Themenspezial: FOTOGRAFIE

Mehr als tausend Worte

Fotografie und Bergsport lässt sich wunderbar kombinieren. In den Alpen bewegen wir uns durch eine eindrucksvolle Bergwelt, finden Dramatik, Stille, Romantik, Wildlife und Action. Gerne erinnere ich mich an eine meiner schönsten Foto-Bergtouren zurück. 

Der sportliche Ehrgeiz trieb mich damals, ebenso wie meine Freude an weglosen Touren, in eine einsame Ecke des Kleinwalsertales. Den ganzen Tag über begegnete ich keiner Menschenseele. Und am Abend, als ich zwischen harten Felsbrocken und weichen Graspolstern im Schlafsack lag, da gehörte mir die ganze Welt. Unter Millionen von Sternen schlief ich wie ein Bär.

Wer fotografiert hat mehr vom Leben
Der nächste Tag begann früh. Doch es war nicht das Klingeln eines Weckers, das mich aus dem Land der Träume riss. Es war wie immer das Licht. Das schwache Leuchten am Horizont, das einen warmen Schimmer hinter die entferntesten Bergketten zauberte. Schon bald würde es bei mir sein, das wichtigste Element für gute Fotos. Jetzt wusste ich was zu tun war. Sofort war ich hellwach, stopfte schnell mein Hab und Gut in den großen Rucksack und stieg schon wenige Minuten später durch steile Grasflanken zum Grat hinauf. Ohne Frühstück. Ohne auch nur einen Schluck getrunken zu haben. Doch dafür würde später noch genug Zeit sein.

Am Grat angekommen stand ich plötzlich zwischen Tag und Nacht. Während von Osten die Sonne ihr warmes Licht über die Gipfel ergoss, hing in den abgewandten Wänden noch lähmende Düsternis. Was für ein magischer Augenblick! Licht und Schatten. Wärme und Kälte. Kontraste, wohin ich auch blickte. Innerhalb weniger Minuten hatte ich eine unglaubliche Vielfalt an Fotos auf meiner SD-Karte gespeichert. 

Ein voller Erfolg!
In den wohltuenden Strahlen der Sonne genoss ich schließlich den Moment. Und mein wohlverdientes Frühstück. Ein unvergesslicher Fotomoment, einer, der mich immer wieder anspornt aufs Neue schwere Rucksäcke auf Gipfel zu schleifen. Doch so gut läuft es leider nicht immer.

Unsichtbares sichtbar machen

Manchmal, da verpasse ich den Sonnenaufgang. Da versteckt sich das Licht hinter einer dichten Wolkendecke oder ich bemerke, dass die Perspektive vom Nachbargipfel aus die bessere gewesen wäre. Dann gilt es flexibel zu sein. Denn bei all der peniblen Vorbereitung und leistungsstarken High-End-Ausrüstung, da dürfen beim Fotografieren zwei Dinge nie fehlen: Zeit und Kreativität.

Sicher, auch mit einer kleinen Digitalkamera oder sogar dem Handy, lassen sich mittlerweile wirklich schöne Bilder zaubern. Und sportliche Gipfelsammler erzielen nicht zuletzt gerade deswegen oft ausgesprochen gute Ergebnisse, weil sie schlicht häufiger im richtigen Moment am richtigen Ort sind. Der klassische Bergfotograf geht aber anders vor. Er plant alles ganz genau im Voraus. Vom Panorama, über Zustiegszeiten, bis hin zum exakten Sonnenstand im angedachten Moment. All diese Informationen können heute einfach, schnell und sogar mobil mit Smartphone-Apps eingeholt werden. Wichtig ist dann, nicht unter Zeitdruck zu geraten. Bergsteiger, die sich also nur des Gipfels wegen die Schuhe geschnürt haben, verfolgen ein anderes Ziel. Wer aber mit einem großen Zeitpolster unterwegs ist, oder bei langen Anstiegen auch eine Übernachtung nicht scheut, der kann sich voll und ganz auf die Fotografie konzentrieren. Und die kann ein richtiger Zeitfresser sein!

