ROSE BIKES x Felix Neureuther

ROSE BIKES Shooting
Mit Neureuthers über Garmisch

Titelfoto: © Sebastian Stiphout

Über den Schaufenstern mitten in Garmisch-Partenkirchen prangen zwei Schilder. Zwei Namen, Rosi Mittermeier und Christian Neureuther, sind auf ihnen zu lesen. Zwei Ski-Asse der 70er-Jahre. Er geboren hier in Garmisch, sie in Reit im Winkl, ein paar Bergketten weiter im Osten. Mit ihrem Sohn Felix Neureuther sind wir heute verabredet.

Es ist noch am frühen Morgen. Die Sonne zieht schräg hinter dem Wank hervor, blitzt hier und da durch eine der wenigen Wolkenlücken und lässt uns schemenhaft einen Felsgipfel erahnen. Später, so besagt es die Wettervorhersage, da soll es aufreißen und der Blick auf die verschneiten Bergriesen frei werden. Sebastian Stiphout schaut nach oben, schultert den schweren Fotorucksack und reibt sich die Hände. Der Blick des Fotografen verrät mir, dass es ein guter Tag werden wird.

Wenig später rollt ein weißer Van auf den Parkplatz. Gebi, der direkt aus dem ROSE-Store München kommt, begrüßt uns freundlich und händigt die Spielzeuge für den Tag aus. Eine kurze Einweisung in die Bikes gibt es natürlich inklusive. Der Fotograf bekommt ein Modell mit Akku. Wir dagegen dürfen noch selbst in die Pedale treten. Ob die Kondition ausreicht? Warum nur Sebastian ein E-Mountainbike fährt? Am Ende des Tages werden wir schlauer sein.

Schließlich rollen pünktlich Felix und Miriam Neureuther ein. Eine kurze, nette Begrüßungsrunde, kurze Abstimmung über die Route und schon rollen wir bergauf. Wobei rollen nur bei Felix, Miriam und natürlich Sebastian zutreffend ist. Wir fallen schon bald zurück, strampeln hechelnd bergauf und trösten uns damit, dass wir immerhin von Profisportlern, von mehrfachen Weltmeistern abgezogen werden.

Felix gewann fünf Weltmeisterschaftsmedaillen und ist im Weltcup mit 13 Siegen Deutschlands erfolgreichster Skirennläufer. Miriam (geb. Gössner) war Biathletin und Skilangläuferin. Olympisches Silber. WM-Gold. Auch Miriams Erfolgs-Liste ist lang und Felix klärt uns beiläufig über ihre Fitness auf, als sie schon längst hinter der nächsten Geländekuppe verschwunden ist. 2016 nämlich, da tauschte Miriam kurzerhand ihre Ski gegen das Mountainbike und trat bei den Deutschen Meisterschaften im Sprint an – mit beachtlichem Erfolg: Miriam wurde im kleinen Finale Zweite und damit insgesamt Sechste!

Als wir die Konditionsbolzen eingeholt haben, posieren diese schon auf der grünen Wiese. Diese Fotopausen für ROSE BIKES ermöglichen es uns, mit Miriam und Felix im Gespräch zu bleiben. Man verquatscht sich. Sebastian schaut derweil schon nach den nächsten Fotospots, wobei ihm natürlich der Akku behilflich ist. Er ist uns immer einen Schritt voraus, wartet hinter der nächsten Kurve, mit gezückter Kamera, mit ruhigem Puls und ruhigem Händchen. 

Während der Tour unterhalten wir uns über die ganz banalen Dinge des Alltags. Neureuthers zeigen uns dabei ihre schöne Heimat. Felix erzählt von der Römerstraße und den Lüftlmalereien im Ortskern, gibt aber auch Hinweise zum imposanten Bergpanorama. Karwendel und Wetterstein blitzen jetzt immer häufiger durch die Wolken und als der Blick zum Jubiläumsgrat, der langen, alpinen Tour zwischen Alpspitze und Zugspitze frei wird, da unterhalten wir uns über die Erlebnisse, die wir beide schon dort oben erleben durften. Neureuthers erzählen, wie sie zum ROSE-Team gekommen sind, was ihnen daran gefällt. Wir unterhalten uns über die Zeiten als Profisportler, über die Felix Neureuther Stiftung und nicht zuletzt über Alltagssport und Ernährung. Mountainbiken, Skifahren, Bergsteigen, Biathlon. Bewegungsmangel gibt es bei Neureuthers auch nach der Karriere nicht. 

