ROSE BIKES

Der Bike-Bauer mit mehr als 100 Jahre alter Tradition und zukunftsorientiertem Blick nach vorn.

1907 in Bocholt. Heinrich Rose eröffnet ein kleines Fahrradgeschäft, das er ein viertel Jahrhundert später an seinen Sohn Heinrich Rose junior weitergibt. Rose verkauft im Sommer Fahrräder, in der kalten Jahreszeit dagegen vertreibt er Nähmaschinen. 1982 führt Erwin Rose das Geschäft weiter und importiert als einer der ersten Europäer überhaupt japanische Räder. In dieser Zeit startet auch der Versandhandel. Bald schon muss das Unternehmen vergrößert werden. Neue Versandlager werden 1994 gebaut. Außerdem führt Erwin Rose die kanadische Radmarke „Red Bull“ ein. Der erste Webshop geht 1998 online, der bis heute 80% des Umsatzes erwirtschaftet. 2011 dann ein weiterer Meilenstein: Erwin Rose, Stefanie Rose und Thorsten Heckrath-Rose wagen einen großen Schritt und bringen Räder unter der ROSE-Eigenmarke auf den Markt. 

Seitdem hat sich viel getan. Das Unternehmen beschäftigt 480 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ohne dabei den Charme eines Familienunternehmens verloren zu haben. „ROSE Bikes ist für unsere Mitarbeiter nicht nur Arbeit. Ich merke jeden Tag, wie sie fürs Bike brennen. Für viele verbindet es Beruf mit Freizeit. Für mich auch. Dieses Glück hat man nicht überall.“ Das sagt der heutige Geschäftsführer Thorsten Heckrath-Rose, der damals wie heute den Hauptstandort in Bocholt führt. 

Und so wurde aus einem mehr als einhundert Jahre alten Unternehmen ein zukunftsorientierter Marktführer, der mittlerweile nicht nur selbst Räder baut, sondern gleich auch das nötige Zubehör mitvertreibt, zum Teil sogar selbst entwickelt: Bekleidung, Ersatz- und Einzelteile, Werkzeug – eben alles was das Biker-Herz begehrt. Noch dazu hat sich die ganze Rose-Familie einem Nachhaltigkeitskodex verschrieben, der außerordentlich ernstgenommen wird. Denn das Fahrrad hilft der Gesellschaft, zukunftsfähig zu werden:  Durch das Engagement von ROSE für Mobilität und Umwelt, den schonenden Einsatz von Materialien und Ressourcen sowie einen verantwortungsvollen und fairen Umgang mit Handel und Menschen will ROSE diesen positiven Effekt deutlich steigern. Der Nachhaltigkeits-Kodex von ROSE verpflichtet alle Mitarbeiter, die dort definierten Visionen, Ziele und Missionen umzusetzen und einzuhalten. Sechs Punkte spielen für die Bike-Bauer dabei eine entscheidende Rolle: Förderung der klimaschonenden Mobilität und der Einsatz nachhaltigerer Materialien. Ein energiearmer Handel, Transport und Retourenvermeidung. Soziale Verantwortung und faire Arbeitsbedingungen. Umweltfreundliche Produktions- und Arbeitsstätten. Und letztendlich eine Recycling-Garantie, über die Thorsten Heckrath-Rose im Interview mehr erzählen wird. 

Im Interview: Rose Geschäftsführer
Thorsten Heckrath-Rose

Guten Tag Herr Heckrath-Rose. Wie hat sich der Bike-Markt in den letzten Jahren gewandelt und was unternimmt ROSE um weiterhin ganz vorne mitzuspielen?