Kreativität entsteht beim Gehen
Doch die akkurate Vorarbeit beherbergt ein Problem: Je genauer die Vorstellungen des Endergebnisses sind, desto unwahrscheinlicher wird dieses genau so umgesetzt werden können. Hier kommt fast zwangsläufig die Kreativität ins Spiel. Glücklicherweise bedeutet Landschafsfotografie in den Alpen oft auch lange und anstrengende Wege auf sich zu nehmen. Und da wir auf den Wegen nicht nur dem Gipfel entgegenrennen, nehmen wir plötzlich eine ganz andere Welt wahr. Da eröffnen sich neue, ungeahnte Perspektiven. Die Silhouette des Gipfels, der sich mit jedem gegangenen Meter ändert. Kleine Farbtupfer am Wegesrand, die bildfüllend zu riesigen Hinguckern werden. Oder Wildtiere, die Überraschungsmotive schlechthin! Das Gehen und Steigen wird so schon fast zum meditativen Akt, in dem Kreativität und Inspiration nur so sprudeln.

Mit Zeit und Kreativität kann also kaum noch etwas schiefgehen. Ganz egal wie das Wetter auch sein mag. Ob morgens oder abends. Ob von den höchsten Gipfel, oder aus den Tiefen der Täler: Berge fotografieren kann man immer und überall!

Autor: Benni Sauer


Der Weg zum Bild

Für die einen ist es nur eine schöne Erinnerung. Für die anderen aber, kann ein Foto enorm viel bedeuten. Sie fühlen sich zurückversetzt in den Moment der Aufnahme. Wenn endlich die Anspannung des Aufstiegs abfällt, das stundenlange Warten sich ausgezahlt hat, oder der glückliche Zufall es wollte, dass genau im richtigen Moment ein Steinbock hinter dem Felsen auftaucht.

Glück spielt beim Fotografieren eine eben so große Rolle wie beim Bergsteigen. No risk no fun! Wer einen dramatischen Sonnenaufgang einfangen will, der hofft nicht auf klaren Himmel, sondern auf eine lockere Bewölkung. Nur so vervielfachen sich die Farben und Kontraste, die im wolkenlosen Himmel sonst verloren gehen würden. Alpinisten suchen nicht den einfachsten Weg zum Gipfel, sondern die schönste oder im richtigen Maße fordernde Route. Der Zusammenhang ist klar: Beide Male ist der Weg das Ziel! Alpinismus ist genau so wenig „am Gipfel abklatschen“ wie Fotografie „mal eben auf den Auslöser drücken“ ist. Und genau deswegen macht die Kombination von beidem auch so ausgesprochen viel Sinn!

Trotzdem fällt vielen Bergfreunden immer wieder schwer, sich auf einer Bergtour auch wirklich die Zeit zum Fotografieren zu nehmen. Ein hilfreicher Trick ist hier das Stativ. Denn neben den offensichtlichen Vorteilen bei Langzeitbelichtungen, Dunkelheit oder schummrigen Lichtverhältnissen, bietet es einen weiteren großen Pluspunkt. Fotografieren mit dem Stativ entschleunigt. Man muss den Rucksack absetzen, das Dreibein aufbauen und die Kamera montieren. Wer es auf klassische Landschaften abgesehen hat, der wird schnell merken, was dieser Vorgang alles bieten kann. Erste Gedanken über den Bildaufbau, Vorder- oder Hintergrund werden geborgen und weitergesponnen. Wenn die Kamera dann einsatzbereit ist, arbeitet man mit ihr viel bewusster. Einen ähnlichen Effekt erzielen die alten SD-Karten mit winziger Speicherkapazität. Wer nur platz für 30 Fotos hat, überlegt sich genau was passieren muss, um den Speicher bestmöglich auszunutzen.