Bergauf, bergab. Über Wurzeltrails und Schotterpfade. Wir haben Spaß, genießen gemeinsam die tollen Bikes und lassen uns irgendwann auf einer sonnigen Bank nieder. Von hier können wir gut den geplanten Weiterweg einsehen. Dazu wird es allerdings nicht mehr kommen. Zu lange plaudern wir in der Sonne, staunen über die noch schneebehangenen Karwendel-Nordwände und lauschen Felix und Miriams Geschichten. Text: Benni Sauer


Die ROSE BIKES
aus dem Shooting mit Felix und Miriam Neureuther

© Sebastian Stiphout

Hard-Facts: Gemacht für heftige Trails in technischem Gelände. 

Felix Neureuther setzt auch im Sommer auf High-End-Equipment, auf Speed und Adrenalin. Mit dem ROSE Root Miller fand der Ex-Skistar sein Mountainbike: leicht, robust, zuverlässig. Die Piste tauscht er dafür im Sommer einfach gegen die Trails seiner Heimat, in den Bergen um Garmisch-Partenkirchen. „Ich liebe am Mountainbiken, dass ich in den Bergen bin. Und vor allem, dass ich auch an Orte komme, an denen man seine Ruhe hat – wo nicht alle anderen sind. Das macht es für mich sehr speziell.“

Das Root Miller ist ein durchdachtes Fully, bei dem der Name Programm ist: Bei Wurzeln und Jumps bietet das Bike volle Kontrolle. Mit 15,3 Kilogramm, einem Federweg von 150mm – vorne wie hinten – und dem clever designten Aluminiumrahmen, fühlt sich Felix bergab, aber auch bergauf pudelwohl. Die neue Rahmengeometrie ermöglicht nämlich eine zentrierte Position, einen flacheren Lenk-, und einen steileren Sitzwinkel. Die zwölf Gänge der XT/SLX Mix-Schaltung, decken eine große Bandbreite ab und erlauben dabei leise und gleichmäßige Schaltvorgänge. Ein Rock Shox Debonair Deluxe Select+ RT-Dämpfer kontrolliert den Hinterbau, sein Maxima Plush Fluid bringt beste Performance und noch bessere Fahrqualität. Sensibel und robust dämpft das Bike so selbst die gröbsten Unebenheiten!

© Sebastian Stiphout

Hard-Facts: Das Topseller-Hardtail für Gelände und Alltag!

Miriam Neureuther: Ehemalige Profibiathletin und -skilangläuferin, Ehefrau von Felix und zweifache Mutter, die auch nicht davor zurückschreckt, aus dem nichts heraus bei den deutschen Mountainbike-Meisterschaften anzutreten. „Für mich muss es nicht die eine Sportart sein. Ich bin eine Allrounderin – genau wie mein ROSE Mountainbike. Das funktioniert im Wettkampf, aber auch beim Familienausflug.“ Normalerweise schwingt sie sich auf das ROSE Ground Control, einen vielseitigen Allrounder für Tour- und Trailspaß. Für das Shooting aber tritt sie in die Pedale des ROSE Count Solo. 

Unter 13 Kilogramm wiegt der Cross-Country-Racer, der mit der Shimano Deore M6100 -Gruppe ausgestattet ist – eine Referenz im MTB-Segment, technisch überragend, leicht im Gewicht und mit schönem Finish versehen. Die Düroc 30 Comp Laufräder entspringen dem Hause Sunringle, sind äußerst robust, wirtschaftlich und bilden die Basis für jahrelanges, unbekümmertes Vergnügen mit dem Bike. Die verschiedenen, wettbewerbsfähigen Komponenten werden von einem leichten und hochwertigen Aluminiumrahmen verbunden. Miriam nach dem Shooting: „Das Ground Control ist ein wunderbares Bike für Einsteiger, auf dem sich sogar Profis wohlfühlen: Hochwertig verarbeitet, tolle Ergonomie und dazu auch noch echt preiswert!“ Text: Benni Sauer


Interview mit den ROSE-Athleten
Miriam und Felix Neureuther

© Sebastian Stiphout

Miriam und Felix, jetzt sitzen wir in der Sommersonne auf einer grünen Wiese. Habt ihr euch nach eurer Profi-Karriere etwa zu Sommermenschen entwickelt?
Miriam: Wir sind nach wie vor Wintermenschen. Im Winter waren wir von früh bis spät mit den Kids im Schnee. Wir kennen die Region so gut, finden immer etwas zu tun und sind wahnsinnig glücklich hier zu wohnen! Mit den Kindern wird aber natürlich grade jetzt im Sommer vieles einfacher. Das genießen wir sehr. 

