Berchtesgaden im Winter

Winterzauber, Natur und Action

Winterwandern

Die hellgrauen Kalkgiganten, die ewigen Wälder und kilometerlangen Täler und Bergketten, sie sind schon während der Sommermonate eine echte Augenweide. Im Winter versinkt das alles unter einer manchmal sogar meterdicken Schneedecke. Wie ein weißes Tuch liegt dann eine ruhige, mystische Stimmung über Berchtesgaden. Wenn um einen herum die Bergspitzen unerreichbar wirken, ist die perfekte Jahreszeit für ein ganz besonderes Erlebnis gekommen: Im Winter entfalten die vielen Wanderwege nämlich einen eigenen Reiz. Nichts ist entschleunigender, wohltuender und entspannender als eine Winterwanderung auf den präparierten Wegen der Region. Mehr als 200 Kilometer umfasst das Wegenetz in den Berchtesgadener Bergen – im Winter! Rund um den Watzmann, das wohl berühmteste Gebirgsmassiv der Region, gibt es also gerade im Winter jede Menge zu entdecken. Auch in den sanften Hügeln des Rupertiwinkels. Eine der Winterwanderungen führt dabei rund um den Höglwörther See und bietet auf ihren fünf Kilometern wieder traumhafte Ausblicke auf die immer präsente Alpenkette. Die weitestgehend ebene Spazierrunde bietet sich bestens für Familien mit Kindern oder Winterwanderneulinge an.

An der Bergstation auf 1.800 Metern lädt das Restaurant Jenneralm mit großer Sonnenterrasse zu Frühstückspezialitäten und regionalen, saisonalen Gerichten ein.

Aussichten für Gipfelstürmer

Und selbst für Gipfelstürmer gibt es einige lohnende Winterziele. Klein aber fein, das ist zum Beispiel die Wanderung auf den Brandkopf. Lediglich 130 Höhenmeter müssen bis zum aussichtsreichen Gipfelbänkchen überwunden werden. Königssee und Watzmann liegen hier auf dem Präsentierteller. Dahinter eine mehr als 2500-Meter hohe verkarstete Hochebene, mit wunderbar fantasievollem Namen: Das Steinerne Meer. Touren dorthin sind im Winter allerdings nur für geübte Skitourengeher möglich.

Wilde Tiere hautnah!

Ein etwas anderes Wintererlebnis bietet das Winterquartier der Wildtiere im Nationalpark Berchtesgaden. Im Klausbachtal, also dem westlichsten der drei großen Nationalparktäler, kann man den tierischen Bewohnern ungewohnt nahekommen. Auf etwa 45 Hektar leben hier 65 Rotwildkühe, -hirsche und -kälber. Zu Beginn der Wintersaison kommen die Tiere selbstständig zur Futterstelle, wohlwissend hier problemlos die kalte Jahreszeit überwinden zu können. Die majestätischen Wildtiere würden zu dieser Zeit eigentlich in sogenannte Auwälder abwandern. Da dies aber in den Berchtesgadener Alpen nicht überall möglich ist, werden die Tiere im Klausbachtal durch den Winter gefüttert. Eine großartige Chance für alle Naturliebhaber!

In Höchststimmung

Ruhig, aber dennoch aufgeregt. So ist die Stimmung auf der neu erbauten Aussichtsplattform. Sie ist auf einem etwa zwei und einem vier Kilometer langen Wanderweg von Ramsau aus einfach zu erreichen. Zahlreiche Sitzbänke laden unterwegs zum Verweilen ein. Das Besondere: Der gesamte Weg inklusive der Aussichtsplattform ist barrierefrei. Bis auf 30 Meter kann man sich so den Tieren nähern. Und mit etwas Glück sieht man noch einen weiteren Bewohner des Klausbachtals: Der Steinadler nutzt den Auftrieb, der in den Südwänden der Reiter Alm oft herrscht. Im Infohaus des Nationalparks Berchtesgaden und auf den schön gestalteten Tafeln entlang der Wege, lernt man Wissenswertes über die Tiere, die sich in diesem Schutzgebiet noch frei entfalten dürfen.

Gleich doppelt so lange ist die nicht minder spektakuläre Wanderung vom Bergsteigerdorf Ramsau bei Berchtesgaden durch den sogenannten Zauberwald zum malerischen Hinterssee. Nach den bizarren Fels- und Eisformationen der Klamm, erwandert man ein Geotop, das zu den schönsten in ganz Bayern zählt. Für die fleißigen Wanderer stehen danach zahlreiche urige Gasthäuser zum Einkehren und Aufwärmen bereit.

Neben Skifahren und Snowboarden ist der Jenner auch Ziel für traumhafte Skitouren.

Wintersport deluxe: Wandern, Spazieren, Action

Wandern und Spazieren, Sehen und Staunen ist das Eine. Das Andere ist der Sport. Wintersport! Und der ist in Berchtesgaden breit gefächert. Natürlich sind hier die sechs Skigebiete der Region als erstes zu nennen. Jenner, Götschen Bischofswiesen, Rossfeld Oberau, Hochschwarzeck Ramsau, Gutshof Obersalzberg und Zinken Bad Dürnberg (im Anschluss an Rossfeld, allerdings schon in Österreich) haben alle ihren ganz eigenen Charme – und zusammengenommen immerhin 50 Pistenkilometer. Wintersport in Berchtesgaden kann aber auch anders! Ungefähr doppelt so viele Loipen- wie Pistenkilometer! Das zeigt, welche Bedeutung dem Langlaufen in Berchtesgaden zugeschrieben wird. Die Ausdauersportart findet zunehmend mehr Anhänger, egal ob Klassisch oder Skating. Wer nämlich den Winter über fit bleiben will, begibt sich am besten auf die Loipe. Langlaufen aktiviert sogar mehr Muskeln als das sommerliche Laufen. Zusätzlich wird das Herz-Kreislauf-System effektiv trainiert. Kondition und Kraft werden gesteigert. Noch dazu erlebt man die Natur auf besonders eindrückliche Weise, wenn der Schnee wie verzaubert glitzert und der stahlblaue Himmel im Kontrast zu den weißen Bergen steht.

Beim Rodeln kommt der Spaß für Groß und Klein nicht zu kurz! Auch schön: der Berchtesgadener Adventsmarkt und der wohltuende Salzheilstollen.

Was man in Berchtesgaden im Winter noch so machen kann?

  • In der Watzmann Therme entspannen
  • Auf der Roßfeldpanoramastraße fahren
  • Im Salzheilstollen Körper und Seele etwas Gutes tun
  • Mit der Jennerbahn am Königssee hoch hinauf fahren
  • Auf dem Berchtesgadener Advent Handwerkskunst erleben

Der vollständige Artikel über die Berchtesgadener Winterwelt ist in unserer aktuellen Winter-Ausgabe zu finden: Hier geht’s zur ePaper Version der aktuellen Ausgabe.

Text: Benni Sauer

Kommentar verfassen