Einen Fuß vor den anderen setzen? Das ist leichter gesagt als getan. Wandern erfordert Loslassen. Abschalten. Die Suche nach dem Flow, auf den Weitwanderwegen der Alpen, wird dennoch mehr und mehr zum Trend. Nicht ohne Grund: Regelmäßiges Gehen stärkt das Herz-Kreislauf-System, verbessert die Durchblutung und senkt das Risiko für Herzkrankheiten. Kondition und Muskelaufbau profitieren ebenso. Das Wandern in der Natur senkt den Cortisolspiegel, Hauptindikator für Stress und Überlastungssymptome. In der Folge sind wir entspannter und leistungsfähiger. Bewegung setzt obendrein sogar Endorphine frei, die das allgemeine Wohlbefinden steigern. Der Aufenthalt in der Natur trägt also zu einer positiven Stimmung bei. Physisch wie psychisch steht Weitwandern also ganz oben auf dem Programm. Wir zeigen auf den folgenden Seiten die zehn schönsten Weitwanderwege der Alpen, auf denen auch du loslassen und abschalten wirst. Garantiert!
Autor: Benni Sauer
Länge: 180 km
Dauer: 12 Etappen
Highlights: Rundwanderweg, abwechslungsreich, höchster Punkt 3186 m
Ein Abenteuer für Körper und Geist: Der rund 180 Kilometer lange Ötztaler Urweg besticht durch die beeindruckende Vielfalt des Ötztals. Vom Start- und Zielpunkt Ötztal-Bahnhof verläuft die Route über charmante Dörfer wie Oetz, Niederthai, Längenfeld, Sölden, Vent und viele weitere malerische Orte, bevor sie schließlich zurück zum Ausgangspunkt führt. Diese Schleife bietet Wanderern eine einmalige Gelegenheit, die Highlights der Region in ihrem ganz eigenen Tempo zu erwandern.
Die bestens ausgeschilderte Wanderroute führt durch saftige Obstplantagen, weite Wiesen und entlang der tosenden Ötztaler Ache. Mit jedem Schritt eröffnen sich neue Perspektiven, sei es in den sanften Talböden auf lediglich 684 Metern oder in den hochalpinen Panoramalagen auf über 3.000 Metern Höhe. Ein besonderes Highlight ist der Aufstieg zum höchstgelegenen Kirchdorf Österreichs, wo die majestätische Wildspitze, der höchste Gipfel Tirols, zum Greifen nah erscheint. Obergurgl!
Doch nicht nur die Natur allein macht den Ötztaler Urweg zu einem unvergesslichen Erlebnis. Es sind die Begegnungen mit den herzlichen Einheimischen, die regionale Küche und die kulturellen Eindrücke entlang der Strecke, die diesen Weg zu einem besonderen Erlebnis machen. Von urigen Gasthöfen bis hin zu abgelegenen Almhütten – jede Etappe bietet neue Entdeckungen.
Die zwölf Etappen des Ötztaler Urwegs sind so gestaltet, dass sie sowohl als Gesamttour als auch einzeln bewältigt werden können. Für alle, die nicht die gesamte Strecke in einem Durchgang gehen möchten, bieten die Etappenorte zahlreiche Parkmöglichkeiten und eine gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz. So kann jede Etappe auch ganz individuell geplant werden.
Wer den Ötztaler Urweg in vollen Zügen genießen möchte, findet mit bookyourtrail.com den perfekten Partner. Das offizielle Info- und Buchungscenter bietet eine maßgeschneiderte Planung und Organisation der Wanderreise.
Der Ötztaler Urweg ist mehr als nur ein Wanderweg – er ist eine Einladung, die Schönheit und Vielfalt des Ötztals zu erleben, sich selbst herauszufordern und die Ruhe der Natur zu genießen. Ganz nach dem Motto: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du wirklich gewesen.“
Länge: 413 km
Dauer: 33 Etappen
Highlights: Black Diamond Service-Stationen, Überschreitung der Birkkarspitze, insgesamt stolze 31.000 Höhenmeter
Auf den Schwingen des Adlers: Der Adlerweg, Tirols wohl bekanntester Weitwanderweg, ist eine Hommage an die majestätische Bergwelt des Alpenlandes. Die Route führt Wanderer auf den Spuren des Adlers – von den steilen Gipfeln des Kaisergebirges bis hin zu den eindrucksvollen Höhen des Arlbergs.