Wie verlief denn euer Winter, der ja für die meisten Menschen sehr ruhig war?
Miriam: Eigentlich sehr schön. Natürlich ist es schade, dass wir nicht so viel Skifahren konnten, aber dafür blieb sehr viel Zeit für unsere junge Familie. Unsere Tochter haben wir einfach den Berg hochgezogen und sie abfahren lassen. Ansonsten waren wir viel beim Langlaufen und Skitourengehen. Das war allerdings nur unter der Woche möglich. Am Wochenende war es hier schlicht zu voll.

Felix: Wir haben ganz einfach versucht, aus der Situation das Beste zu machen. Wir haben Schneeburgen und Bobbahnen im Garten gebaut. Da die großen Wintersportevents stattgefunden haben, konnte ich meiner Arbeit nachgehen. Das lief alles aus dem Fernsehstudio in München – bis auf das Skirennen in Garmisch, da war ich natürlich vor Ort.

Wie seht ihr eigentlich die Zukunft des Wintersport, z. B. in Bezug auf den Klimawandel?
Felix: Ich bin kein Freund von der Erschließung neuer Gebiete. Das was wir haben sollten wir dagegen erhalten. Mit dem Geld, das in Neuerschließungen fließt, oder fließen soll, müsste eigentlich die Nachhaltigkeit des Wintersports finanziert werden. Wie wird der Schnee produziert? Wie wird die Energie erzeugt? Wie kann der Verkehr besser gesteuert werden? Das sind die eigentlichen Fragen, die wir uns stellen müssen.

Miriam: Wir sind auch keine Freunde des Massentourismus, auch wenn natürlich jeder das Erlebnis Berg fühlen können soll. Nur so begreifen die Menschen wirklich, was da geschützt werden muss. 

Felix: Die Menschen müssen emotionalisiert werden. Andere Möglichkeiten wären Reglementierungen oder Preiserhöhungen. So könnte auf Dauer auch die Qualität einer Region erhöht werden. Darüber hinaus ist es natürlich immer ganz entscheidend, die Gletscher zu schützen!

Felix, 2018 warst du in Topform und hattest es auf eine Medaille in Südkorea abgesehen – um diese dann nicht anzunehmen. Was hat es damit auf sich?
Felix: Die Richtung, die das Internationale Olympische Komitee (IOC) eingeschlagen hat, hat für mich nichts mehr mit den Grundwerten des Sports zu tun. Was da heute los ist, war für mich als Kind nicht der Grund mit dem Skisport anzufangen. Der Gedanke der Olympischen Bewegung wird mit Füßen getreten. Korruption, Doping, Kommerz. Der olympische Grundgedanke findet faktisch nicht mehr statt. 

© Sebastian Stiphout

Aber wem genau macht ihr denn nun den Vorwurf?
Miriam: Dem IOC! Der Kommerz steht im Vordergrund. Es geht alles nur noch ums Geld, von dem wahnsinnig viel in die Funktionärs-Taschen fließt! Wir hatten früher echte Helden im Olympiasport. Das darf nicht verlorengehen.

Felix: Sotschi, Pjöngjang, Peking. Da werden Menschenrechte verletzt und unnötige Stadien erbaut. Auch das IOC muss anfangen nachhaltiger zu denken! Garmisch hat sich gegen eine Olympia-Bewerbung ausgesprochen. Ebenso Tirol, die Schweiz, Oslo und Stockholm. Die Menschen wollen echte Werte und ehrlichen Sport – und entscheiden sich deswegen gegen Olympia. Leider war ich 2018 in Südkorea verletzt und ich konnte meinen Plan nicht umsetzen. Das war sicher der bitterste Moment meiner Karriere. 

Gerade habt ihr die Kindheitshelden angesprochen. Wie verlief den eure Jungend, besonders deine Felix?
Felix: Meine Eltern waren extrem berühmte Skifahrer. Aber ihre Kinder haben sie nie zum Skifahren gedrängt und genau so werde ich das natürlich meinen Kindern weitergeben. Der große Druck kam ausschließlich von der Öffentlichkeit. Diesem Druck konnte irgendwann kaum noch standhalten. Damals war ich Anfang 20 und wäre deswegen fast gescheitert. Plötzlich aber konnte ich diesen Druck genießen. Ich empfand ihn als etwas Schönes, habe die Druckmomente geradezu herbeigesehnt. Heute vermisse ich sie sogar.