Außerdem eine beliebte Übung: Den Blick durch den Sucher trainieren. Der Inhalt eines jeden Fotos wird am Ende durch einen rechteckigen Rahmen beschränkt. Wer achtsam unterwegs ist, der trainiert sich schnell einen imaginären Rahmen an und weiß so schon oft sehr früh, ob sich ein Foto wirklich lohnt oder eben nicht. Wer sich schwer tut, formt aus Daumen und Zeigefinger beider Hände einen Rahmen, blickt hindurch und verändert diesen nach Belieben. Sieht vielleicht ulkig aus – trainiert aber den Blick.

Berge zu fotografieren bleibt aber trotz aller Tipps und Tricks oft ein verhältnismäßig anspruchsvolles Unterfangen. Immer wieder setzen viele Höhenmeter, schweres Gepäck, Kälte, Wind, Hitze und anspruchsvolles Gelände Fotografen schwer zu. Eine gewisse Leidensfähigkeit muss also schon vorhanden sein. Ebenso wie die Motivation, den einen Moment zu erleben, der all die Widrigkeiten in nur einem Augenblick vergessen lässt: Klick!


Grundlagen der Landschaftsfotografie

Die Landschaftsfotografie ist zu Recht eines der beliebtesten Gebiete der Fotografie und die Alpen geradezu prädestiniert dafür. Trotzdem, oder gerade deswegen, gibt es hier besonders viele Tipps, Tricks, Kniffe und Regeln. Einige davon wollen wir hier vorstellen. Übrigens: Alle Regeln sind zum Brechen da. Kreativität kennt keine Grenzen!

Die Drittelregel
Die Drittelregel ist einfach, schnell erlernt und bringt oft erstaunliche Wirkung! Manche Kameras bieten hierfür aber auch ein Displayraster, was diese Regel fast schon idiotensicher macht. Der Bildausschnitt wird hierbei in 9 Felder unterteilt – durch zwei horizontale sowie zwei vertikale Linien. Nun sollten wichtige Bildelemente auf den Linien, bzw. auf deren Schnittpunkte gelegt werden. Ein Beispiel: Die Horizontlinie kann bei einer interessanten Wolkenstimmung auf die untere waagrechte Linie gelegt werden. So bleibt viel vom spannenden Himmel zu sehen. Bietet zum Beispiel eine triste Bewölkung kein Motiv, wird der Horizont auf die obere Line verlegt. Klassische Motive für die Schnittpunkte der Linien sind zum Beispiel die aufgehende Sonne, Personen in der Landschaft, aber auch markante Bergspitzen oder -formationen.

Tiefe schaffen
Landschaftsbilder leben von Tiefe. Vom Standpunkt der Kamera führt ein gelungenes Bild unseren Blick gekonnt durch verschiedene Ebenen – vom Vordergrund bis zum Hintergrund. Gibt es ein Hauptmotiv, so liegt es meist irgendwo dazwischen. Solche Ebenen können Bergketten sein, Wälder, die langsam Dunst verschwinden, je weiter sie von uns entfernt sind. Tiefe kann aber auch durch eine geschickte Linienführung erreicht werden. Ein Pfad, der sich vor unseren Augen in den Horizont schlängelt, ein Zaun, ein Felsgrat oder ein Seil. Die Möglichkeiten sind hier grenzenlos, sie zu finden fördert die Kreativität!

60 mm
315 mm

Die Brennweite
„Brennweite? Eine lange bringt mich doch näher zum Motiv und eine kurze erlaubt einen weiteren Bildausschnitt, oder?“ Salopp gesagt stimmt das, ja. Die Brennweite wird in Millimetern angegeben: Je kleiner die Brennweite, desto weiter der Bildwinkel und umgekehrt. Übrigens: Der menschliche Blickwinkel ist hierbei in etwa mit 50mm bei Vollformatkameras zu vergleichen. 