Es gibt sehr viele Entwicklungen, die den Markt entscheidend verändert haben. Allen voran die Elektrifizierung, die mittlerweile fast alle Segmente erfasst hat. Durch die Elektrifizierung hat sich das Mobilitätsverhalten deutlich gewandelt. Die Reichweiten haben sich dadurch stark vergrößert, die Radfahrer trauen sich Strecken und Profile zu, die sie ohne E-Antrieb nicht bewältigen würden. Insgesamt steigen einfach mehr Leute auf das Rad. So ist das Fahrrad in vielen Bereichen zu einer echten Alternative zum Auto geworden und damit steigt auch das Qualitätsbewusstsein und die Ausgabebereitschaft. Jetzt muss vor allem die Infrastruktur modernisiert werden, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. Die meisten Radwege sind für E-Bikes und das hohe Aufkommen an Radfahrern ungeeignet und sogar gefährlich. Daher setzen wir uns aktiv für eine Verbesserung der Infrastruktur ein und suchen gezielt den Dialog mit Politikern und Kommunen. 

Das ist die Entwicklung auf der Straße. Was geschieht hinter den Kulissen im Hause ROSE?

Die Elektrifizierung ermöglicht es uns in den kommenden Jahren, die Bikes durch konnektive Module intelligenter zu machen und Services passend zum Nutzungsverhalten zu personalisieren. Wir haben ein starkes Entwicklungs- und Designteam aufgebaut, das die Bikes passend auf die jeweiligen Einsatzzwecke hin konstruiert. Unsere Designs sind so attraktiv, dass man richtig stolz auf sein Bike sein kann, so wie man das früher vom Auto kannte. Auch das ist eine große Veränderung: Die Wahrnehmung in der Gesellschaft ist völlig anders. Heute gehört statt einem Auto ein cooles Rad in die Einfahrt.

Welche Rolle spielen bezüglich dieser Entwicklung die Rose-Bike-Stores?

Eigene Stores und Kooperationen wie mit Globetrotter, Breuninger, L&T und Reischmann sind wichtig, damit wir nah am Kunden sind. Wir wollen damit erreichbar und nahbar sein, um einerseits eine perfekte Beratung und die benötigten Serviceleistungen zu erbringen. Außerdem können wir so im engen Austausch mit unserer Community sein. Das ist die perfekte Ergänzung zu unseren digitalen Kanälen, die für uns was Reichweite und Umsatz angeht am wichtigsten sind. Mit dieser Präsenz auf allen wichtigen Kanälen können wir extrem kundenorientiert arbeiten, von der Produktentwicklung bis hin zum After Sales Service und unsere Kunden können frei und intuitiv entscheiden, auf welchem Weg sie mit uns in Kontakt treten.  Da wir so nah dran sind, gehen keine wichtigen Infos verloren und wir sind extrem schnell.

Sind auch schon weitere Neueröffnungen in Planung?

In diesem Jahr werden wir in Köln einen weiteren Store eröffnen und für 2022 soll der zweite Schweizer Store sowie eine Reihe von Stores in Einkaufscentern entstehen. Damit werden wir im Laufe des nächsten Jahres auf jeden Fall auf über 20 Flächen vertreten sein.

Die Rose-Athleten-Familie unterdessen wächst und wächst. Manuel Neuer, Felix Neureuther, Angelique Kerber. Wie kommt solch eine Elite-Truppe überhaupt zustande?

Voraussetzung hierfür ist, dass man gemeinsame Werte und Ansichten hat. Und wir arbeiten mit Athleten zusammen, die authentisch und radbegeistert sind. Manuel Neuer ist zum Beispiel schon lange begeisterter Rennradfahrer und verbringt viel Zeit im Sattel. Er ist sogar schon mehrfach einen Alpencross gefahren und so ist beispielsweise unser Langstreckenbike Reveal für ihn die richtige Wahl. Die Motivation zum Radfahren und welches Bike am besten dazu passt stellen wir in unserer Rubrik Selected By vor.

Welche Message tragen diese Sportler für ROSE?