Dabei hattest du während deiner Karriere nie die Hilfe eines Mentaltrainers?
Felix: Nein! Man hat mir zwar gesagt, dass ich das machen sollte, aber ich konnte diesen Trainern nur fünf Minuten zuhören, bevor ich abgeschaltet habe. Ganz einfach, weil die Menschen meine Situation noch nie selbst erlebt haben. Was wollen die denn mir erklären?  Natürlich gibt es da auch echt Gute, aber für mich war das nie etwas. Ich wollte nie auf eine andere Person angewiesen sein. Mein Plan war vielmehr selbst Erfahrungen zu sammeln, um daraus zu lernen, wie ich unter Druck funktioniere. 

Miriam: Es gibt schon Mental-Trainer, die dir eine Technik lehren können, wie du zum Beispiel mit Nervosität besser umgehen kannst. Das ist aber nicht vergleichbar mit den extremen Druckmomenten vor einem Wettkampf.

Felix, wie funktionierst du denn?
Felix: Um die Antwort auf diese Frage zu finden, habe ich selbst einige Jahre gebraucht. Der Knackpunkt war die Weltmeisterschaft in Garmisch, wo ich komplett an der Situation zerbrochen und gescheitert bin. Da dachte ich mir, dass ich einfach alles anders machen muss als bisher – denn so funktioniert es ja offensichtlich nicht! Damals wollte ich es allen recht machen. Ich habe mich im Hotelzimmer versteckt, nur trainiert und wollte nichts falsch machen.

Dann kam die nächste WM in Schladming – damals ging es ja fast nur um das Große Hirscher-Neureuther-Duell. Ich ging die Sache vollkommen anders an, habe alles genossen, mit den Fans Späße gemacht, habe mit den Streckenhelfern geplaudert und mich auf einem kleinen Bauernhof etwas abseits einquartiert. Da waren auch nicht die Funktionäre, die mich eh nur aufgeregt hätten. Das war schön. Und so habe ich auch funktioniert. Ich muss genießen, was ich mache!

Ist das auch der Grund, warum ihr heute im ROSE-Athleten-Team seid?
Miriam: Ja, ich radel total gerne und ROSE hat uns irgendwann einfach gefragt, ob wir nicht dabei sein wollen. Zwar sind momentan Mountainbiketouren mit den Kids nicht ernsthaft umsetzbar, aber letztes Jahr haben wir uns zum ersten Mal einen Babysitter organisiert und sind gemeinsam zwei Stunden beim Biken gewesen. Wir haben uns gefühlt wie neue Menschen!

Felix: Wir haben uns die steilsten Trails hinuntergestürzt! Uns hat es bei der Abfahrt beide ein paar Mal überschlagen. Aber es war schön [lacht]. Für mich war das Radeln sowieso immer schon großer Bestandteil des Trainings. Außerdem waren schon einige gute Bekannte im ROSE-Team, Manu Neuer zum Beispiel, Angelique Kerber und Leon Draisaitl. ROSE ist ganz einfach ein sympathisches Familienunternehmen. Da passt alles!

© Sebastian Stiphout

Als wäre das alles nicht genug, gibt es seit 2020 die Felix-Neureuther-Stiftung. 
Felix: Ja, das ist mein Herzensprojekt. Mit Anfang 20 habe ich ja schon erstmals ein Kindercamp organisiert und finanziert. Ich wollte Kinder motivieren, als ich selbst noch aktiv war. Das Camp wurde extrem gut angenommen und hat auch mir enormen Spaß bereitet.

Miriam: Im Urlaub haben wir dann eine Familie gesehen, die abends am Esstisch saß, während jedes Kind an zwei Tablets gleichzeitig spielte. Die Eltern haben ihre Kinder deswegen sogar gefüttert. Wir haben uns geschworen, dass wir Handys und Tablets am Esstisch niemals dulden werden. 

Felix: Die Idee haben wir weitergesponnen. Die Zukunft muss anders aussehen. Kinder müssen sich bewegen. Digitalisierung hin oder her. Gemeinsam mit der TU München haben wir dann Bewegungsprogramme entworfen und wissenschaftlich evaluiert. In der Politik wollten wir damit etwas bewegen, was aber enorm schwierig war. Also gründeten wir die Stiftung, gaben und geben Vollgas und haben schon sehr viel erreicht. Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, der ihnen in unseren Systemen mit der Zeit genommen wird. Letztendlich können sich aber Kinder, die sich draußen in der Natur bewegen, besser konzentrieren, sie sind ausgeglichener. Nur so können Kinder gesund in die Zukunft gehen!

Da wünschen wir auch weiterhin viel Erfolg mit der Stiftung und ein schönes Familienleben! Vielen Dank!

Interview: Benni Sauer

Kommentar verfassen