Immer das Weitwinkelobjektiv?
Landschaften sind oft weitläufig, ausladend und der Blick reicht meist weit in die Ferne. Da liegt es nahe, zu einem Weitwinkelobjektiv mit kurzer Brennweite zu greifen. Oft ist das auch gar nicht falsch, doch bringt ein Teleobjektiv gerade in den Bergen ungeahnte Motive näher. Das sorgt für viel Spaß, wenn die Aussicht einmal nicht so gut ist! Die schweren Gläser auf den Berg zu schleifen ist vielleicht nicht jedermanns Sache, doch zumindest einmal sollte man den Aufwand auf sich nehmen. Mit einem starken Teleobjektiv lässt sich ein unschöner Vordergrund „übergehen“. Man zoomt sich ganz einfach in die steile Felswand des Berges gegenüber, direkt zum Gipfelkreuz oder fotografiert Berge aus Blickwinkeln und Entfernungen, die ganz neu sind. Außerdem lässt sich der Bildausschnitt von einem guten Aussichtspunkt fast endlos variieren. Eine gute Übung mit großem Spaßfaktor! Die Behauptung, ein Teleobjektiv hätte einen gewissen Kompressionseffekt, würde also zum Beispiel zwei hintereinanderliegende Bergkette enger zusammenrücken, ist allerdings ein Märchen, das sich hartnäckig hält. 

Die Blende
Die Blende bestimmt wieviel Licht auf den Sensor der Kamera fällt. Öffnet man die Blende (im Sucher wird sie mit dem Buchstaben f und einer niedrigen Zahl, etwa 2,8 oder 1,4 angezeigt) wird das Bild heller, die Schärfentiefe nimmt jedoch ab. Das kann ein, durchaus erwünschter Effekt sein, wenn beispielsweiße ein verschwommener Vordergrund eine Tiefenwirkung erzielen soll. Grundsätzlich aber wird bei der Landschaftsfotografie versucht, ein von vorne bis hinten knackscharfes Bild zu erreichen. Dafür schließt man die Blende, dunkelt das Bild ab und kann so Vorder- und Hintergrund gleichzeitig scharf abbilden. Im Sucher erhöht sich die Zahl f. Ein oft gern genommener Nebeneffekt: Lichtquellen wie die Sonne, werfen sternförmige Strahlen ins Bild. Je nach Objektiv und Brennweite sind hier Werte um f 11 erstrebenswert. 

Autor: Benni Sauer


Woher kommt eigentlich dieser Content?

Er ist überall. In Büchern, auf Werbetafeln, auf Autos und Häusern, im Radio, im Fernsehen und in unseren Smartphones. Der Content – ganz schlicht übersetzt: Der Inhalt. Er ist nicht mehr wegzudenken in der heutigen, von Film und Fotos, von Medien geprägten Welt. 

Auch die Alpen stellen in dieser Welt keine Ausnahme dar. Kein Wunder, denn das höchste Hochgebirge im Inneren Europas ist schon seit jeher Geburtsort dramatischer und heldenhafter Geschichten, von grandiosen Landschaftsmalereien, seit einigen Jahrzehnten von spektakulären Film- und Fotoaufnahmen und seit jüngster Zeit auch von Blogs und Podcasts. Content ist also bei weitem nicht mehr nur was die Kamera ausspuckt.

Jemand, die sich damit besonders gut auskennt, ist Erika Dürr, bekannt von ihrem Blog ulligunde.com. Seit 2008 lebt sie im Allgäu und seit nun schon mehr als zehn Jahren versorgt sie die Community, Bergfreunde aller Art, mit Geschichten vom Berg. Aus Sicht einer Frau, immer mit Humor und kleinen Feinheiten, die eine Bergtour am Ende des Tages ausmachen. Aus ihrem Blog entwickelte sich nach und nach eine kreative Content-Werkstatt. Fotos und Filme entstanden, Wandkalender und Fotoworkshops, Hardware-Tests und ein Ratgeber über den richtigen Umgang mit der eigenen Angst am Berg. 

Der letzte Contentschritt ging in Richtung eines Podcasts. Unter dem Titel „Ulligunde (p)lauscht“ unterhält sie sich mit Menschen, feinfühlig und immer spannend, ganz egal ob Profi oder Amateur. Das Ergebnis, sind die vielen Facetten, Gründe und Hintergründe, warum wir Menschen so oft nichts als Berge im Kopf haben. 

