Wing Foiling

Zeit für Neues

Eigentlich kennt man die Stecher-Brüder, also Manuel Stecher und Mario Riedler-Stecher, von ihren sportlichen Aktivitäten auf SUP’s (Stand up paddling). Doch da das Stand up paddling für die Beiden inzwischen fast schon zur Gewohnheit geworden ist, haben Sie eine neue Herausforderung gesucht. Und sie gefunden: Das „Wingfoiling“.

Eine noch recht junge Sportart, die sich aus Komponenten von Windsurfen, Kitesurfen und Stehpaddeln zusammensetzt und das alles vereint, das ist „Wingfoiling“. Dabei steht der Sportler weiterhin auf einem schwimmenden Brett, an dem aber ein sogenanntes Foil, eine Art Tragfläche, angebracht ist. Den Wing (Flügel) hält der Sportler in der Hand, so erklärt Mario. Dadurch kann, ähnlich wie beim Segeln auch, den nötigen Vortrieb erzeugen. Eine gute körperliche Fitness ist definitiv von Vorteil, da der Wing nur mit der eigenen Körperkraft gehalten werden muss. Der Sport, der seine Angänge bereits in den 80er Jahren hatte, aber erst jetzt wirklich weiterentwickelt wird, übt Mario Riedler-Stecher seit November 2019 aus.

Damit der Erste Ausflug auf dem Wasser nicht mit Materialverlust oder gar Verletzungspause endet, haben wir mit dem SUP und Wingfoil Experten gesprochen und uns für Euch ein paar Tipps für Euer nächstes Abenteuer eingeholt.

Training:
Voraussetzung für Wingfoiling ist eine gute Grundfitness und Koordination.

Besuche im Fitnessstudio, Eigengewichtworkouts, Joggen, Schwimmen, Slacklining oder Wassersport allgemein erleichtert den Einstieg wesentlich!

Mein persönlicher Geheimtipp ist das Trockentraining auf dem „Sensoboard“ (www.sensoboard.com) Ein Brett, das einem normalen Balance Board ähnelt, jedoch in alle
Richtungen instabil ist und somit dem Gefühl auf einem „Foilboard“ sehr nahe kommt.

Auch sollte es nicht an Erfahrung auf dem Brett Mangeln. Einsteiger die bereits Erfahrungen aus dem Wakeboarding, Windsurfen, Kiten oder SUP haben, gelingt der Einstieg recht schnell. Außerdem sollte der „Wing“ an Land sicher beherrscht werden.

Vorbereitung:
Erkundigt euch bevor ihr aufs Wasser geht über Naturschutzgebiete, oder eventuelle Befahrungsverbote zu gewissen Zeiten.

Wind und Wetter sollten vorab unter http://www.windfinder.com oder auch http://www.muchoviento.net abgerufen werden um sicher zu gehen, dass nicht zu viel oder zu wenig Wind weht.

Die ersten Schritte zum Wingfoiling könnten wie folgt aussehen:
Trockentraining mit dem „Wing“ an Land. Alle Kurse zum Wind, sowie die Manöver können so einstudiert werden und sich positiv auf die Lernkurve auswirken.

Die ersten Versuche auf dem Wasser sind mit Wing und ohne Foilboard leichter! Am besten Ihr nehmt ein Windsurfbrett oder ein SUP Brett. Sobald ihr darauf sicher fahren könnt und das Handling mit dem Wing gelingt, kann auf ein reines Foilboard gewechselt werden.

Startet, indem Ihr aus sitzender Position in einen “Indian Stance“ wechselt. (Ein Fuß platziert Ihr auf dem Brett, das andere Knie ruht darauf.)

Sobald Ihr Fahrt macht, zügig in den Stand wechseln und Kurs an den Wind fahren. (anluven/Am Wind Kurs)

Übt Fahren in Beide Richtungen und versucht zunächst das Wasser zu verlassen wo Ihr eingestiegen seid. Sobald Euch das gelingt, versucht Höhe zu laufen, also Weg zum Wind gut zu machen. 

Wenn auch dieser Schritt überwunden ist, könnt Ihr versuchen zu Halsen. Eine Halse ist ein Richtungswechsel mit Brett und Wing in Windrichtung. Auch dieses Manöver sollte in beide Richtungen einstudiert werden.

Die letzte Hürde zum fortgeschrittenen Fahren ist das Erlernen der Wende. Ein Richtungswechsel mit der Brettspitze gegen bzw. durch die Windrichtung aus der er weht.