Der Hauptabschnitt des Adlerwegs umfasst 24 Etappen, die sich durch die beeindruckenden Gebirgslandschaften Tirols ziehen. Auf der Karte erinnert die Route an einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen. Vom Wilden Kaiser aus geht es durch das Karwendelgebirge, über die Lechtaler Alpen bis hin zum Arlberg. Die Osttiroler Variante des Adlerwegs mit neun weiteren Etappen führt hingegen durch die mächtigen Höhen des Großglockner- und Großvenedigergebiets.
Jede Etappe hat ihren eigenen Charakter: Von sanften Almwiesen, über steile Serpentinen und Schotterpfade bis zu schroffen Felssteigen bietet der Weg tagtäglich Abwechslung. Beeindruckend ist außerdem die Kombination aus atemberaubenden Panoramen und der Nähe zu traditionellen Bergdörfern, die mit Tiroler Herzlichkeit und kulinarischen Spezialitäten locken.
Wandern am Adlerweg ist keineswegs einfach nur Wandern. Hier zählen die Erlebnisse! Erinnerungen, die bleiben. Beispielsweiße wenn die Wolken aufreißen und den herrlichen Panoramablick freigeben. Oder ein gemütlicher Hüttenabend am Kamin, der beeindruckende Sternenhimmel, aber auch einfach die mystische Stille. Denn der Adlerweg führt auch durch die ruhigen Täler Tirols. Eine landschaftliche Entdeckungsreise!
Herausfordernd bleibt der Adlerweg jedoch allemal. Mit über 31.000 Höhenmetern und 33 Etappen, für die bis zu acht Stunden veranschlagt werden müssen, ist eine gute Vorbereitung essenziell. Geeignetes, eingelaufenes Schuhwerk, durchdachtes Rucksack-Packen und flexible Planung sind ebenso wichtig wie die richtige mentale Einstellung. Dann aber wird der Adlerweg ein Erlebnis für alle Sinne.
Wer die geballte Schönheit Tirols wirklich erleben will, sollte dem Adlerweg eine Chance geben. Die majestätische Natur, die unberührte Wildnis und die unzähligen kleinen Geschichten, die einem unterwegs begegnen, machen ihn zu einem unvergesslichen Abenteuer. Ein Erlebnis für Körper und Seele!
Länge: 550 km
Dauer: 28 Etappen
Highlights: über den gesamten Alpenhauptkamm, Durchquerung der Dolomiten, Ziel am Mittelmeer
Zu Fuß über die Alpen: Zwar hat der Traumpfad München – Venedig nicht den Status eines offiziellen Wanderweges, dennoch wird der Fernwanderweg in unterschiedlichsten Abwandlungen relativ häufig begangen.
Die vielleicht beeindruckendste Fernwanderung Europas startet am Marienplatz in München, auf etwa 500 Metern, und führt bis zum Markusplatz in Venedig, nur wenige Meter vom Mittelmeerufer entfernt. Unterwegs überwindet man allerdings fast 20.000 Höhenmeter. Dabei kommt man der Bergnatur der Bayerischen Voralpen, des Karwendels, der Zentralalpen und der Dolomiten ganz nah.
Sanfte Hügel und grüne Wiesen prägen das erste Teilstück, das einen sanften Einstieg in die bevorstehenden Herausforderungen bietet. Doch schon in den Nordalpen warten anspruchsvollere Pfade. Das Karwendelgebirge mit seinen schroffen Felsformationen und tiefen Tälern stellt die erste Herausforderung dar.
Der Übergang in die Zentralalpen markiert einen weiteren Höhepunkt der Tour. Hier werden hochalpine Pässe überquert, vorbei an Gletschern und schneebedeckten Gipfeln. Die Etappen in diesem Abschnitt erfordern besondere Trittsicherheit und eine gute Kondition.