Und auch wenn Erika Dürr heute keine Fotoworkshops mehr führt, ihr bildlicher Content huscht immer wieder über die Monitore und Smartphones. Da ist ein Film über den „Grenzgänger“, den Mehrtageswanderweg im Herzen der Allgäuer Alpen. Oder der Film über den „Spitzenwanderweg“, auf dem man in der Zugspitz Region rund 200 Kilometer zurücklegen kann. Ganz besonders wirken die Bewegtbilder durch eindrucksvolle Luftaufnahmen, für die Dürr früher noch selbst abgehoben ist. 

Heute aber hält sie ein kleines Stück High-End-Technologie in der Hand. Es ist ein Kamera-Quadrokopter, einer der vielen kleinen Helfer. Einer, der im Handumdrehen Aufnahmen einfängt, für die noch vor wenigen Jahren ein riesiger Aufwand hätte betrieben werden müssen. 

Wohin Dürrs nächster Contentschritt wohl führt? Was der technische Fortschritt bringen wird? Ulligunde zuckt mit den Schultern. „Meinen Podcast möchte ich gerne intensivieren!“ Dann surren die Rotoren, die Kamera hebt ab, fliegt über Wiesen und Wälder und schon ist Dürr wieder in ihrem Element: Dem Content.

Autor: Benni Sauer

www.ulligunde.com


Die kleinen Helfer

Landschaftsfotografie ist heute nicht mehr zu vergleichen mit der Arbeit, die früher, manchmal für nur ein einziges Foto gestemmt werden musste. Wo damals noch mehrere Kilo an schwerem Equipment den Berg hinaufgeschleppt wurde, ist man heute schnell, simpel, leicht und innovativ unterwegs. Wir stellen die kleinen und großen Helfer vor, die Landschaftsfotografie heute zum Kinderspiel werden lassen.

Regeln und Pflichten für Drohnenpiloten in Deutschland:
Für Bergfreunde besonders wichtig: Es besteht Flugverbot über Naturschutzgebieten und Nationalparks. Auch außerhalb dieser Schutzgebiete gilt das Störungsverbot geschützter Tierarten. Hier sind besonders Brutstätten seltener Vogelarten zu nennen. 

Wiegt der Kamerakopter mehr als 250g, muss eine Plakette mit Namen und Adresse des Eigentümers am Kopter angebracht sein. 

Der Gesetzgeber unterscheidet beim Thema Versicherung nicht zwischen unterschiedlichen Modellklassen. Drohne ist Drohne und jede Drohne ist haftpflichtversicherungspflichtig. Zu unterscheiden ist zwischen privater und gewerblicher Versicherung, wobei ein Drohnenflug mit Veröffentlichungsabsicht des Materials schon in der Grauzone zwischen privater und gewerblicher Versicherung anzusiedeln ist. Wer also für sein Blog, für seinen Facebook- oder Instagram-Account abhebt, der wählt besser die gewerbliche Haftpflichtversicherung. Kein einfaches Thema, doch der Markt hat reagiert und mittlerweile kann man seine Drohne sogar nur für einen, oder wenige Tage versichern.

Starts und Landungen bedürfen der Zustimmung des Grundstückseigentümers. 

Ohne Ausnahmegenehmigung sind Flüge über einhundert Meter Höhe grundsätzlich verboten.

Flüge außerhalb des Sichtbereiches sind nicht erlaubt. 

Ein Mindestabstand von Flughäfen, Menschenansammlungen, von Einsatzorten der Polizei, Rettungsdienste und Feuerwehr muss eingehalten werden.

Ein Kenntnisnachweis oder Führerschein ist in Deutschland bis zu einem Gewicht von 2 Kilogramm nicht erforderlich.

In Österreich und der Schweiz gelten andere Regeln!

Auch wenn die Rechtslage einen Drohnenflug erlaubt, die Aufnahmen sicher spektakulär gut werden würden: Oft ist der Verzicht die Richtige Wahl. Wir suchen alle Ruhe und Entspannung in den Bergen, weswegen eine gegenseitige Rücksichtnahme in sensiblen Bereichen unbedingt beibehalten werden sollte.

