Zahlenreise

Warth-Schröcken am Arlberg

Zwei kleine Walserdörfer, gemeinsam zählen sie nicht einmal mehr als 400 Einwohner, liegen tief in einer wunderschön verschneiten Bergwelt. Das eine östlich, das andere westlich vom mehr als 1600 Meter hohen Hochtannbergpass gelegen, aber jedes mit seinem ganz eigenen Charme. Im Norden hingegen türmt sich der markante Widderstein auf. Er ist der letzte schroffe Pfeiler, der hinterste Gipfel des Kleinwalsertales, dessen Südrinne fast genau zur Passhöhe hinzieht. Im Süden aber findet man, was die beiden Dörfer im Winter wirklich auszeichnet: Die Skigebiete am Arlberg sind weit über die Grenzen hinaus bekannt. Kaum jemand der nicht weiß, wie sich Skifahren dort anfühlt – in Warth-Schröcken. Wir begeben uns auf eine Zahlenreise. Denn wer noch nie in Warth-Schröcken war, der bekommt mithilfe der folgenden Zahlen und Fakten den besten Überblick. Wer dagegen schon einmal einen Skitag, sogar vielleicht regelmäßig den Winter dort verbracht hat, der staunt über die ein oder andere Angabe, mit der die urige Ski-Region um den Hochtannbergpass punktet. (Titelbild: ©Warth-Schröcken | Stiphout)

©Warth-Schröcken | Stiphout

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Ja, so eine Eselsbrücke kann schon ganz nützlich sein. Vor allem, wenn man damit Zahlen in Erinnerung halten kann, die den beiden ursprünglichen Dörfern kaum zuzumuten sind. Es sind nämlich nicht weniger als elf Meter Schnee, die Frau Holle durchschnittlich in einem Winter über dem Arlberg aus den Decken schüttelt. Damit ist Warth-Schröcken das schneereichste Skigebiet der gesamten Alpen! Eine imposante Zahl, auf die man gerade in der heutigen Zeit mehr als stolz sein darf.

Die dick eingeschneiten Hänge der dortigen Bergwelt wollen aber auch erreicht werden. Karhorn, Warther Horn und allen voran die Schulter des Saloberkopfes, mit seinen freien und weitläufigen Abfahrtsmöglichkeiten, warten auf die Wintersportler. Um diesen eine schnelle und sichere Bewegung im Skigebiet zu ermöglichen, werden in der Ski Arlberg Region eindrückliche 88 Liftanlagen betrieben. Auffällig hierbei ist, dass fast alle der Liftanlagen in Warth-Schröcken Sessellifte sind. Sie gewährleisten mitunter die schnellste Beförderung der Wintersportler und gerade in der diesjährigen Saison kommen vielen Gästen Lifte mit frischer, um die Nase wehender Luft, entgegen.

Dagegen ist die Zahl der Großraumgondeln in Warth-Schröcken auffallend niedrig. Genauer gesagt: 0! Lange Wartezeiten oder Gedränge sucht man deswegen hier vergeblich. Die kleinen Sesselbahnen passen ohnehin viel besser in das charmant-romantische Bergbild Wart-Schröckens. Und das obwohl sich die Wintersportdestination mit der Einbettung in das Arlberger Skigebiet zu den Top5-Skiregionen der Welt zählen darf!

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Wir haben also gelernt: Es geht auch anders, nämlich angenehm entspannt und entschleunigt. Die Liftanlagen sind aber nur die halbe Miete! Was Wintersportlern am Ende eines Skitages in Warth-Schröcken wohl am ehesten im Gedächtnis bleibt, sind die Momente auf der Piste. Oder die im freien Gelände. Oder aber die auf den Winterwanderwegen. Es ist schlichtweg egal, wie man den Tag am Arlberg verbringt, wichtig ist nur, dass man Freude am Draußensein hat – der Rest ergibt sich von allein!

Der erste, der das fühlen durfte, war vermutlich Pfarrer Johann Müller. Der Gläubige bestellte sich aufgrund der enormen Schneemasse zwei Holzlatten – extra aus Schweden wurden sie angeliefert. Mit ihnen gelang es ihm, den Weg ins weit entfernte Nachbardorf in wesentlich kürzerer Zeit zu überwinden. Es dauerte zwar noch viele Jahre, bis der Alpinski entworfen und der erste Skiclub gegründet war, doch Müller legte hier am Arlberg den Grundstein. Vor 125 Jahren.

Heute überzieht die winterliche Bergwelt ein spannendes, weit verzweigtes Netz unterschiedlichster Pisten. Wirklich jeder findet hier sein Revier, genügend Platz für seinen Schwung, ganz egal ob Anfänger oder Profi. Damit das so bleibt, kümmert sich ein Team tagein, tagaus um die Pisten und präpariert was das Zeug hält. Die elf Meter Schnee wollen ja auch verarbeitet werden, auf den insgesamt 305 Pistenkilometern des Arlbergs!

Ohne präparierte Pisten kommen die Freerider auf ihre Kosten. Von ihnen sind in Wart-Schröcken besonders viele zu finden und das hat auch einen ganz einfachen Grund: Die Region wird auch als stille Seite des Arlbergs bezeichnet. In ihren Nordhängen hält sich der Pulverschee besonders lange frisch und locker, was eindrückliche Tages- aber auch Mehrtagestouren ermöglicht. Übrigens: Freerider erwartet mit der Pfarrer Müller Tour ein besonderes Schmankerl. Begib dich auf die geschichtsträchtigen „Spuren von Pfarrer Müller“ und werde ein Teil der Skigeschichte von Warth!

Aber auch wenn die Verhältnisse einmal nicht passen, man vielleicht auch überhaupt nicht Ski fährt, ist Warth-Schröcken einen Besuch wert. Die Stille genießt man dann am besten auf einigen der 20 Winterwander-Kilometer. Darüber hinaus gibt es etliche Möglichkeiten andere Aktivitäten auszuüben: Rodeln, Langlaufen, vielleicht sogar die Flying Fox Safari über sechs Bahnen und 300 Höhenmeter vom Ortsteil Nesslegg bis ins Dorfzentrum Schröcken. Langeweile? Ausgeschlossen!

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20/21
Ganz gewiss wird uns diese Saison noch lange in Erinnerung bleiben. Einerseits starten vielerorts die Lifte verspätet in die Wintersaison, andrerseits haben in manchen Alpenregionen gigantische Neuschneemengen schon Anfang Dezember einen eindrücklichen Winterstart beschert. Damit die Saison so sicher und reibungslos wie möglich ablaufen kann, haben Entscheidungsträger ein vielschichtiges Maßnahmenpaket für die Wintersaison 20/21 erarbeitet – sogar weit über die behördlichen Vorgaben hinaus. Hier sind also keineswegs nur die Neuschneemengen sicher!

Die Gesundheit und Sicherheit von Gästen, Mitarbeitern und Einheimischen wird also bestmöglich gewährleistet. Dafür sorgen Maßnahmen wie beispielsweiße eine grenzüberschreitende Sicherheit im ganzen Ski Arlberg Gebiet via personalisierter Contact Tracing Stopp-Corona APP. Mitarbeiter werden außerdem laufend Testungen unterzogen, Mund-Nasenschutz und tägliches Fiebermessen ist Pflicht für alle Angestellten mit Kundenkontakt. Dem Wintertraum bei den zwei Walserdörfern steht somit also nichts mehr im Wege. Große Geste, kleines Extra: Skifahrer erhalten dabei sogar ein kostenloses Multifunktionstuch als Mund-Nasenschutz. 

Text: Benni Sauer

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