Start in die Bikesaison

Wie machts der Profi?

Wir alle haben die wärmeren Tage herbeigesehnt. Gerade für die ambitionierteren Sportler unter euch lässt sich an der individuellen Form einfach besser bei gutem Wetter arbeiten. Nadine Rieder ist eine von Deutschlands Top-Mountainbikerinnen. Das Ausnahmetalent aus Sonthofen im Allgäu in Diensten des „Ghost Factory Racing Team“ hat bis auf Ausnahmen natürlich ebenfalls die „strengen“ Winter als Herausforderung. Mit uns teilt Sie Eindrücke zu ihrer Vorbereitung auf die Saison und gibt euch noch Tipps für einen fitten Start in die „echte“ Saison.

Nachdem meine Saison schon immer im März/April beginnt und die ersten Weltcups bereits im Mai stattfinden, ist die Vorbereitung im Winter von sehr hoher Bedeutung. Da die Bedingungen im Allgäu auch für Alternativsportarten perfekt sind, verbringe ich neben den Einheiten auf dem Rad (oder auf der Rolle) auch Zeit auf Langlauf-oder Tourenski. Hier kann man die allgemeine Fitness und die Kondition bestens verbessern. Die spezifischen Einheiten müssen dann natürlich auf dem Rad stattfinden. 

Dieses Jahr hatte ich die Möglichkeit, drei Wochen auf Madeira zu verbringen. Hier konnte ich dank der vielen Trails und gebauten Strecken an der Verbesserung meiner Abfahrtfähigkeiten arbeiten. Die Insel ist extrem steil und man sollte bei einer Reiseplanung dorthin im Hinterkopf behalten, dass man eventuell auch hin-und wieder einen Shuttle-Service in Anspruch einplanen sollte. Nachdem ich dann fünf Tage zuhause war, ging es schon weiter ins Teamcamp nach Massa Marittima/Toskana (ITA). Diese Region ist auf jeden Fall für alle Biker und Genussmenschen ein Muss. Nicht nur unzählig viele Trailmöglichkeiten, sondern auch tolle Straßen mit beeindruckender Landschaft für Einheiten auf dem Straßenrad sind gegeben. 

Zum Abschluss des 3-wöchigen Camps stand dann auch schon der erste Wettkampf der Saison an. In Andorra (südlich von Finale Ligure) wollten wir teilnehmen, um den Trainingsblock abzuschließen und eine erste Standortbestimmung zu haben. Das Starterfeld war international stark besetzt und ich habe mich sehr auf den Renneinstieg gefreut. Leider war das Rennen bereits nach zehn Minuten für mich beendet, da ich in einer Schotterkurve blöd weggerutscht und auf den Kopf gefallen bin. Vom Sturz bis zur nächsten Techzone, in welcher unser Betreuer stand, weiß ich leider nichts mehr. Anscheinend bin ich den knappen halben Kilometer gefahren. Das fehlt mir aber in der Erinnerung komplett. Diagnostiziert wurde eine leichte Gehirnerschütterung. Ansonsten bin ich aber wohl wirklich mit ein paar Schrammen und einem blauen Auge davongekommen. 

Ihr wollt fit in den Sommer starten. Egal ob Freizeitfahrer, ambitionierter Ausdauerathlet oder Genussradler. Eins ist klar, wenn die Fitness da ist, macht es einfach mehr Spaß. Hier meine Tipps:

1) Niemals ungestärkt auf Tour gehen. Ein ausgewogenes Frühstück ist ein absolutes Muss. Hier eignen sich Brot mit Aufstrich wie Marmelade, Honig oder Käse sowie einer Eierspeise oder aber auch Porridge oder Müsli mit Früchten. Wichtig ist, dass der Ballaststoffgehalt nicht zu hoch ist, da sonst der Körper mit Verdauen beschäftigt ist und man sich dadurch unwohl auf dem Bike fühlt und die Energie ja anderweitig braucht.

2) Stärkung für die Tour. Trinken sowie auch etwas zu Essen sollten immer dabei sein. Man verbraucht Energie und möchte diese natürlich zuführen, um Power zu haben. Als Faustregel sagt man 40-60gr KH/Std. Bei mir geht es sogar bis auf 90gr in intensiven Einheiten/Rennen. Auch hier gilt wieder: leicht verdauliche Produkte zu benutzen.

3) Um eine solide Grundlage aufzubauen und nicht direkt den Spaß in den ersten Ausfahrten zu verlieren, sollte man vor allem am Anfang mit mäßigem Tempo beginnen. Nach und nach kann man das dann steigern. Es ist wichtig, dass ihr erst nach ein paar Grundlagenkilometern an intensive Einheiten macht.

4) Stretching/ Faszientraining nach der Tour. Auch wenn man oftmals nicht mehr die Motivation dazu hat, lohnt es sich, eine kurze Entspannungseinheit einzulegen. Die Muskulatur dankt es euch. Sie ist schneller wieder fit für die nächste sportliche Betätigung.

Kommentar verfassen