Das Stativ

Vorbei sind die Zeiten von sperrigen, schweren Holzstativen. Carbon und Aluminium regieren die Welt der Travel-Stative. Teleskopierbar punkten diese Helfer aber neben einem kleinen Packmaß auch noch mit minimalem Gewicht. Aber auch wenn Gewicht bei der Bergfotografie oft oberste Priorität ist: Ein geringes Gewicht geht auf Kosten der Stabilität und des Komforts. Eine Mindesthöhe von ungefähr 130 Zentimetern ist die Untergrenze, um noch angenehm arbeiten zu können. Die nötige Tragkraft eines Statives hängt natürlich in hohem Maße von der verwendeten Ausrüstung ab, wobei aber immer ein ausreichender Puffer nach oben eingerechnet werden sollte. Das leichteste Stativ nützt nichts, wenn schon leichte Windböen das Bild verwackeln. Selbst das Betätigen des Auslösers kann ein Bild zunichtemachen, wenn die kleinen Erschütterungen das Bild verschwimmen lassen. Eine Möglichkeit dieses Problem zu umgehen ist der Selbstauslöser der Kamera. Viele Kameras haben hierfür extra eine 3-Sekunden-Funktion. Wer so lange nicht warten will, oder wer auf punktgenaue Auslösungen angewiesen ist, verwendet Kabelfernauslöser, die schon für wenige Euro zu haben sind. Die Luxusvariante ist die Funkfernbedienung. Sogar mit dem Handy kann dann die Kamera bedient werden. So sind beispielsweise exakt ausgelöste Selfies aus weiter Ferne möglich. Stative sind also nicht nur bei schwachen Lichtverhältnissen nötig. Wo immer wir – ungewollt oder gewollt – längere Belichtungszeiten benötigen, ist ein Stativ der wichtigste Helfer und deswegen bei der Landschaftsfotografie unerlässlich.

Der Graufilter

Eine gewollt längere Belichtungszeit? Wer will den sowas? Ganz einfach: Bewegungen lassen sich so wunderbar einfangen, denn alles, was sich während der Verschlusszeit bewegt, verschwimmt effektvoll. Und Landschaften sind voller Bewegung! Da sind Bäche, Flüsse oder sich kräuselnde Wasseroberflächen. Wolken am Himmel oder der Nebel im Tal, der vom Wind langsam durchs Bild getragen wird. Sogar die Bewegung sanft schwankender Grashalme kann man so einfangen. 

Solche Bilder schießt man am besten während der Dämmerung, wenn schummrige Lichtverhältnisse ohnehin eine längere Verschlusszeit fordern. Will man die Bewegungsunschärfe im Tageslicht einfangen, helfen sogenannte ND- oder Graufilter. Sie dunkeln das Bild je nach gewählter Stärke mehr oder weniger ab. Übrigens: Wer auch gerne Bewegtbilder aufnimmt, sollte schon einmal von der 180°-Regel gehört haben. Sie gilt schon lange als Faustformel zur Bestimmung der richtigen Verschlusszeit. Demnach sollte eine Filmaufnahme mit beispielsweise 25 Bilder pro Sekunde mit dem Kehrwert der Doppelten Framrate aufgenommen werden. In unserem Fall wäre das 1/50 Sekunde. Wer mit 50 Bildern pro Sekunde filmt, wählt demnach einen Shutter von 1/100. Um diese relativ langen Verschlusszeiten im Tageslicht zu erreichen, greift man heute zu ND-Filtern. 