Auch die markanten Felsformationen und die einzigartige Flora und Fauna der Dolomiten hinterlassen bleibende Eindrücke. Weltberühmte Gipfel und malerische Täler, die zum Verweilen einladen! Sind die Alpen erstmal überquert, geht es durch die Piave-Ebene in Richtung Adria. Flachere Landschaften und wärmeres Klima begleiten nun die Wanderer auf den letzten Etappen, bevor sie schließlich die Lagunenstadt Venedig erreichen. Der Anblick des Markusplatzes nach Wochen des Wanderns wird meist als unvergesslicher Moment und Belohnung für die bewältigten Strapazen empfunden.
Für die Planung und Durchführung dieser anspruchsvollen Tour ist eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich. Vielerlei Bücher, Blogs und Internetseiten bieten umfassende Informationen zu den einzelnen Etappen, Ausrüstungstipps und häufig gestellten Fragen.
Der Traumpfad München–Venedig ist ein Lebensziel, eine Reise durch verschiedene Kulturen, Landschaften und Klimazonen. Die Vielfalt der Eindrücke und die körperliche Herausforderung machen diese Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis für jeden passionierten Wanderer.
Länge: 100 km
Dauer: 6 Etappen
Highlights: Watzmann-Massiv, Königssee, Nationalpark Berchtesgaden
Auf neuen und alten Wegen zu Hütten, Almen und durch alle fünf Gemeinden des Berchtesgadener Tals: Der Berchtesgadener Höhenweg ist ein beeindruckender Rundwanderweg, der die vielfältige Berglandschaft des Berchtesgadener Landes und des einzigen deutschen Alpen-Nationalparks erschließt.
Der Berchtesgadener Höhenweg zeichnet sich durch seine abwechslungsreiche Streckenführung aus, die sowohl kulturelle als auch landschaftliche Highlights verbindet. Ein besonderes Naturjuwel entlang des Höhenwegs ist der weltberühmte Königssee. Der fjordartige Gebirgssee, der von steilen Felswänden umgeben ist, beeindruckt mit glasklarem Wasser. Der Watzmann, das Wahrzeichen der Region, dominiert direkt nebenan mit seiner markanten Silhouette und der berühmten Watzmann-Ostwand das Panorama.
Unweit des Wegesrandes warten außerdem touristische und geschichtliche Einblicke in das Berchtesgadener Land. Besonders beliebt: Das Kehlsteinhaus, auch bekannt als „Eagle‘s Nest“. Das darunter gelegene Dokumentationszentrum Obersalzberg informiert über die Geschichte des Obersalzbergs, die Zeit des Nationalsozialismus und gilt als wichtiger Lernort der Region.
Die zweite Etappe des Höhenwegs beginnt in der malerischen Gemeinde Ramsau und führt hinauf zur Bindalm. Auf einer Strecke von etwa zwölf Kilometern und einer Gehzeit von rund fünf Stunden überwinden Wanderer einen Höhenunterschied von 800 Metern. Der Weg verläuft zunächst durch dichte Bergwälder und entlang klarer Gebirgsbäche, wobei immer wieder beeindruckende Ausblicke auf die umliegenden Gipfel geboten werden. Ein besonderes Highlight dieser Etappe ist die Durchquerung des Klausbachtals, das für seine artenreiche Flora und Fauna bekannt ist.
Die fünfte Etappe führt von der Gotzenalm zum Kärlingerhaus am Funtensee. Über zehn Kilometer und etwa vier Stunden werden 600 Metern bewältigt. Der Weg führt anfangs über alpine Matten und durch Latschenfelder, bevor er in felsigeres Gelände übergeht. Höhepunkt dieser Etappe ist der Aussichtspunkt „Feuerpalfen“, der einen spektakulären Blick auf den Königssee und die umliegenden Berge bietet.
Der Berchtesgadener Höhenweg erfordert aufgrund seiner alpinen Beschaffenheit eine gute Kondition und entsprechende Ausrüstung. Zahlreiche Hütten und Almen laden entlang des Weges zur Stärkung und Übernachtung ein.
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