Wie in jedem Sport gibt es einige Sicherheitsregeln an welche man denken sollte um sich und andere nicht zu gefährden.

Folgende Punkte sollten unbedingt beachtet werden um Unfälle zu vermeiden:
Schwimmweste (oder Prallschutzweste) und Helm sind Pflicht!

Anfänger sollten unbedingt auf Neoprenschuhe achten, diese können unangenehmen Kontakt nach einem Sturz mit dem Foil Schutz bieten.

Leash (Verbindungsleine) muss an Wing und Brett verwendet werden. Es verhindert Materialverlust und stellt sicher, dass du im Falle eines Unfalles stets an deine lebensrettenden Auftriebskörper kommst.

Ausreichender Kälteschutz. (Neopren oder Trockenanzug)

Wähle einen Einstieg ins Wasser, welcher frei von Hindernissen jeglicher Art ist.

Trage Brett und Wing immer so zum Wasser, dass du die volle Kontrolle hast.
(Windböen reißen Dir regelrecht Dein Brett aus der Hand.)

Überprüfe die Wassertiefe an Deinem Startplatz.

Es gilt zu verhindern, dass Dein Foil auf Grund läuft.

Sicherheitsabstand zu Felsen, Stegen o.ä. einhalten.
(Der Wind kann Dich auch dorthin treiben!)

Gehe nach Möglichkeit nicht alleine auf das Wasser!

Ein Freund kann immer helfen, aber auch die Freude mit Dir teilen.

Betreffend Meer oder große Seen: Niemals bei ablandigen Wind auf das Wasser gehen!
Die Gefahr ist zu groß, dass es Dich hinaustreiben könnte.

Vermeide den Einsatz in extremen Wetterverhältnissen wie Sturm oder Gewitter.
Es kann zu unkalkulierbaren Risiken führen.

Material:
Um beim „Wingfoiling“ Spaß zu haben, bedarf es wie bei jeder Sportart eine spezielle Ausrüstung. Die nachfolgende Materialliste ist mein persönlicher Vorschlag!

Wing: Starboard/Airrush Freeair; ca. 699 €

Brett: Starboard Hyperfoil; ca. 2.500 €

Faustregel für Anfänger: Körpergewicht + 30 = Volumen in Liter des Brettes welches für dich passt.  

Foil: Starboard Open Ocean 2000 oder 2500; ca. 1.000 €

Leichte Fahrer bis etwa 80 kg wählen 2000, schwerere Fahrer sollten sich den größeren Foil zulegen.

Trockenanzug “Supskin” Model Magic; ca. 449 €

Alternative: Soöruz Neoprenanzug; 219 € bis 369 €

Helm: Soöruz (diverse Modelle); 60 -160 €

Soöruz Prallschutzweste Model Reac; 89 €

Neoprenschuhe: 42 € oder Barfussschuhe von Merrell Model Vapor Glove 4; 50 €

Safety Leash f. das Brett: HF synergy; 23 €

Schwimmweste kompakt:
Restube Model PFD; 95 €

Sportbrille: Triggernaut Transmission; 93 €

Wasserdichter Rucksack „Atrack“ von Ortlieb outdoor Equipment; 160 €

Sensoboard als Trockentrainer: Model „Essential“; ab 299 €

Kurse:
Wer auf einen erfahrenen Lehrer nicht verzichten möchte, dem kann ich ans Herz legen, einen entsprechenden Einsteigerkurs bei Experten zu machen. Empfehlenswerte Ansprechpartner hierfür wäre die SUP Schule „Bavarian Waters“  von Guido am Pilsensee http://www.bavarianwaters.com oder auch Matze vom Kiteshop „Kitemania“ www.kitemania.de 

HotSpots:
Da wohl keine andere deutsche Region eine solche Vielfalt von Gewässern wie Bayern aufweist, fällt es uns nicht schwer passende Reviere zu finden. Vom Waldsee bis zum kleinen Stausee ist alles da, was das Wassersportlerherz begehrt.

Achtung: Wassersport muss vor Ort erlaubt sein und Naturschutzgebiete/Sperrzonen bitte dementsprechend behandeln.

Meine Persönlichen Hot Spots in der Region:

Forggensee

Alpsee bei Immenstadt

Lechstaustufe 23 „Mandichosee“

„Ich hoffe sehr, dass wir in Zukunft bald mehr bunte Segel auf dem Wasser sehen werden. In diesem Sinne: Go out and play!” 

Euer Mario.

Text: Riedler-Stecher Mario

www.stechertwins.com

Bilder: Simon Toplak

www.simontoplak.com 

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