Die Actioncam

Zu viel Theorie? Zu wenig Action? Wer unkompliziert und vor allem leicht unterwegs sein möchte, der greift zur Actioncam. Wasserdicht, stoßfest und heutzutage vor allem unfassbar leistungsstark sind die Minicams der Gegenwart. Sie erlauben die kühnsten Blickwinkel und lassen sich im Nu auf Helm, Bike, Ski – einfach auf allem anbringen. Das Beste: Die Bedienung ist kinderleicht, oft reicht schon ein einziger Tastendruck und die Kamera läuft. Software-Bildstabilisatoren erlauben unverwackelte Aufnahmen, selbst bei der holprigsten Action. In nur einer Sekunde fangen 240 Bilder jede noch so schnellen Kleinigkeiten ein. Unsichtbares wird sichtbar gemacht. Und selbst 4K-Aufnahmen sind heute Standard bei den winzigen Kameras, die meist nur etwas mehr als 100 Gramm auf die Waage bringen. Wer also gerne im Gelände Filmaufnahmen erstellt, kommt um diesen kleinen Helfer meistens nicht herum. Der mittlerweile oft ungeliebte Fisheye-Effekt, den die Kameras früher mit sich brachten, gehört übrigens auch der Vergangenheit an. Die Actioncams sind somit wirklich brauchbare B-Kameras, für spontane Kreativ-Einsätze, deren Ergebnisse jeden Outdoorfilm effektvoll aufpeppen.

Der Gimbal

Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit Wackeln und Zittern von seinen Filmaufnahmen fernzuhalten. Denn auch wenn die Software-Bildstabilisatoren der Gegenwart unfassbar stark sind, so gehen sie auch immer mit einem, wenn auch minimalen Qualitätsverlust einher. Besser ist es also, die Kamera von Anfang an so still wie nur irgendwie möglich zu halten. Diese Aufgabe erledigt natürlich ein Stativ. Wenn sich aber während der Aufnahme die Perspektive ändern soll, dann greift man zum Gimbal. Ihre großen Brüder sind schon lange bei Film- und Fernsehproduktionen im Einsatz, wo sie schwer auf Schulter oder Hüfte der Kameramänner lasten. Doch selbst die winzigsten Varianten arbeiten nach dem gleichen Prinzip: Die Kamera ist in einer kardanischen Aufhängung eingespannt, die dank reaktionsschneller Elektromotoren selbst die kleinsten Erschütterungen ausgleicht. Das Ergebnis sind butterweiche Kamerafahrten und nichtverwackelte Perspektivenwechsel, weswegen ein Gimbal auch Schwebestativ genannt wird. Heute gibt es Gimbal mit bauseits integrierter Kamera. Aber auch Modelle, in die jede beliebige Kamera eingespannt werden kann, vom Handy bis zur professionellen Filmkamera, sind auf dem Markt erhältlich.  

Der Capture-Clip

Auch wenn die heutigen Handykameras qualitative Höchstleistungen erbringen, sind Kompaktkameras, Bridge- oder Systemkameras oft unabdingbar. Doch wohin damit? Wem sein Fotoapparat in ausgesetztem Gelände aus der Hand rutscht, der sieht ihn womöglich nie wieder. Schultergurte stören beim Tragen von Rucksäcken und lassen die Kamera unkontrolliert hin und her baumeln. Schäden am Gehäuse oder Objektiv sind die Folge. Also wohin mit dem teuren Stück, wenn man im Gelände, am Berg, auf dem Bike, beim Klettern oder Skifahren ist?

Die Lösung bietet der amerikanische Hersteller Peak Design. Als Kickstarter-Projekt schickten junge Fotografen aus San Francisco ein kleines Gadget ins Rennen – und gewannen! Der Capture Clip war geboren und überzeugte in Windeseile Fotografen auf der ganzen Welt. Das kleine Helferlein lässt sich problemlos an Rucksack- und Taschenriemen, an Gurten und Gürteln befestigen. In ihm kann die Kamera sicher eingeklinkt werden. Immer greifbar, aber nie im Weg. Der Capture Clip ist der große Klassiker für Fieldfotografen geworden. Wer sich einmal an ihn gewöhnt hat, für den wird er unverzichtbar.