Unser gemeinsames Ziel ist es, noch mehr Menschen auf das Rad zu bringen, egal ob in der Freizeit und im Sport oder beim Pendeln zur Arbeit. Dafür macht es natürlich total Sinn, wenn sich die besten Sportler ihrer Disziplin mit der besten Bike Marke zusammenschließen. So können wir gemeinsam zum Radfahren motivieren. 

E-Bike Boom und Corona-Krise: Die Bike-Shops sind teilweise wie leergefegt. Wie ist die Situation in Bocholt und ist in absehbarer Zeit mit einer Entspannung der Situation zu rechnen?

Wir haben uns aufgrund unserer Wachstumspläne und der sich abzeichnenden, pandemiebedingten Engpässe bereits frühzeitig mit großen Mengen eingedeckt und mieten dafür sogar zusätzliche Lagerflächen an. In einigen Segmenten sind wir daher sogar aktuell ganz gut lieferfähig. Trotzdem fehlen hin und wieder Komponenten oder Lieferungen kommen später als geplant, wie zuletzt fast 4.000 Federgabeln, die mit der Ever Given unterwegs waren. Die Knappheit zieht sich durch alle Produktsegmente und beeinflusst die Verfügbarkeit von Bikes und Ersatzteilen gleichermaßen.

Kann man diesbezüglich schon eine vorsichtige Prognose machen?

Es sieht aber so aus, als wäre der Peak mittlerweile erreicht. Die Lage wird sich im Laufe der nächsten Monate stabilisieren, so dass alles wieder zuverlässiger planbar wird. Längere Lieferzeiten und steigende Preise werden uns aber sicher trotzdem noch eine Weile begleiten.

Wohin entwickelt sich ROSE selbst? Welche Produkte stehen in den Startlöchern und woran tüfteln die einzelnen Abteilungen?

Die Elektrifizierungsoffensive geht weiter. Man erkennt einen klaren Trend bei E-Bikes zu leichten und urbanen Konzepten. Da wird es beispielsweise im Frühjahr ein ganz spannendes, völlig neues Bike geben. Auch bei den E-Mountainbikes und in den anderen Segmenten wird sich einiges tun. Ansonsten wird sich weiterhin viel um Design-Integration drehen, die Bikes werden unglaublich stylish und trotzdem funktional. Beim Zubehör gibt es ein neues Projekt, das sich um Diebstahlschutz dreht. Und auch bei Bike Fashion geben wir ordentlich Gas und haben vor, unsere Kollektion ordentlich auszubauen. 

Spielt auch wieder die Digitalisierung eine Rolle?

Auf jeden Fall! Wir haben uns dank unserer Digital-Unit (ROSE Digital in Essen) zum digitalen Leader der Branche entwickelt und arbeiten mit Hochdruck weiter daran, unsere digitalen Kanäle auszubauen, neue Technologien zu testen, um uns fit für die Zukunft zu machen und mit diesen Technologien die Brücke zwischen Produkt und Bikern zu schlagen. 

Noch ein letzter Satz zum Thema Nachhaltigkeit bei ROSE.

Bei uns dreht sich sehr viel um Nachhaltigkeit und Mobilitätswende. Bis 2025 werden wir klimaneutral, haben gerade als erste Bike-Marke eine Recycling-Garantie für Bikes ausgesprochen: Irgendwann ist auch beim besten Fahrrad das Ende des Lebenszyklus erreicht. Um schon beim Kauf sicherzustellen, dass eine umweltgerechte Weiternutzung von Wertstoffen und eine fachgerechte Entsorgung nicht recyclingfähiger Materialien erfolgt, arbeiten wir kontinuierlich daran, die Umweltbilanz auch an dieser Stelle zu optimieren. Die Demontage und das Recycling sind dabei kostenfrei! Darüber hinaus, werden ein Treiber sein, wenn es um die Entwicklung und den Einsatz neuer, nachhaltiger und möglichst nachwachsender Rohstoffe geht. Uns wird definitiv nicht langweilig.

Daran besteht kein Zweifel!
Danke für das Interview und alles Gute!

Text: Benni Sauer

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