mit 166 Verkaufsstellen, etwa 100 davon sind Monomarkenstores. Seit 2016 ist BLACKYAK nun auch mit der globalen Kollektion mit großem Erfolg in Europa vertreten, dem Kontinent, der den Alpinismus von heute so maßgeblich geprägt hat. 

Ein Schritt, der Geschichte schreiben könnte, denn bislang verliefen die internationalen Handelsrouten immer nur in die andere Richtung: die Europäer exportieren ihre Marken nach Asien, aber asiatische Marken mit dem gleichen Selbstbewusstsein in Europa anzubieten, ist noch ungewöhnlich. Der Erfolg jedoch gibt dem globalen Team um Maximilian Nortz recht. Seit 2017-2018 stehen nun auch die USA und Kanada im Fokus, wo sich BLACKYAK ebenfalls auf dem besten Weg befindet, sich als hochtechnischer Outdoor-Ausrüster am Markt zu etablieren. 

Heute leitet der Gründersohn Jun Sun Kang das Unternehmen, das 1996 in „BLACK-YAK“ umgetauft wurde. „The Himalayan Original“ ist von Anbeginn der Leitgedanke der naturverbundenen Marke mit dem stilisierten Yak-Kopf im Logo. Dabei sehen Jun Sun Kang und sein Vater im Yak mehr als nur ein hübsches Himalaya-Motiv. Es ist vielmehr die Bedeutung des Yaks für das Überleben im Himalaya, die mit dem Tier symbolisiert werden soll und an die die Marke BLACKYAK mit seinen Produkten anknüpfen will. Für Bergsteiger ist der Yak unentbehrlich für das Gelingen von Expeditionen – für die im Himalaya lebenden Menschen ist er das ohnehin. Von diesen Eigenschaften lassen sich die Designer und Produktentwickler von BLACKYAK bis heute bei der Ideensuche leiten.

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