Der Quadrokopter

Eine fliegende Kamera wäre heute ohne einen solchen Gimbal undenkbar. Selbst in den kleinsten Kameradrohnen sind diese Technikwunder verbaut und sorgen so für angenehme Bilder, trotz starker Winde, schneller Fluggeschwindigkeiten oder abrupten Richtungswechseln. Eine Drohne zu bedienen ist dabei heute überhaupt kein Hexenwerk mehr. Die Flugsysteme sind clever, ausgestattet mit den unterschiedlichsten Sensoren und selbstverständlich dank GPS-Unterstützung außerordentlich präzise. 

Auf dem Drohnenmarkt gibt es die unterschiedlichsten Modelle. Vom Spielzeug, bis zum hochprofessionellen High-End-Kopter. Je nach dem, welche Anforderung das Gerät erfüllen soll, ist ein Anschaffungspreis von 100 bis 1500 Euro einzukalkulieren. Und auch wenn Multikoptern ein eher negativer Ruf vorauseilt, so gehen die Verkaufszahlen jährlich steil nach oben. Der Gesetzgeber aber schlief nicht, während sich die Technik in den letzten Jahren sprunghaft weiterentwickelte. Drohnenpiloten, oder die, die es gerne werden wollen, sollten sich also dringend mit den Regeln und Pflichten auseinandersetzen. Denn auch wenn diese gar nicht so einfach zu überblicken sind, können Verstöße nicht nur Streit und Konflikte mit den unterschiedlichsten Parteien schüren, sondern auch richtig teuer werden.

Hält man sich an alle Vorschriften, fliegt bedacht und umsichtig, steht der Vogelperspektive nichts mehr im Wege. Auch wenn in der Vergangenheit die Alpenvereine die Nutzung privater Drohnen im Gebirge eher kritisch sahen. Nicht nur weil dadurch die Tierwelt gestört werden könnte, sondern weil Multikopter auch Bergsteiger in Gefahr bringen könnten. 

Die Realität sieht mittlerweile aber ganz anders aus. Die österreichische Bergrettung, die deutsche Bergwacht, die schweizerische Rega: Alle setzen sie auf Drohnen! Sie fliegen teils selbstständig riesige Suchareale ab, finden mit Wärmebildkameras auch bei Dunkelheit vermisste Personen und sind, im Gegensatz zu Hubschraubern auch bei schlechten Sichtverhältnissen einzusetzen. 

Vier deutsche Tüftler aus Hamburg wollen diese Technik sogar für Otto-Normal-Skitourengeher verfügbar machen. Unter dem Namen Bluebird Mountain entwickeln sie eine kleine Drohne, die auf den Namen PowderBee hört. Sie fliegt, im Falle eines Lawinenabgangs, nach nur einem einzigen Knopfdruck das LVS-Suchmuster ab – und das um ein Vielfaches schneller, als einem Menschen das je gelingen könnte. Die PowderBee wird mit allen gängigen LVS-Geräten kompatibel sein, fehlerfrei arbeiten und kommt mühelos gegen Kälte, Wind und großen Höhen klar. Wohlverdient war daher der ISPO Brandnew Award 2019!

Die Software

Nie war es einfacher Fotos zu bearbeiten. Selbst ein Composing, also das Zusammenführen einzelner Bildelemente aus unterschiedlichen Fotos, ist kein Problem mehr. Smartphone-Apps sind sogar schon in der Lage, mit nur wenigen Klicks, einen langweiligen Himmel in ein dramatisches Wolkenspiel zu verzaubern. Künstliche Intelligenz nimmt uns die Arbeit ab, hebt Details hervor, reduziert effektiv Bildrauschen und lässt störende Bildelemente ganz einfach unsichtbar werden. Hier spielen Programme wie Luminar eine Vorreiter-Rolle. Die immer aktualisierten Klassiker Photo-shop und Lightroom laufen mobil auf Tablets und selbst Videobearbeitung, Schnitt und Colorgrading ist heute für jedermann erlern- und umsetzbar. Zusätzlich ermöglichen einige Programme eine sinnvolle Archivierung des Materials, denn oft kommen schnell beachtliche Datenmassen zusammen. 

Autor: Benni Sauer

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