Outdoor-History: HEAD Ski Company

1950 an der US-Amerikanischen Ostküste: Howard Head gründet die HEAD Ski Company in Timonium, nördlich von Washington DC. Drei Jahre zuvor arbeitete er noch als Flugzeugingenieur, war aber bei seinem ersten Skiausflug über die schwere und steife Ausrüstung enttäuscht. Für den 33-jährigen Head entsprachen die Holzlatten einfach nicht mehr dem Stand der Technik und so tüftelte er eine geniale Idee aus. Er legt mit seiner entwickelten Metallsandwich-Bauweise einen Grundstein des Alpinsports, der heute gängig und überall verbreitet ist. (Titelbild: Vom Flugzeugingenieur zum Skipionier: Howard Head)

Heads Ski Company konnte sich schon bald am Markt etablieren. In den Folgejahren wurden, ebenfalls noch in den USA, die HEAD Ski Sportswear Inc. und die HEAD Tennisproduktion gestartet. Zu dieser Zeit besaß Head bereits die US-Patente für Laminatski, übrigens aber auch für den übergroßen Tennisschläger. Sein entwickelter Graphittennisschläger wurde bald zum Standard und revolutionierte, ähnlich wie schon beim Skisport, die Tennisbranche.

Das Head Rennlauf-Team in den 1990er Jahren.

1969 gelangt die HEAD Ski Company erstmals auf europäischen Boden. Im Vorarlberger Kennelbach, unweit von Bregenz, sitzt HEAD seitdem strategisch gut im Dreiländereck Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wieder vergingen beinahe 20 Jahre, die HEAD Ski Company hat mittlerweile den Skischuhhersteller Brixia aufgekauft, da beschäftigt Head mehr als eintausend Mitarbeiter in Vorarlberg. 1996 kam der erste Carvingski. 1998 stellt HEAD den ersten Skischuh her. 2001 folgen die ersten Snowboards, 2007 dann Skibindungen. 

HEAD ist seitdem aus dem Wintersport nicht mehr wegzudenken. Spitzensportler aller Disziplinen repräsentieren heute HEAD und feiern mit fortschrittlichen Equipment bedeutende Erfolge. Unzählige der von HEAD entwickelten Innovationen und Produkte, prägen die Sportgeschichte der letzten Jahrzehnte. Besonders in den 90ern waren Patrick Ortlieb, der heutige Leiter des Race Departments in Kennelbach, Rainer Salzgeber und Andreas Schifferer erfolgreich. Olymisches Super-G Gold für Ortlieb auf Ski. Schifferer wurde neunfacher österreichischer Meister, mehrfacher Weltcupsieger, gewann Bronze bei den Olympischen Spielen 1997 und 2002. Die Liste ist lang! Zuvor aber war 1995 ein besonders zukunftsweisendes Jahr für die Marke Head, als der begeisterte Sportler Johan Eliasch die Firmengruppe übernimmt und als CEO und Chairman die Leitung übernimmt – Der Startschuss zum Aufschwung zur Weltmarke im Ski und Tennisbereich.

Ein stetiger Fortschritt ist seitdem im Hause HEAD zu beobachten. In der Saison 02/03 wurde das Intelligence System eingeführt, die erste Technologie von HEAD, die auf Piezoelektronik basiert. Dabei reagieren spezielle Fasern im Ski, die Intellifibers, auf die Krafteinwirkung des Fahrers. Sie produzieren elektrische Energie, die den Ski insgesamt versteifen. Die Folge: eine höhere Rückstellkraft und Torsionssteifigkeit. 05/06 erblicken die ersten Supershape Modelle das Licht der Wintersportwelt. Diese Modellreihe hat sich seit der Einführung zu Größe im Skibereich entwickelt und ist maßgeblich verantwortlich für den Erfolg der Marke Head. Der Supershape i.Magnum (seit dieser
Saison e-Magnum) ist der meistverkaufte Ski der Welt und genießt einen hervorragenden Ruf. 2020 feiert HEAD 15 Jahre Supershape.

In all den Jahren konnte HEAD eine immer beeindruckendere Gruppe Spitzensportler vereinen. Der US-Skirennläufer Bode Miller. Der Schweizer Abfahrts-Spezialist Didier Cuche. Die schwedische Olympia-Goldgewinnerin Anja Pärson. Aksel Lund Svindal, der norwegische Ausnahmeathlet, ein Allrounder auf Ski.

Aksel Lund Svindal war es auch, der stark in eine brandneue Entwicklung von HEAD eingebunden war. Die erfolgreiche Einführung der EMC Technologie in dieser Saison profitierte stark vom Feedback Aksels. Die EMC Kollektion ist auch deswegen die stärkste und am weitesten entwickelte Kollektion seit Firmengründung: klassische Rennski, die Carving-Maschinen der Supershapes-Serie und der Power Joy, den völlig neuen Hochleistungsski für erfahrene Renn-Skifahrerinnen, die einen agilen und dennoch kraftvollen Ski brauchen. Die EMC Technologie trägt dabei zur aktiven Beruhigung und Stabilisierung der Ski bei. Sie basiert ebenfalls auf der bereits erwähnten Piezoelektronik und ist bis dato die ausgereifteste Technologie in diesem Bereich, immer mit dem Ziel, störende Vibrationsfrequenzen aktiv und gezielt aus dem Ski herauszufiltern. Durch Vibrationen, denen der Ski beim Fahren ausgesetzt ist, entsteht kinetische Energie, die von einem Piezochip in einem bestimmten Frequenzbereich (60-80Hz) in elektrische Energie umgewandelt wird. Diese Energie wird durch einen Graphene Carbon Leiter geschickt und trifft am Ende auf einen Widerstand. Mit Hilfe dieses Widerstandes wird die Energie dem Ski entzogen, d.h. die störenden Frequenzen werden eliminiert und der Ski beruhigt sich – er liegt satter auf der Piste. Dieses System arbeitet dauerhaft und ist das weltweit einzige elektronische Skimanagement System auf dem Markt. Ein echter Meilenstein!

Mit der EMC Technologie schreitet die HEAD Ski Company einen großen Schritt voran. Spitzensportler werden auch weiterhin die maximale Performance der HEAD Produkte genießen und mit ihrer Hilfe auch in Zukunft Welterfolge einfahren können. Das Schöne: In den Genuss von EMC dürfen bei weitem nicht nur Weltmeister kommen. Auch Kollektionen für Breitensportler sind mit der Technologie ausgestattet, dem elektronischen Kontrollsystem, das den Ski ganz gezielt harmonisiert und stabilisiert.

Text: Benni Sauer

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